• 27.02.2004, 11:58:12
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Online spenden steckt noch in den Kinderschuhen

Trotz enormer Möglichkeiten noch geringe Spenden-Erlöse aus dem Internet - Zukunft gehört aber dem Web

Thomas Stern (Braintrust), Jürgen Burger (SOS
Kinderdorf) und Andreas Plöckinger (Ärzte ohne Grenzen) (v.l.n.r.)
analysieren Spendenpotenziale beim elektronischen Fundraising.

Wien (OTS) - Das Potenzial, Spender via Internet anzusprechen, ist
vorhanden, doch wird es noch zu wenig genutzt, waren sich die
Teilnehmer der APA-E-Business-Community gestern, Donnerstag Abend,
einig. "Das Internet bietet viele Möglichkeiten, Non Profit
Organisationen müssen aber noch einiges nachholen", meinte etwa
Robert Francan von der B'VM Beratergruppe für Non Profit
Organisationen (NPO). Francan sieht dabei auch die Politik gefordert,
die Spendierfreudigkeit der Österreicher weiter zu steigern.

Es zahle sich derzeit noch nicht wirklich aus, an das
Spendenklientel auf elektronischem Weg heranzutreten, erläuterte
Andreas Plöckinger, Chef-Fundraiser bei Ärzte ohne Grenzen: "Zum
Beispiel fehlen uns noch die Adressen, 300.000 herkömmlichen stehen
6.000 E-Mail-Adressen gegenüber." Und das Verhältnis der
Response-Rate von einer traditionellen Aktion zu einer Onlinekampagne
liege bei 10:1. Dafür seien die Spendensummen, die aus dem Webbereich
kommen, weit höher, räumte er ein. Was für das Internet als
Fundraising-Instrument spreche, sei der Kostenfaktor, die
Flexibilität, die Geschwindigkeit und die Interaktivität.

Dem konnte sich auch Jürgen Burger, der das Online-Marketing bei
SOS-Kinderdorf Österreich betreut, nur anschließen. Der Onlinemarkt
für NPOs werde immer nur ein Teilaspekt einer Gesamtstrategie
bleiben, doch in Zukunft zunehmend an Bedeutung gewinnen.
SOS-Kinderdorf erwirtschafte erst 0,5 Prozent der Spenden über das
Internet, doch mit steigender Tendenz. Als sehr positiv bewertet
Burger, dass sich die Besucherfrequenz der Kinderdorf-Seite von 2002
auf 2003 mehr als verdoppelt habe.

Kritisch bewerten beide noch den Kosten-Nutzen-Faktor. So liege
der Return of Investment (ROI) bei einer klassischen Direct
Mailing-Aktion derzeit bei 1:12 (für einen eingesetzten Euro kommen
zwölf zurück), im Onlinebereich erst bei 1:3. Doch wird nicht
bestritten, dass genau dort die Zukunft liegt, da es sich meist um
neue, junge und zahlungskräftige Spender handle.

In einer speziellen Situation befinde sich die Hilfsgemeinschaft
der Blinden und Sehschwachen Österreich, berichtete Klaus Höckner von
der Hilfsgemeinschaft. "Unsere Zielgruppe sind die über 60-jährigen,
die kaum mit den neuen Medien umzugehen wissen." Hier gebe es noch
einiges zu tun - für die NPOs und die gesamte Internet-Gemeinde.
Bedauerlich findet es der blinde Gerhard Bruckner, der für die
Hilfsgemeinschaft seit 20 Jahren am Computer arbeitet, dass von den
Homepage-Verantwortlichen noch zu wenig Wert auf einen barrierefreien
Zugang zum Web gelegt werde.

Genau in dieser Hinsicht sieht Alexander Szlezak, Geschäftsführer
der Gentics EDV Dienstleistungen GesmbH, die NPOs als Vorreiter für
ein zielgruppengerechtes Netz gefordert. Für weniger kapitalkräftige
NPOs wies er auf die Möglichkeit der Mietsoftware hin, mit der sich
geldschonend gute Fundraisingseiten bauen ließen. Weiters könnten
sich die Organisationen durch einen gelungen Auftritt abheben und so
einen "Wettbewerbsvorteil" sichern.

"Für uns ist es wichtig, mit adäquater Technik zu unterstützen",
so Volker Stöger, Sales Director Center Solutions bei NextiraOne
Austria. Ein wichtiger Aspekt sei dabei das Spendenmarketing. Hier
liege die Herausforderung in der Planung einer Kampagne, im
Strukturieren, in der Dokumentation und der weiteren
Spendenabwicklung.

Florian Petter, Geschäftsführer Dynatools Communication Services,
kann sich vorstellen, dass NPOs auch auf andere Instrumente
zurückgreifen, um potenzielle Spender auf ihrer Seite zu halten. Das
reiche von einem Gewinnspiel bis hin zu einem "Wissensportal" abseits
der eigentlichen NPO-Thematik, appellierte er an die Phantasie der
verantwortlichen Online-Fundraiser. Geld sparen können NPOs auch
durch den gezielten Einsatz des Internet im Bereich der Verwaltung,
des Personalwesens aber auch bei der Materialbeschaffung.

Die Partner-Unternehmen der E-Business-Community sind:

- derStandard.at http://www.derStandard.at
 - Direct Marketing Verband Österreich http://www.dmvoe.at
 - Dynatools http://www.dynatools.com
 - ECAustria http://ecaustria.at
 - Gentics Net.Solutions http://www.gentics.com
 - Hewlett Packard http://www.hp.com/at
 - IT Solution GmbH http://www.itsolution.at
 - Kapsch CarrierCom AG http://www.kapsch.net
 - Microsoft Österreich http://www.microsoft.com/austria
 - NETural communication http://www.netural.com
 - NextiraOne http://www.nextiraone.at
 - Oracle http://www.oracle.com/at/
 - WIGeoGIS http://www.wigeogis.com
 - Wirtschaftskammer Österreich http://wko.at
 - Xidris http://www.xidris.com
 - APA-MultiMedia http://multimedia.apa.at

Bild(er) zu dieser Meldung finden Sie im AOM/Original Bild Service,
sowie im OTS Bildarchiv unter http://bild.ots.at

OTS0143    2004-02-27/11:58

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