Jo Baiers Historiendrama "Stauffenberg" in Berlin uraufgeführt

Fernsehpremiere am 25. Februar in ORF 2

Wien (OTS) - Mit dem gescheiterten Hitler-Attentat vom 20. Juli
1944 ging Claus Schenk Graf von Stauffenberg (1907-1944) in die deutsche und europäische Geschichte ein. 60 Jahre danach, kommt nun eine Verfilmung der Ereignisse ins Fernsehen, die den Widerstandskämpfer von einer neuen Seite zeigen soll. "Ich wollte Stauffenberg vom Heldensockel heben und ihn zum Menschen machen, einen Menschen mit allen Ängsten und Zweifeln zeigen", erklärt Drehbuchautor und Regisseur Jo Baier seine Beweggründe für das 2003 unter Beteiligung des ORF produzierte Historiendrama "Stauffenberg", das am Mittwoch, dem 25. Februar 2004, um 20.15 Uhr in ORF 2 und ARD seine TV-Premiere feiert. "Es war ein längerer Prozess, bis ich zu diesem Projekt ja gesagt habe. Ich musste viel recherchieren und mich näher damit beschäftigen, bis ich einen Zugang gefunden habe. Ich habe viel Sympathie und Respekt für diesen Mann gefunden und wollte ihn einer breiteren Öffentlichkeit nahe bringen", erklärt Baier anlässlich der gestrigen Uraufführung in Berlin. In Sebastian Koch hat der Regisseur seinen Hauptdarsteller gefunden. Für den vielseitigen Charakterdarsteller war diese Rolle "eine große Herausforderung und Ehre. Solche Rollen sind mir ein persönliches Anliegen, weil es ganz wichtig ist, dass diese Zeit von unserer Generation, die die richtige Distanz zu den Geschehnissen hat, nachbearbeitet wird. Das deutsche Selbstbewusstsein ist noch immer nicht gesundet, weil nicht darüber gesprochen wurde", betont Koch. "In unserer Zeit ist es leider nicht mehr angesagt, Haltung zu beziehen. Deshalb wünsche ich mir, dass viele junge Leute diesen Film sehen."

Uraufführung in Berlin mit Angehörigen Stauffenbergs

Vor ihrer Fernsehausstrahlung feierte die deutsch-österreichisch-italienische Koproduktion in Berlin ihre Premiere. Zur Uraufführung waren nicht nur Regisseur Jo Baier und viele seiner Darsteller gekommen - u. a. Sebastian Koch, Axel Milberg, Christopher Buchholz, Udo Schenk und Olli Dittrich -, sondern auch der deutsche Historiker und Hitler-Biograf Joachim Fest und zahlreiche Mitglieder der Familie Stauffenberg, darunter die Söhne Berthold und Franz-Ludwig, sowie Angehörige weiterer Widerstandskämpfer. "Meine größte Angst bei der Präsentation war es, wie die Familie Stauffenberg auf den Film reagieren würde", gesteht Jo Baier, der für seine akribische Präzision bei historischen Filmen bekannt ist. "Ich selbst saß neben Stauffenbergs Sohn Franz-Ludwig und habe ihn beobachtet: Er saß völlig bewegungslos da und hat eine gewisse Zeit gebraucht, das Gesehene zu verdauen. Aber dann hat er gesagt, dass ihm die Wahrhaftigkeit, mit der der Film gemacht wurde, sehr nahe gegangen ist. Die Familie war sehr berührt." Für Hauptdarsteller Sebastian Koch war die Premiere des Films in Anwesenheit der Stauffenberg-Familie ein überragendes Erlebnis: "Es war so bewegend, dass ich kaum sprechen konnte. Und es war deutlich zu spüren, dass die Familie froh über diesen Film war und dass ich dem gerecht geworden bin. Das ist für mich das größte Kompliment", so Koch.

Held mit Gewissen in gewissenloser Zeit

Ist Stauffenberg für die Beteiligten nun ein Held oder nicht? "Dieser Begriff passt eindeutig auf diesen Menschen", meint Filmemacher Jo Baier. "Er ist ein Held, weil er den Mut und die Zivilcourage hatte, in einer gewissenlosen Zeit zu seinem Gewissen zu stehen."

Mehr Informationen zu "Stauffenberg" sind unter http://presse.ORF.at abrufbar.

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