- 25.02.2004, 11:53:45
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AK: Maßnahmen für mehr Lkw-Verkehrssicherheit endlich umsetzen
Immer mehr Druck auf Lkw-Lenker, immer mehr Lkw-Unfälle
Wien (AK) - Statt alte Vorschläge für mehr Sicherheit im
Lkw-Verkehr immer wieder neu aufzuwärmen, müssen sie endlich
umgesetzt werden, fordert AK Verkehrsexperte Richard Ruziczka
anlässlich der heute, Mittwoch, vom Verkehrs- und Innenminister
präsentierten Vorschläge. Angepackt werden müssen schärfere und
flächendeckende Kontrollen, die Abschaffung sicherheitsgefährdender
Entlohnungssysteme auf Kilometer- oder Tourenbasis, eine rasche
verpflichtende Berufsausbildung für Lkw-Lenker und zur Konzentration
der Kontrollkompetenzen die Schaffung eines Bundesamts für Verkehr,
fordert die AK.
Ein neu zu schaffendes Bundesamt für Verkehr und eine bessere
Abstimmung und gegenseitige Information zwischen Exekutive,
Arbeitsinspektoren und Gebietskrankenkassen sollen die
Kontrolleffizienz erhöhen, Doppelgleisigkeiten und die einseitige
Bestrafung zu Lasten der Arbeitnehmer vermeiden. Statt der verbotenen
und unfallfördernden Entlohnungssysteme auf Kilometer- oder
Tourenbasis soll eine stärkere Ausrichtung an einem Zeitlohnsystem
erfolgen. Die derzeitige Praxis führt dazu, dass Fahrer über die
Grenzen ihrer Belastbarkeit unterwegs sind. Auch die EU-weit
verpflichtende Berufausbildung der Lenker soll früher und nicht erst
2009 kommen. Gescheitert ist die Umsetzung in Österreich bislang am
Widerstand der Frächter, die die Kosten der Ausbildung nicht
übernehmen wollen und billige Hilfsarbeiter bevorzugen. Und es müssen
endlich die Arbeitgeber vermehrt bestraft werden, die die Fahrer zur
Verletzung der Vorschriften nötigen. Derzeit trifft die Härte der
Sanktionen voll den Lenker. Zur leichteren Beweisführung soll ein
"Schriftlicher Fahrtauftrag" des Unternehmers an den Lenker
eingeführt werden.
Es ist der wachsende Druck auf die Lenker, der die Lkw-Unfallbilanz
gefährlich verschlechtert, sagt Ruziczka. Das Kuratorium für
Verkehrssicherheit stellte erneut fest, dass auch 2003 Unfälle mit
Lkw-Beteiligung auf Autobahnen wieder um knapp 17 Prozent zugenommen
haben. Bei jedem dritten Unfall mit Lkw-Beteiligung wurde ein
Unfallgegner schwer verletzt oder getötet. Als Risikofaktoren werden
- wie schon in AK Studien - wieder Übermüdung, Fehleinschätzung,
mangelnder Abstand und überhöhte Geschwindigkeit genannt. 85 Prozent
der Lkw halten sich nicht an das gesetzliche Geschwindigkeitslimit
von 80 km/h auf Autobahnen, trotz (oder auch wegen der nicht
funktionierenden) Geschwindigkeitsbegrenzer. Wenn nicht gehandelt
wird, geht der teils ruinöse Preiskampf im Straßentransport weiter zu
Lasten der Lenker und Verkehrssicherheit.
Auch die vom Verkehrs- und Innenminister Anfang 2004 endlich
gestarteten Kontrollen des Lkw-Verkehrs brachten keine
Überraschungen: Etwas mehr als 2.000 Lkws und Busse über 3,5 Tonnen
wurden auf Österreichs Autobahnen wegen technischer Mängel
beanstandet, es kam zu einer großen Zahl von Anzeigen auch wegen der
Nichteinhaltung der Lenk- und Ruhezeiten. Kontrollen müssen laufend
und flächendeckend durchgeführt werden und dürfen keine Eintagsfliege
bleiben, so Ruziczka.
OTS0114 2004-02-25/11:53
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