Fachverband Seilbahnen: Urteil entspricht den Ergebnissen der Gutachten Karl: Expertenergebnisse wurden bereits in das Seilbahngesetz integriert - Österreichische Seilbahnen weiterhin führend bei Sicherheitsstandards.

Wien (PWK 116) - Die Gutachter des Kaprun-Prozesses haben
eindeutig festgestellt, dass der Brand der Gletscherbahn auf das Kitzsteinhorn durch einen nicht eigensicheren Heizlüfter und durch die Verkettung unglücklicher Umstände entstanden ist. Es gibt keinen Beweis dafür, dass Mitarbeiter der Gletscherbahnen Kaprun AG fahrlässig gehandelt oder ihre Pflicht verletzt hätten. Weiters wurden von den Gutachtern darauf hingewiesen, dass die Standseilbahn dem Stand der Technik und allen geltenden Vorschriften entsprochen hat. Die heute, Donnerstag, im Kaprun-Prozess verkündeten - noch nicht rechtskräftigen - Freisprüche folgen diesen Erkenntnissen.

"Der Brandunfall hat die Seilbahnbranche tief betroffen gemacht", sagt Ingo Karl, Obmann des Fachverbandes der Seilbahnen Österreichs. "Das heutige Urteil ist aber eine Bestätigung, dass die österreichischen Seilbahnen höchsten Sicherheits- und Qualitätsstandards entsprechen." Karl weist darauf hin, dass es hierzulande schärfste Sicherheitsvorschriften für Seilbahnen gibt und Österreich federführend an der EU-weiten Umsetzung dieser Vorschriften beteiligt ist.

In das Seilbahngesetz 2003 und die aktuelle Seilbahnüberprüfungsverordnung wurden, als Erkenntnis aus dem Brandunglück von Kaprun, noch strengere Normen und Maßnahmen für den Brandschutz eingearbeitet. So ist nun unter anderem erstmals eine periodische brandschutztechnische Überprüfung von Seilbahnanlagen durch externe Sachverständige vorgesehen. "Mit diesen neuen Normen und Vorschriften wird Brandfällen bestmöglich vorgebeugt - damit eine Brandkatastrophe in Zukunft nach menschlichen Ermessen nie wieder passieren kann", stellt Karl fest. Für den Fachverband war es nach dem Brandunfall selbstverständlich, die sich daraus ergebenden Erkenntnisse gemeinsam mit den zuständigen Behörden in das neue Seilbahngesetz 2003 und die entsprechenden Verordnung einzuarbeiten, "um den Gästen maximale Sicherheit bieten zu können"

Karl betont, dass die heimischen Seilbahnen generell sehr sichere Massenverkehrsmittel sind. Sie befördern jährlich rund 600 Millionen Personen, was einer Menschenkette entspricht, die 15 Mal die Welt umrunden würde. Die Anzahl der Unfälle mit Personenschaden ist dagegen minimal. Ein Skigast müsste 1,6 Millionen. Mal eine Anlage benutzen, damit er laut Statistik einmal Opfer eines Bagatellunfalles wird. Dies auch deshalb, weil neben den strengen Vorschriften, regelmäßigen Überprüfungen und Wartungen die Seilbahnen in Österreich über qualifiziertes und bestens geschultes Personal verfügen. (HP)

Rückfragen & Kontakt:

DI Dr. Ingo Karl,
Obmann des Fachverbandes der Seilbahnen Österreichs
Tel.: +43/664/384 20 71
Dr. Erik Wolf,
Geschäftsführer Fachverband der Seilbahnen Österreichs
Tel.: +43/664/53 45 157

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | PWK0003