Starker Anstieg bei den Getöteten im Klein-Lkw

Laut vorläufigen Zahlen ist eine Zunahme von über 40 Prozent der Getöteten im Klein-Lkw im Vorjahr zu verzeichnen.

Wien (OTS) - Dringend notwendig sind Sicherheitsmaßnahmen, um die brisante Situation der Klein-Lkw-Unfälle zu entschärfen. Für Lenker von Kleinlastern gibt es keine gesetzlichen Lenk- und Ruhezeiten. Hier ist der Gesetzgeber - auch auf EU-Ebene - gefordert Regelungen für Lenkzeiten einzuführen.

Die Hälfte aller Lkw-Unfälle mit Klein-Lkw
Kleintransporter unter 3,5 Tonnen werden vielfach unterschätzt. Dadurch, dass diese Fahrzeuge häufig mit sehr hoher Geschwindigkeit unterwegs sind, ist die Unfallschwere meist sehr hoch. Die Zahlen sprechen für sich: Im Zeitraum von Jänner bis November 2003 wurden 64 Menschen bei Unfällen mit Lkw kleiner als 3,5 Tonnen getötet. Dabei handelt es sich um eine Steigerung von fast zwei Prozent gegenüber dem Vergleichszeitraum von 2002. Der Anstieg bei Getöteten im Klein-Lkw ist im vergangenen Jahr um 42,1 Prozent angestiegen. Die Hälfte aller Lkw-Unfälle passiert mit Kleintransportern unter 3,5 Tonnen.

KfV fordert Gleichstellung mit schweren Lkw
"Durch die Umsetzung eines Bündels an Maßnahmen sollte es möglich sein, die Sicherheit, Akzeptanz und Umweltverträglichkeit des Lkw-Verkehrs zu erhöhen. Geltende Schwer-Lkw-Bestimmungen, wie das Wochenend-, Feiertags- und Nachtfahrverbot, das Lkw-Überholverbot und die Kontrolle der Lenk- und Ruhezeiten sollen daher auch für Klein-Lkw gelten", fordert Dr. Othmar Thann, Direktor des Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV).

Rasende Klein-Lkw auf Autobahnen
Vor allem auf Autobahnen und Schnellstraßen sind die Auswirkungen von Klein-Lkw-Unfällen besonders dramatisch: Wer viel auf der Autobahn unterwegs ist, wird bemerkt haben wie schnell ein Klein-Lkw oder Kastenwagen unterwegs sein kann.

"Häufig überladen, keine Lenkzeiten-Regelungen, jede Menge Pferdestärken unter der Haube: Klein-Lkw werden immer mehr zum Risiko im Straßenverkehr. Die Leidtragenden sind allerdings meist andere Verkehrsteilnehmer. Nur ein Drittel der Toten und Verletzten sind Insassen von Klein-Lkw", so Thann.

Überladung der Klein-Lkw auf Autobahnen
Dringend notwendig sind geeignete Sicherheitsmaßnahmen für die Transporter. Lenker können mit dem B-Führerschein fahren. Die Fahrzeuge sind häufig überladen, die Ladung außerdem häufig schlecht gesichert. Immer mehr Frächter umgehen diverse Verbote indem sie die zu transportierenden Lasten auf mehrere kleinere Lkw umladen. Diese Konvois stellen ein zunehmendes Sicherheitsrisiko dar. Daher sind auch gesetzliche Lenk- und Ruhezeiten für die unfallträchtigen Kleintransporter notwendig, sofern sie gewerblich genutzt werden.

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Kuratorium für Verkehrssicherheit
Mag. Alexandra Ludvik
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