- 18.02.2004, 12:31:54
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NEWS deckt auf: Ex-Mitarbeiter belastet Grasser schwer
Rechnungshofpräsident Fiedler im NEWS-Interview: Rohbericht bis Sommer fertig."
Wien (OTS) - In seiner Donnerstag erscheinenden Ausgabe deckt das
Nachrichtenmagazin NEWS auf, dass der Ex-Chefökonom von
Finanzminister Karl-Heinz Grasser, Josef Christl, mit einer Aussage
vor dem Bundeskriminalamt den Finanzminister persönlich schwer
belastet. Grasser hatte im Juni 2003 eine SP-Anfrage über die Kosten
und Auftraggeber eines Inserats von Wirtschaftsprofessoren zur
Unterstützung des Grasser-Kurses geantwortet: "Da ich nicht der
Auftraggeber bin, kann ich Ihnen auch nicht sagen, wer das bezahlt
hat".
Christl hingegen sagte vor dem Bundeskriminalamt als Zeuge aus,
dass sein Ex-Chef in deutschen Zeitungen Inserate gesehen habe, in
denen Universitätsprofessoren die Arbeit der Regierung lobten. Und so
was könne man doch in Österreich auch machen: Professoren um ihre
Unterschrift für ein Inserat bitten, in dem die ÖVP-FPÖ-Arbeit
bejubelt wird.
Christl setzte den Auftrag Grassers in Zusammenarbeit mit Peter
Hochegger (Auftragnehmer beim New-Economy-Verein) um. Kostenpunkt:
135.000 Euro. Über die Finanzierung gehen die Aussagen Christls und
Hocheggers vor dem Bundeskriminalamt auseinander: Christl nannte die
Industriellenvereinigung, Hochegger auch die Wirtschaftskammer, die
das dementiert, und "Firmen, deren Namen ich nicht nennen möchte,
weil sie so ungern in der Zeitung stehen".
Jedenfalls sind nun laut Staatsanwaltschafts-Insidern brisante
neue Zeugeneinvernahmen auf der Tagesordnung: Noch einmal
Grasser-Kabinettschef Matthias Winkler, der Vater des Finanzministers
Karl Grasser, die Grasser-Freunde Walter Meischberger, Ernst Karl
Plech und Peter Hochegger - sowie als Höhepunkt der Untersuchung:
Karl-Heinz Grasser selbst.
Rechnungshof-Präsident Franz Fiedler kündigt indes im
NEWS-Interview an, "dass es sich durchaus noch ausgehen könnte, dass
das Prüfergebnis (also der Rohbericht) noch vor Ende meiner Amtszeit,
also im Sommer, fertig ist. Das Prüfungsteam steht. Es ist jenes, das
ohnehin die Gebarung des Finanzressorts routinemäßig jetzt prüfen
soll."
OTS0128 2004-02-18/12:31
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