- 18.02.2004, 11:16:29
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ORF vergibt "Greinecker Seniorenpreis 2003"
Senioren mit Beispielwirkung ausgezeichnet
Wien (OTS) - "Mit diesem Preis sollen heute Menschen gewürdigt
werden, die durch ihr selbstloses soziales Engagement beispielgebend
wirken." Mit diesem Worten eröffnete ORF-Generaldirektorin Dr. Monika
Lindner gestern, am 17. Februar 2004, die feierliche Übergabe des
"Greinecker Seniorenpreises 2003" im ORF-Zentrum. Der mit 20.000 Euro
dotierte Preis ging an die Caritas Wien für ihr Wohnprojekt für alt
gewordene Obdachlose, "Haus Allerheiligen", an den
Krankenhausbesuchsdienst von fünf Tiroler Damen - Hilde Honsig, Olga
Sauerbrey, Loni Löschenbrand, Käthe Rainer und Helga Arnold -, sowie
an die Wienerin Ute Bock.
Dr. Lindner weiter: "Ich hoffe, dass die Auszeichnung auch in
Zukunft als Motivation für viele engagierte Menschen in unserem Land
gilt, es ihnen gleichzutun und nicht auf unsere älteren Mitbürger zu
vergessen." Lindner wies auch darauf hin, dass vom ORF die Anliegen
der älteren Generation nicht nur in Sendungen wie etwa "schöner
leben" oder "Willkommen Österreich" wahrgenommen werden. Darüber
hinaus biete der ORF mit seinem Angebot an Hörfilmen für blinde oder
stark sehbeeinträchtigte Menschen ab 20. Februar sowie durch das
abermals erweiterte Untertitelungsangebot für die etwa 500.000
Gehörlosen oder hörbehinderten Menschen auch im Speziellen ein
Service für ältere Menschen.
Die Jury für den insgesamt mit 20.000 Euro dotierten "Greinecker
Seniorenpreis 2003" setzte sich aus dem ORF-Stiftungs- und
-Publikumsrat Prof. Fritz Muliar, dem Wiener Rechtsanwalt und
langjährigen Rechtsberater des Stifter-Ehepaares Fritz und Maria
Greinecker und der vormaligen ORF-Sendung "Seniorenclub", Dr. Manfred
Lampelmayer, sowie dem Leiter der ORF-Stabsstelle Humanitarian
Broadcasting, Jörg Ruminak, zusammen.
Ruminak: "Wir hatten keine leichte Entscheidung zu treffen. Aus
den zahlreichen Einreichungen - die übrigens nicht von den
Auszuzeichnenden selbst stammten, sondern vielmehr auf Vorschläge der
Nachbarschaft, aus der Bevölkerung und von Organisationen basierten -
kamen 13 Einzelpersonen und Projekte in die engere Wahl. Die
endgültige Juryentscheidung erfolgte einstimmig."
Die Preisträger
Urkunden sowie 5.000 Euro für den "Greinecker Seniorenpreis 2003"
überreichte die ORF-Generaldirektorin den rüstigen Tiroler Damen -
die jüngste von ihnen Jahrgang 1930 -, die den "Krankenhausdienst
Tirol" bilden. Laudator Dr. Lampelmayer: "Die Zeit, in der wir leben,
hat nicht nur Fortschritt, sondern auch die Zersplitterung der
Großfamilie und damit sehr oft Einsamkeit gebracht. Die Damen
beseitigen durch ihre soziale Tätigkeit nicht nur die Einsamkeit
anderer, sondern verhindern aktiv auch ihre eigene."
Krankenhausaufenthalte im Alter zeigen oft in besonderer Weise die
zunehmende soziale Isolation. Besuche von Verwandten oder Bekannten
werden zum seltenen bis gar nicht stattfindenden Ereignis. "Unser
Krankenhausbesuchsdienst hat es sich zur Aufgabe gemacht, diese Lücke
zumindest einigermaßen zu füllen und Seniorinnen und Senioren in
dieser besonders belastenden Zeit eines Spitalsaufenthalts zu zeigen,
dass sie nicht allein gelassen sind", sagte Hans Tanzer, Vorsitzender
der Tiroler Landesorganisation des Pensionistenverbandes Österreich.
Ausgezeichnet mit 10.000 Euro für den "Greinecker Seniorenpreis
2003" wurde das Projekt "Haus Allerheiligen" der Caritas Wien bzw.
als dessen Initiator Msgr. Friedrich Koren, Pfarrer in der
Allerheiligenpfarre im 20. Wiener Gemeindebezirk. Er hatte die Idee
für das neue Seniorenhaus in der Salzachstraße, das alt gewordenen
Obdachlosen nach Jahren auf der Straße endlich ein "eigenes Zuhause"
bieten will. Die Pfarre Allerheiligen stellte den Grund zur
Verfügung, die Stadt Wien hat den Bau des fünfstöckigen Wohnhauses
finanziert und die Caritas Wien betreut die Einrichtung, in der
derzeit 55 Männer - später sollen auch Frauen dazukommen - als Mieter
in Kleinwohnungen wohnen und Hilfe bei Behördenwegen, beim Verwalten
ihres Geldes oder überhaupt bei der Bewältigung ihres Lebens
erhalten.
Die Laudatio für dieses Projekt hielt Prof. Fritz Muliar: "Die
Pfarre Allerheiligen hat vor 20 Jahren mit der Verteilung von
Schmalzbroten begonnen und damit, Überzeugungsarbeit zu leisten, dass
es besser ist, hierher zu kommen als in Einsamkeit, bei Schnee und
Eis, zu hungern. Heute, im 'Haus Allerheiligen', sind diese Menschen
nicht mehr allein, sondern leben in einer Gemeinschaft von Menschen,
die ihnen das gibt, was man Solidarität nennt. Und wenn man alten
Menschen noch Hoffnung geben kann, so ist das sehr, sehr
dankenswert."
Initiator Monsignore Friedrich Koren dankte für die Auszeichnung:
"Das Engagement der Pfarre Allerheiligen in Wien-Brigittenau und die
Kompetenz der Caritas der Erzdiözese Wien sichern - mit Unterstützung
der Stadt Wien - einen weiteren Baustein in der Arbeit für
wohnungslose Menschen in Wien. Das Seniorenhaus für 'ehemalige'
Obdachlose ermöglicht diesen einen menschenwürdigen Lebensabend." Die
"Orientierung" berichtet in ihrer Sendung am Sonntag, dem 22.
Februar, um 12.30 Uhr in ORF 2 über dieses außergewöhnliche Projekt.
Die vielfach ausgezeichnete Wienerin Ute Bock erhielt 5.000 Euro
für den "Greinecker Seniorenpreis 2003" ad personam. Die 63-Jährige
organisiert für Flüchtlinge und Asylwerber private
Wohngemeinschaften, die sie persönlich rund um die Uhr betreut und
größtenteils aus der eigenen Tasche - der Pension und Erspartem -
finanziert. Laudator Jörg Ruminak: "Ute Bock ist mit Sicherheit eine
außergewöhnliche Seniorin, und ich freue mich, dass wir sie in
jüngster Zeit gleich zwei Mal unterstützen konnten: mit der 'Licht
ins Dunkel'-Aktion des ORF-Radios FM4 sowie mit dem 'Greinecker
Seniorenpreis 2003', den sie heute erhält, da sie durch ihr
selbstloses soziales Engagement und im Sinne der Stiftung durch ihr
Leben und Wirken beispielgebend ist."
Zur Geschichte des Preises
Der Wiener Fritz Greinecker entschloss sich 1985 im Andenken an seine
verstorbene Frau Maria, die eine begeisterte "Seniorenclub"-Seherin
war, einen nach der Sendung benannten Preis zu stiften. Er brachte
1,8 Millionen Schilling (131.000 Euro) aus dem Verkauf des
gemeinsamen Hauses des Ehepaares in eine Stiftung ein, die seither
vom ORF verwaltet wird. Der erste "Seniorenclub"-Preis wurde 1986
verliehen. Im Jahr 2000 wurde der sonntägliche "Seniorenclub" durch
das zeitgemäße Format "schöner leben" ersetzt und der Preis von der
neuen Sendereihe übernommen. Im Jahr 2003 wurde er von Jörg Ruminak,
dem Leiter der ORF-Stabsstelle Humanitarian Broadcasting, in den nach
seinem Stifter benannten "Greinecker Seniorenpreis" umbenannt.
OTS0084 2004-02-18/11:16
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