Ab 31. März Umlaute und Sonderzeichen in .at-Domains und E-Mail-Adressen möglich

Weiterhin kein "ß" - WKÖ-Bundessparte Information + Consulting gibt nützliche Tipps, was bereits im Vorfeld einer Reservierung zu beachten ist

Wien (PWK098) - "Ab 31. März wird es auch im ‚österreichischen’ Internet unterhalb der Top Level-Domain .at möglich sein, Domainnamen mit Umlauten zu registrieren", so Hans-Jürgen Pollirer, als Obmann der Bundessparte Information + Consulting in der Wirtschaftkammer Österreich (WKÖ) oberster Interessenvertreter der heimischen IT-, Kommunikations-, Consultingbranche. "Möglich wird die Verwendung von Wörtern mit Umlauten in Domainnamen durch die Einführung des neuen Standards "Internationalized Domain Name", kurz IDN." Insgesamt wird die Verwendung von 34 neuen Zeichen - darunter die Umlaute "ä", "ü", und "ö" - möglich sein. Weiterhin nicht geben wird es das "ß" in Internet-Adressen.

Wie bei der neuen Top Level-Domain .eu, die ab November 2004 verfügbar sein soll (siehe dazu Aussendung PWK015 vom 14.1.2004), gilt es aber im Zusammenhang mit "Bücher.at", "Frühling.at" & Co. einige Dinge zu beachten.

Bezüglich Reservierung der gewünschten Domain gilt:
1.) Es existiert keine Möglichkeit der (kostenpflichtigen) Vorreservierung, die in weiterer Folge den Erhalt der Domain garantiert. "Daher Hände weg von kostenpflichtigen Angeboten zur Vorreservierung!", so der IT-Sicherheitsexperte Pollirer.
2.) Für die Reservierung wird die zeitliche Reihenfolge der Anmeldungen ausschlaggebend sein ("First come, first served"-Prinzip).
3.) Private User, die direkt bei nic.at registrieren, sind prinzipiell - und auch im konkreten Fall der .at-Umlaut-Domains -gleichberechtigt mit Providern.

"Eine registrierte Webseiten- oder E-Mail-Adresse mit Domain-Namen wie beispielsweise Flügel.at gewährleistet aber noch nicht die Erreichbarkeit im World Wide Web", weiß Gerhard Laga von der Abteilung für Rechtspolitik der WKÖ: "Denn außerhalb des deutschen Sprachraumes können Internet-User die Buchstaben ä, ö oder ü nicht eintippen, weil auf deren Tastaturen keine Taste bzw. Tastenkombination dafür vorgesehen ist."

Zudem können sich zukünftige Inhaber von Umlaut-Domains zum Zeitpunkt der offiziellen Einführung auf die sogenannte Auflösung im internationalen Bereich anfangs nicht hundertprozentig verlassen. Nicht alle Programme (E-Mail-Clients, Browser) und Anwendungen unterstützen den IDN-Standard. Wer testen will, ob sein Browser bereits IDN- also Umlaut-fähig ist, kann die URL http://grün.knipp.de ansurfen, die ein Provider zu diesem Zweck eingerichtet hat. Ist das noch nicht der Fall, kann zumindest für den Internet Explorer ein Plug-in, das auf www.idnnow.com zum Download angeboten wird, Abhilfe schaffen.

Trotz all dem aber gilt: "Reserviert jemand eine Umlaut-Internetadresse, dann ist sie weg. Weil auch da gibt es jede Adresse weltweit nur einmal", gibt Laga zu bedenken. Im Falle, dass jemand sich ohne Berechtigung (Marke, Name, Firma) eine bestimmte Domain sichert, kann dagegen zwar vom Rechteinhaber juristisch vorgegangenen werden. Das könnte aber in eine jahrelange, kostspielige Angelegenheit ausarten.

In Bezug auf E-Mail-Adressen mit Umlauten gilt es bereits im Vorfeld einer eventuellen Reservierung Folgendes zu beachten: Der IDN-Standard bezieht sich ausschließlich auf den Domainnamen, also das, was rechts des @-Zeichens steht. So kommt es, dass sich der User Jürgen Grönland mit der Mail-Adresse juergen@grönland.at begnügen wird müssen. (JR)

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