• 04.02.2004, 11:56:59
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  • OTS0127 OTW0127

Fachverband Bekleidungsindustrie an EU: Auf Worte müssen Taten folgen!

Forderung nach Modernisierung des Präferenzzollrechts weiter aufrecht

Wien (PWK 077) - Die EU-Kommission hat aus Anlaß der
EU-Osterweiterung und vor dem Hintergrund des Wegfalls der ATC-Quoten
einen Bericht über die Wettbewerbsfähigkeit der EU-Bekleidungs- (und
Textil) Industrie erstellt, welche derzeit in den EU-Mitgliedsstaaten
diskutiert wird. Die EU-Kommissare Laiikanen und Lamy stellten dazu
fest, dass die notwendigen Rahmenbedingungen zu schaffen wären, damit
die Wettbewerbsfähigkeit gestärkt werden könne.

"Auf Worte müssen nun Taten folgen" so Kommerzialrat Sima, Obmann des
Fachverbandes der Bekleidungsindustrie und Geschäftsführer der Firma
Gloriette. Daher fordere die österreichische Bekleidungsindustrie von
der EU-Kommission die Modernisierung des Präferenzzollrechts für die
paneuropäische Kumulierung betreffend Rumänien und Bulgarien. Beide
Staaten seien von wachsender Bedeutung für die Vergabe von
Lohnaufträgen und werden noch nicht im Mai 2004 zu EU-Mitgliedern.
Eine Realisierung der Forderung des Fachverbandes der
österreichischen Bekleidungsindustrie würde bedeuten, daß
beispielsweise bei Einsatz von Funktionstextilien aus Japan oder
Taiwan für die Produktion von Sportbekleidung zukünftig kein Zoll
mehr bei Rückbringung aus der Lohnfertigung aus Rumänien oder
Bulgarien anfallen würde. Der selbe Vorteil würde auch bei Einsatz
asiatischer Futterstoffe, Seidenstoffe, Baumwollstoffe, etc. gegeben
sein. Es würde also die Wettbewerbsfähigkeit in zahlreichen Fällen
verbessert werden.
Auch sollte für textile Gewebe als Produkt einer kapitalintensiven
Industrie der Status als hochsensible Produkte im Präferenzzollsystem
für Entwicklungsländer (GSP) aberkannt werden. Dadurch würde der
Bezug derartiger Gewebe kostengünstiger.

Des weiteren wird auch eine Ausdehnung des Präferenzzollraumes der
paneuropäischen Kumulierung auf die Staaten des früheren Jugoslawiens
(Kroatien, Serbien, etc.) gefordert.

Der gegenständliche EU-Bericht setzt auch einen Schwerpunkt zum Thema
der Höherqualifizeriung der Mitarbeiter in den Unternehmen. "Wir
fordern daher, daß die EU dieses grundsätzliche Bekenntnis in der
Realität umsetzt und fachspezifische Weiterbildungsseminare der
Verbände fördert", stellt Dr. Pitnik, Geschäftsführer des
Fachverbandes der Bekleidungsindustrie fest. "Die bisher angebotenen
EU-Programme sind leider nicht auf die Bedürfnisse der klein- und
mittelständisch strukturierten Bekleidungsindustrie zugeschnitten."
Zum Thema Marktzutritt in Drittstaaten drängt Kommerzialrat Sima
darauf, daß sich die EU-Kommission für die Beseitigung der
GOST-Zertifizierung in Rußland einsetze. Im übrigen solle die
Thematik Marktzutritt nicht überbewertet werden, da die meisten
Entwicklungsländer kein Marktpotential für europäische Markenprodukte
seien. (Us)

OTS0127    2004-02-04/11:56

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