- 10.02.2004, 08:33:29
- /
- OTS0008 OTW0008
ORF-"Weltjournal": Pakistan: Der Atom-Basar
Seit Jahren schwunghafter Handel mit nuklearem Know-how
Wien (OTS) - Im "Weltjournal" am Mittwoch, dem 11. Februar 2004,
um 22.30 Uhr in ORF2 präsentiert Annette Scheiner folgende Themen:
Pakistan: Der Atom-Basar
Mit Schrecken registriert die Welt eine neue atomare Bedrohung:
Ausgerechnet der US-Verbündete Pakistan - selbst seit 1998 im Besitz
der Atombombe - hat seit Jahren einen schwunghaften Handel mit seinem
nuklearen Know-how betrieben. Nordkorea, der Iran und Libyen waren
die Hauptabnehmer, auch China ist in das nukleare Geschäft
verwickelt. Als Drahtzieher des internationalen
Nuklear-Schwarzmarktes fungierte Dr. A. Q. Khan, Vater der
pakistanischen Atombombe und überzeugter Islamist. Seit Jahren bietet
er über Mittelsmänner und Scheinfirmen atomare Ware feil. Staatschef
General Musharraf, unverzichtbarer Partner Washingtons im Kampf gegen
den Terror, verurteilte Khans Taten, doch kaum jemand glaubt ihm
seine Entrüstung: Der florierende Atombasar nütze nämlich nicht nur
dem südasiatischen Dr. Seltsam persönlich, sondern auch dem
pakistanischen Militär. Ein Bericht von Katinka Nowotny.
Iran: Die gescheiterte Revolution
Am 11. Februar 1979 wurde in Teheran der Sieg der iranischen
Revolution verkündet. Wenige Tage davor war Ayatollah Khomeini unter
dem begeisterten Jubel der Bevölkerung aus dem Exil heimgekehrt.
Seine Utopie eines islamischen Gottesstaates bedeutete für viele vom
autoritären Schah-Regime unterdrückten Iraner die Hoffnung auf ein
freieres und gerechteres Leben. Heute - 25 Jahre später - hat sich
eine Diktatur der Mullahs etabliert, die den Reformern und der
Demokratie enge Fesseln angelegt hat. Die meisten Iraner - zwei
Drittel sind unter 30 - haben die Schah-Zeit nicht mehr erlebt und
können auch einem Gottesstaat nichts abgewinnen. Sie wollen mehr
Freiheit. Lorenz Gallmetzer zeichnet den Weg der gescheiterten
Revolution nach und hat in Paris - wo Khomeini im Exil war und später
auch dessen erster Regierungschef Bani-Sadr - den führenden
Iran-Experten Farhad Khosrokhavar um seine Einschätzung gebeten.
Frankreich: Chirac in der Bredouille
Das Urteil gegen seinen Kronprinzen Alain Juppé hat Frankreichs
Präsident Chirac in Bedrängnis gebracht. Juppé wurde für illegale
Parteienfinanzierung und Missbrauch von Steuergeldern im Pariser
Rathaus verurteilt, und wäre Chirac nicht Präsident, stünde er als
damaliger Bürgermeister von Paris selbst vor dem Richter. Die
Reaktion des Präsidenten und seiner konservativen Partei hätte einem
Silvio Berlusconi alle Ehre gemacht: Die Justiz wird attackiert, eine
Untersuchung über den auf die Richter ausgeübten Druck will er nicht
der Richterschaft überlassen, sondern durch ein eigenes Gremium
durchführen lassen. Alain Juppé darf nicht - wie er es angekündigt
hatte - zurücktreten. Eva Twaroch berichtet vom zunehmenden Ärger der
Franzosen über ihren Präsidenten, der die Justiz missachtet, vom
Protest der immer selbstbewusster agierenden Richter und von der
Partei Chiracs, die dennoch am Wochenende den verurteilten Juppé
demonstrativ feierte.
Petersburg: Der Putin Kult
Fünf Wochen sind es noch bis zur russischen Präsidentenwahl. Wladimir
Putin kann sich seiner Wiederwahl sicher sein. Der ehemalige
Geheimdienstmann hat das Land unter Kontrolle, sein schärfster
Widersacher, der Oligarch Michail Chodorkowsky, sitzt seit September
im Gefängnis. Nach guter sowjetischer Tradition wird um den mächtigen
Mann ein Kult aufgebaut, dafür ist ganz besonders Putins Heimatstadt
St. Petersburg geeignet. Schulklassen begeben sich auf die Spuren
seiner Kindheit, organisierte Führungen beleben das
Tourismusgeschäft. Susanne Scholl hat einen Streifzug durch die
imperiale Stadt unternommen, die nun einen neuen "Zaren" verehrt.
OTS0008 2004-02-10/08:33
OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NRF






