- 09.02.2004, 09:57:36
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Inflationsgebundene Anleihen
Wien (OTS) - Die Analysten der VB Investmentbank haben eine Studie
zum Thema Inflation und inflationsgebundene Anleihen veröffentlicht.
Keine akute Inflationsgefahr in Europa
In Europa besteht in den nächsten ein bis zwei Jahren kaum
Inflationsgefahr. Dafür sorgen unter anderem der starke Euro, die
hohe Arbeitslosigkeit und der intensive internationale Wettbewerb.
Auf längere Sicht ist aber durchaus denkbar, dass sich ein Teil des
hohen Geldmengenwachstums der vergangenen Jahre sich auch in höheren
Verbraucherpreisen niederschlägt.
In den USA erste Anzeichen stärkerer Teuerung
Während die US-Notenbank im vergangenen Jahr noch die
Deflationsrisiken, dh. das Risiko eines allgemeinen Preis- und
Nachfragerückgangs, höher schätzte als das Inflationsrisiko, hat sich
das Risiko zuletzt wieder stärker in Richtung leicht höherer Preise
verschoben. Dies geht unter anderem auf die extrem expansive Geld-
und Fiskalpolitik zurück und äußert sich auch in den jüngsten
Umfragen unter Einkaufsmanagern der Industrie, die nun wieder
mehrheitlich von steigenden Preisen berichten.
Absicherung gegen einen Inflationsanstieg
Inflationsgebundene Anleihen bieten Inflationsschutz entweder in
Form eines inflationsgebundenen Kupons, der sich aus einen fixen
Realzins zuzüglich Inflationsrate zusammensetzt, oder in Form einer
wertgesicherten Rückzahlung des Nennwertes, der an einen
Verbraucherpreisindex gekoppelt wird.
Inflationsschutz für Privatanleger
Private Anleger können mit inflationsgebundenen Anleihen einen
Teil der steigenden Lebenshaltungskosten auffangen. Zwar steigen und
fallen auch "normale" Zinsen mit der Inflationsrate, aber der
Zusammenhang ist nicht immer gleich stark, sodass sich bei hoher
Inflation durchaus auch Zeiten mit negativen Realzinsen ergeben
können. Das ist bei inflationsgebundenen Anleihen ausgeschlossen.
Ausgeschlossen ist zumeist auch das Risiko, dass der Realzins
aufgrund einer negativen Inflationsrate unter die urspünglich
vereinbarte Basisverzinsung sinkt. Wie alle variabel verzinslichen
Anleihen haben inflationsgebundene Anleihen eine vergleichsweise
stabile Kursentwicklung. Das macht es dem Anleger leichter, auch in
längere Laufzeiten mit entsprechend besserer Verzinsung zu
investieren, da ein vorzeitiger Verkauf mit geringeren Risiken
behaftet ist als bei einer festverzinslichen Anleihe.
Diversifikationsbeitrag für institutionelle Anleger
Inflationsgebundene Anleihen korrelieren nur vergleichsweise
schwach mit dem Geldmarkt bzw. ihren festverzinslichen Pendants und
haben zudem eine insgesamt stabilere Wertentwicklung. Sie eignen sich
daher gut als Beimischung für größere Anleihenportefeuilles.
Aktuelle Emission
Die zur österreichischen Volksbanken Gruppe gehörende Immobank
begibt seit Ende Jänner eine inflationsgebundene Wandelanleihe bis
20.5.2015. Der Kupon der Anleihe wird halbjährlich bezahlt. Erster
Kupontermin ist der 21. Mai 2004. Der erste Teil-Kupon beträgt 4%
fix. Alle späteren Kuponzahlungen errechnen sich aus einem fixen
Realzins von 1,25% zuzüglich der Euro-Inflationsrate, die aus dem
Harmonisierten Verbraucherpreisindex ohne Tabakwaren für die Eurozone
von Eurostat ermittelt wird. Inflationsraten unter Null werden nicht
berücksichtigt, sodass die Anleihe auch bei Deflation einen Kupon von
mindestens 1,25% zahlt.
Die Inflationsrate der Eurozone betrug zuletzt 2% (Dezember 2003,
Vorausschätzung Jänner 2004) und die Euro-Inflationsrate ex Tabak
1,8% (Dezember 2003). Die österreichische Inflationsrate lag im
Dezember laut Harmonisiertem Verbraucherpreisindex bei 1,3%.
Wie alle Wohnbauanleihen ist auch diese Emission der Immobank auf
zweifache Weise steuerlich begünstigt: Die Anschaffungskosten sind
als Sonderausgaben absetzbar, und der Kupon ist bis 4% von der
KESt-befreit. Wenn der Kupon durch die Inflationsbindung 4%
überschreitet, so unterliegt nur der über 4% liegende Teil des Kupons
der Quellenbesteuerung mit der Kapitalertragssteuer.
Die ausführliche Studie finden Sie Internet unter
http://www.vbib.at
OTS0029 2004-02-09/09:57
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