- 27.02.2004, 09:04:19
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1. Sitzung der Expertengruppe Obsorgeverfahren im Justizministerium
Wien (OTS) - Gestern fand die erste Sitzung der anlässlich des
Sorgerechtsstreites in Salzburg um den minderjährigen Christian W.
von Bundesminister für Justiz Dr. Dieter Böhmdorfer eingerichteten
Expertengruppe statt. Teilnehmer waren unter Vorsitz von
Sektionschef Dr. Gerhard Hopf Vertreter der Richterschaft, der
Rechtsanwaltschaft, der Richtervereinigung (Fachgruppe
Familienrecht), der Kinder- und Jugendanwaltschaft, der
Jugendwohlfahrt, Mitarbeiter des Kinderschutzzentrums sowie
Sachverständige aus dem Bereich der Kinder- und Jugendpsychologie
und -psychiatrie, u.a. der bekannte Kinder- und Jugendpsychologe
Univ.Prof. Dr. Max Friedrich.
Die Expertengruppe möchte noch vor dem Sommer dem Bundesminister
für Justiz Dr. Dieter Böhmdorfer ein fertiges Ergebnis präsentieren.
In der gestrigen Sitzung wurde vorerst der Rahmen der weiteren
Gespräche abgesteckt, insbesondere, welche Themenbereiche nun im
Detail erörtert werden sollen. Bereits heute zeichnete sich
jedenfalls ein Konsens in die Richtung ab, dass bei der Durchsetzung
von Obsorgeentscheidungen keinesfalls gegen das Kind Gewalt
angewendet werden soll. In diesem Zusammenhang wurde auch ein erster
Gedankenaustausch zur Frage vorgenommen, von wem und in welcher Form
Obsorgeentscheidungen vollzogen werden sollen. Im Mittelpunkt der
Diskussion stand die Stellung des Kindes im Verfahren, die
Vertretung seiner Interessen sowie die Frage der Verfahrensdauer und
der beteiligten Personen.
Es wurden mehrere Themenschwerpunkte festgelegt, die in den
weiteren Diskussionen nun detaillierter erörtert werden. Die
Expertengruppe wird im März wieder zusammentreten.
OTS0023 2004-02-27/09:04
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