- 18.02.2004, 12:24:53
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Brosz: Ganztagsschulen sind keine Aufbewahrungsstätten am Nachmittag
Konzepte sollen endlich auf den Tisch gelegt werden
Wien (OTS) - "Die Diskussion um Ganztagsschulen wird zwar intensiv
geführt, was ÖVP und SPÖ genau wollen, weiß aber niemand. Es wird
Zeit, dass die Konzepte endlich auf den Tisch gelegt werden," so der
Bildungssprecher der Grünen, Dieter Brosz. Ganztagsschulen dürften
keine reinen Aufbewahrungsstätten am Nachmittag sein. Wenn
Freiwilligkeit bedeutet, dass SchülerInnen einer Klasse individuell
zwischen halb- und ganztägigem Angebot wählen können, wird jede
pädagogische Innovation unmöglich. Herkömmlicher Unterricht gefolgt
von Betreuung am Nachmittag sei keine Lösung. "Dieses Modell dürfte
aber Bildungsministerin Gehrer verfolgen, wenn sie von 10.000
zusätzlichen Plätzen spricht. Ihre Ankündigung, die Kosten durch
Einsparungen in anderen Bereichen aufzubringen, muss als gefährliche
Drohung gewertet werden," so Brosz weiter.
"Pädagogisch innovative Ganztagsschulkonzepte, wie sie die Grünen
befürworten, zeichnen sich durch den Wechsel von Lern- und
Erholungsphasen aus. Da kann die Anwesenheit am Nachmittag nicht
jedem freigestellt werden. Darüber sollte sich auch SP-Vorsitzender
Gusenbauer klar werden, wenn er die Freiwilligkeit in den Vordergrund
rückt. Verpflegung in der Schule sowie verschiedene räumliche
Möglichkeiten werden Geld kosten. Die SchülerInnen können ja nicht
den ganzen Tag in Klassenzimmern verbringen," so Brosz weiter.
"Wenn Freiwilligkeit so verstanden wird, dass einzelne Klassen in
Schulen ganztägig geführt werden, ist darauf zu achten, wer diese
Angebote in Anspruch nimmt. Zu erwarten ist, dass das vor allem
Kinder aus sozial besser gestellten Schichten sein werden. Wenn
pädagogisch innovative Ganztagsschulen aber wie erwartet bessere
Ergebnisse liefern, besteht die Gefahr, dass die soziale Schieflage
des österreichischen Schulsystems weiter verstärkt wird. Wenn das
eintritt, muss die Politik gegensteuern", so Brosz abschließend.
Rückfragehinweis:
Die Grünen, Tel.: +43-1 40110-6697, presse@gruene.at
OTS0123 2004-02-18/12:24
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