• 27.02.2004, 08:34:17
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Betriebliche und gesellschaftliche Unterstützung für gesundheitlich beeinträchtige Beschäftigte muss verstärkt werden

Wien (OTS) - Nur wenige Betriebe können Maßnahmen setzen, um ihre
gesundheitlich beeinträchtigten Beschäftigten zu halten. Der Grund:
Es fehlen ihnen oft die Mittel und Kompetenzen, um mit
gesundheitlichen Beeinträchtigungen ihrer Beschäftigten umzugehen.
Eine Erkrankung bedeutet deshalb für die Betroffenen häufig, dass sie
aus der Berufswelt herausfallen.

Das ist eines der zentralen Ergebnisse einer soeben fertig
gestellten Studie, die das Institut für Berufs- und
Erwachsenenbildungsforschung an der Universität Linz im Rahmen des
EQUAL-Projekts AEIOU - Arbeitsfähigkeit Erhalten für Individuen,
Organisationen und Unternehmen durchgeführt hat.

Arbeitsplatz erhaltende Maßnahmen werden nur für rund 6% der
gesundheitlich beeinträchtigten Beschäftigten gesetzt. Lediglich ca.
2% erhalten innerhalb des Betriebes neue Betätigungsfelder. "Die
meisten Betriebe wissen nicht, welche Maßnahmen möglich wären, um
Arbeitsplätze für gesundheitlich beeinträchtigte MitarbeiterInnen zu
erhalten. Das heißt: Die Betriebe müssten hier wesentlich umfassender
informiert und unterstützt werden", sagt Univ.-Doz. Dr. Walter
Blumberger, Leiter des Instituts für Berufs- und
Erwachsenenbildungsforschung an der Universität Linz.

Die Studie zeigt auch, dass es dringend notwendig wäre, die
Rehabilitationsmaßnahmen auszubauen. Neben den klassischen Leistungen
wie Kur- und Reha-Aufenthalte müssten verstärkt andere berufliche
Rehabilitationsmaßnahmen eingesetzt werden: etwa technische
Arbeitshilfen, Lohnkostenzuschüsse, Umschulungen oder
Weiterbildungen.

"Diese Arten der beruflichen Rehabilitation wären äußerst wichtig.
Die Unternehmen müssen befähigt werden, sich vor Ort um die
Gesundheit ihrer MitarbeiterInnen zu kümmern. Auch dann, wenn bereits
gesundheitliche Schäden vorliegen. Hier besteht noch ein großer
Handlungsbedarf", betont Doz. Blumberger.

Neue Wege in der beruflichen Rehabilitation einzuschlagen, wäre
nicht nur wesentlich wirksamer, sondern auch ganz im Sinne der
Betroffenen: Denn die Mehrheit der gesundheitlich Beeinträchtigten,
die deswegen arbeitslos wurden, aber noch arbeitsfähig sind, ist
offen für Weiterbildungen und Umschulungen; und zwei Drittel von
ihnen würden sogar ein geringeres Einkommen in Kauf nehmen, damit sie
ihren Arbeitsplatz behalten können.

Im Sinne der Fairness am Arbeitsmarkt ist der Ausbau bzw. die
Erweiterung der (Re-)Integrationsmaßnahmen für gesundheitlich
Beeinträchtigte dringend notwendig.

OTS0010    2004-02-27/08:34

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NEF

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