ARBÖ: Keine Zusatzkosten für Autofahrer durch Biodiesel

EU-Richtlinie zwingt nicht zur Beimischung - Widerspruch zu Agrardieselforderung

Wien (OTS) - Sollte es in Österreich zu einer Beimischung von Biodiesel kommen, dürfen daraus keine Zusatzkosten für die Autofahrer erwachsen. Der ARBÖ weist darauf hin ,dass die Autofahrer seit Jahresbeginn ohnehin aus Umweltgründen eine höhere Mineralölsteuern bei Benzin und Diesel in Kauf nehmen: mit der Entschwefelung der Treibstoffe setzten die Autofahrer ein großes Umweltverbesserungsprogramm um.

Aus dem Umweltministerium wurden nun Pläne bekannt, so rasch wie möglich eine - 5 prozentige Beimischung von Biodiesel zum Dieselkraftstoff zu realisieren. Man beruft sich dabei auf die EU-Richtlinie 2003/30/EG vom 8. Mai 2003.

Gegen eine Beimischung bringt der ARBÖ eine Reihe von technischen, umweltmäßigen und inhaltlichen Gründen vor:

  • Technisch: Biodiesel greift gewisse Kunststoffteile des Autos an, insbesondere im Alt-Kfz-Bestand.
  • Umwelt: in beigemengter Form ist Biodiesel nicht mehr biologisch abbaubar, sehr wohl aber in unvermischter Form
  • Inhaltlich: Die EU-Richtlinie, auf die sich der Lebensminister beruft, zwingt Österreich in keinster Weise sich auf Biodiesel festzulegen. Dieser ist nur einer von 10 empfohlenen Biokraftstoffen (z.B. auch reines Pflanzenöl, Bioethanol, Biogas, Biowasserstoff usw.)

Zudem zwingt die EU-Norm Österreich auch nicht zur Beimengung von Biodiesel nur bei Diesel. Schon gar nicht schreibt die Richtlinie einen derart hohen Beimischungssatz von 5 Prozent bis 2005 vor. Als Bezugswert für den EU-Richtwert gilt vielmehr der Energie-Inhalt aller Otto- und Dieselkraftstoffe für den gesamten Verkehrssektor. Demnach soll ein Anteil von 2 Prozent bis 2005 und ein Anteil von 5,75 Prozent bis zum Jahr 2010 auf alle Biokraftstoffe einfallen. Es handelt sich zudem nur um einen "Richtwert", der von den Mitgliedsländern nicht penibel einzuhalten ist.

Der Richtwert spricht vom gesamten Volumen von Kraftstoffen und nicht von einem Beimengungsgrad bei jedem im Verkehr verwendetem Treibstoff. Traktoren könnten daher sehr wohl mit 100 Prozent Biodiesel fahren, um die Ökobilanz abzusichern.

Eine fünfprozentige Beimengung zum würde eine gewaltige Steigerung der heimischen Rapsölproduktion oder einen massiven Zukauf von Raps nötig machen. Derzeit liegt die Rapsölproduktion in Österreich bei 40.000 Tonnen.

Der Ausbau von Raps müsste entscheidend forciert werden, was für die Bauern ein weiteres Förderprogramm darstellt. Oder aber man will ein neues Geschäftfeld eröffnen: Den Import von Rapsöl aus den neuen EU-Staaten.

Während die Regierung den Autofahrern aus Umweltgründen zur Beimengung von Biodiesel zumutet, senkt sie für die Bauern ab 2005 die Mineralölsteuer auf Agrardiesel um zwei Drittel. Agrardiesel ist nicht zu verwechseln mit Biodiesel, sondern normaler Dieseltreibstoff. Mit dem Unterschied, dass er für Traktoren eingesetzt wird und die Mineralölsteuer nur 9,8 Cent pro Liter betragen wird. Zum Vergleich: Dieselfahrer müssen 30 Cent pro Liter Diesel berappen.

Für den ARBÖ liegt die Lösung auf der Hand: Biodiesel in reiner Form nur dort einsetzen, wo er ökologisch sinnvoll ist: Zum Beispiel im Agrarbereich, in der Forstwirtschaft oder auch in Pisten- oder Bundesheerfahrzeugen.

ARBÖ-Generalsekretär Dr. Rudolf Hellar stellt fest. "Für uns im ARBÖ kommt nicht in Frage, dass Autofahrer doppelt gemolken werden -zuerst durch entschwefelungsbedingte Erhöhung der Mineralölsteuer und dann mittels Verteuerung durch beigemischten Biodiesel."

Die EU-Richtlinien gehören auf den Tisch gelegt und korrekt umgesetzt. Ansonsten fördert man die Landwirtschaft mit steuergüstigem Agrardiesel und die Interessen der Importwirtschaft."

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