AK-Kalliauer: VA Tech darf nicht zum Spekulationsobjekt werden

Linz (OTS) - "Ein bedeutendes österreichisches
Industrieunternehmen wie die VA Tech darf nicht zum Spekulationsobjekt verkommen", fordert AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer anlässlich der Aufsichtsrat-Sitzung am 12. Februar. Sonst stünde die Kontinuität des Linzer Vorzeigebetriebes und damit die Sicherheit von Arbeitsplätzen auf dem Spiel.

"Die VA Tech braucht einen stabilen Eigentümer", so Kalliauer. Investoren, die nur auf kurzfristige und schnelle Spekulationsgewinne aus sind, brächten Unsicherheit in das Unternehmen. Unter solchen Umständen könne keine qualitativ hochwertige Arbeit geleistet werden. Deshalb müsse die ÖIAG ihren Anteil an der VA Tech halten. "Die Bundesregierung soll endlich ihre Privatisierungspläne zurücknehmen und dauerhafte Eigentumsverhältnisse ermöglichen, die Schutz vor Übernahmen bieten", fordert der AK-Präsident.

Die Bedeutung des Konzerns für Österreichs Wirtschaft und Arbeitsplätze ist enorm. Mit 17.000 Beschäftigten (davon 8000 in Österreich) werden vier Milliarden Euro umgesetzt.

Die von Aktionär Mirko Kovats ausgelöste negative Diskussion über die VA Tech vergiftet nicht nur das Klima in der Konzernführung, sondern könnte auch zu starken Schwankungen des Aktienkurses führen. Was Kovats wohl nützlich wäre, wenn er seinen Anteil über eine Kapitalerhöhung wieder aufstockt.

Dass auf das Investoren-Duo Mirko Kovats und Ronny Pecik kein Verlass ist, hat sich bereits gezeigt: Im Mai 2003 mit 19,05 Prozent der Aktien als vermeintlicher strategischer Investor eingestiegen, hält die Victory-Gruppe, die beiden je zur Hälfte gehört, heute nur noch 12,53 Prozent des Linzer Anlagenbau-Konzerns. Kovats und Pecik haben die Kurssteigerungen der letzten Wochen dazu verwendet, schnell Profit zu machen. Sie haben damit rund drei Millionen Euro Gewinn eingestreift.

Durch den Verkauf von VA-Tech-Aktien über die Börse hat sich die Eigentümerstruktur in Sekundenschnelle verändert. Solche Machenschaften bringen große Unsicherheit in das Unternehmen. Dass schon wieder Spekulationen im Gange sind, zeigen die massiven Aktienbewegungen vom Dienstag. Mit 381.000 Aktien wechselten mehr als zwei Prozent des Gesamtvolumens den Besitzer.

Mehr als zwei Drittel aller VA Tech-Aktien befinden sich im Streubesitz mit steigendem ausländischen Anteil. Der Verbleib der Konzernzentrale und damit aller wesentlichen Kernfunktionen in Linz bzw. in Österreich ist bei einem Verkauf der ÖIAG-Anteile nicht mehr gesichert. Dann gibt es keinen strategischen Kernaktionär mehr.

"Bei der verbleibenden Eigentümerstruktur wäre das Unternehmen ein klassischer Übernahmekandidat. Über kurz oder lang würde es zerteilt und die einzelnen Betriebe abverkauft", warnt der AK-Präsident.

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