AK: Maßnahmen für mehr Lkw-Verkehrssicherheit endlich umsetzen

Immer mehr Druck auf Lkw-Lenker, immer mehr Lkw-Unfälle

Wien (AK) - Statt alte Vorschläge für mehr Sicherheit im Lkw-Verkehr immer wieder neu aufzuwärmen, müssen sie endlich umgesetzt werden, fordert AK Verkehrsexperte Richard Ruziczka anlässlich der heute, Mittwoch, vom Verkehrs- und Innenminister präsentierten Vorschläge. Angepackt werden müssen schärfere und flächendeckende Kontrollen, die Abschaffung sicherheitsgefährdender Entlohnungssysteme auf Kilometer- oder Tourenbasis, eine rasche verpflichtende Berufsausbildung für Lkw-Lenker und zur Konzentration der Kontrollkompetenzen die Schaffung eines Bundesamts für Verkehr, fordert die AK.

Ein neu zu schaffendes Bundesamt für Verkehr und eine bessere Abstimmung und gegenseitige Information zwischen Exekutive, Arbeitsinspektoren und Gebietskrankenkassen sollen die Kontrolleffizienz erhöhen, Doppelgleisigkeiten und die einseitige Bestrafung zu Lasten der Arbeitnehmer vermeiden. Statt der verbotenen und unfallfördernden Entlohnungssysteme auf Kilometer- oder Tourenbasis soll eine stärkere Ausrichtung an einem Zeitlohnsystem erfolgen. Die derzeitige Praxis führt dazu, dass Fahrer über die Grenzen ihrer Belastbarkeit unterwegs sind. Auch die EU-weit verpflichtende Berufausbildung der Lenker soll früher und nicht erst 2009 kommen. Gescheitert ist die Umsetzung in Österreich bislang am Widerstand der Frächter, die die Kosten der Ausbildung nicht übernehmen wollen und billige Hilfsarbeiter bevorzugen. Und es müssen endlich die Arbeitgeber vermehrt bestraft werden, die die Fahrer zur Verletzung der Vorschriften nötigen. Derzeit trifft die Härte der Sanktionen voll den Lenker. Zur leichteren Beweisführung soll ein "Schriftlicher Fahrtauftrag" des Unternehmers an den Lenker eingeführt werden.

Es ist der wachsende Druck auf die Lenker, der die Lkw-Unfallbilanz gefährlich verschlechtert, sagt Ruziczka. Das Kuratorium für Verkehrssicherheit stellte erneut fest, dass auch 2003 Unfälle mit Lkw-Beteiligung auf Autobahnen wieder um knapp 17 Prozent zugenommen haben. Bei jedem dritten Unfall mit Lkw-Beteiligung wurde ein Unfallgegner schwer verletzt oder getötet. Als Risikofaktoren werden - wie schon in AK Studien - wieder Übermüdung, Fehleinschätzung, mangelnder Abstand und überhöhte Geschwindigkeit genannt. 85 Prozent der Lkw halten sich nicht an das gesetzliche Geschwindigkeitslimit von 80 km/h auf Autobahnen, trotz (oder auch wegen der nicht funktionierenden) Geschwindigkeitsbegrenzer. Wenn nicht gehandelt wird, geht der teils ruinöse Preiskampf im Straßentransport weiter zu Lasten der Lenker und Verkehrssicherheit.

Auch die vom Verkehrs- und Innenminister Anfang 2004 endlich gestarteten Kontrollen des Lkw-Verkehrs brachten keine Überraschungen: Etwas mehr als 2.000 Lkws und Busse über 3,5 Tonnen wurden auf Österreichs Autobahnen wegen technischer Mängel beanstandet, es kam zu einer großen Zahl von Anzeigen auch wegen der Nichteinhaltung der Lenk- und Ruhezeiten. Kontrollen müssen laufend und flächendeckend durchgeführt werden und dürfen keine Eintagsfliege bleiben, so Ruziczka.

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