Wiener Kinder und Jugendanwaltschaft - Diskussion über Wahlalter - ja Kindern eine Stimme geben - ja

Eltern für ihre Kinder stimmen lassen - nein

Wien (OTS) - Das Wahlrecht ist in allen demokratischen Staaten
weder veräußerlich, abtretbar noch zur Ausübung übertragbar.****

Das Wahlrecht ist ein höchstpersönliches Recht jedes Menschen und duldet keine Stellvertretung.

Leider ist es in unserem System noch viel zu utopisch darüber nachzudenken, dass Kinder die gleichen Rechte wie andere Menschen auch besitzen sollten - unabhängig ihres Alters.

So ist nach Ansicht der Wiener Kinder und Jugendanwaltschaft in einigen Bundesländern ein erster wichtiger Schritt - wenn auch willkürlicher aufgrund der Altersfestsetzung - in die richtige Richtung getan -Jugendliche dürfen ab 16 wählen.

Warum ist es so wichtig, dass junge Menschen mitbestimmen können?

Es geht um ihre Zukunft - durch ihre Stimme können sie Weichen stellen und Politik mitbestimmen.
Es stärkt ihr Selbstbewusstsein und viele Erwachsene würden junge Menschen sehr viel ernster sehen.
Auch PolitikerInnen müssten die Anliegen junger Menschen ernster nehmen und ihr Programm in vielen Bereichen vielleicht - auch für Erwachsene nicht unwichtig - etwas verständlicher machen.

Es geht nicht darum bereits Babys in die Wahlurne zu bringen -aber ein Stellvertreterwahlrecht würde in keinem Fall etwas daran ändern Kinder/Jugendliche auch weiterhin von der tatsächlichen Mitbestimmung auszuschließen.

Ohne Eltern zu unterstellen etwas schlechtes für ihre Kinder zu wollen würden Eltern in den meisten Fällen die Partei wählen, die ihrer programmatischen Meinung am nächsten kommt.
So wie Kinder und Jugendliche von vielen Menschen noch immer als ihr Besitz gesehen werden - sonst wäre es nicht möglich wie viel Gewalt Kinder und Jugendliche noch immer erleiden müssen oder, dass Kinder keinen Anspruch auf Taschengeld besitzen etc....- so wäre auch dieser Schritt ein Schritt in eine falsche bevormundende Richtung.

Die Kinder und Jugendanwaltschaft Wien fordert aus den genannten Gründen erst einmal die Herabsetzung des Wahlalters bundesweit auf 16 sowie die Implementierung der Kinderrechte in die Verfassung - so wie von allen Parteien beim Salzburger Obsorgefall Christian auch gefordert.

Rückfragen & Kontakt:

Kinder- & Jugendanwaltschaft Wien
Frau DSA Monika Pinterits, Herr Dr. Anton Schmid
Tel: (++43-1) 1708

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