Bekannte Wiener Eislaufplätze: Historischer Überblick

Wien (OTS) - Zwischen Tradition und Innovation spannt sich die Geschichte bekannter Wiener Eislaufplätze auf. Heute ist es besonders der Eislaufplatz vor dem beleuchteten Wiener Rathaus, der, umgeben von einer historischen Kulisse, dem Eislaufen noch bis Anfang März einen spektakulären Stellenwert verleiht. Ein Überblick über ausgesuchte Wiener Eislaufplätze.

Engelmann und Wien - eine Verbindung mit Tradition

Der legendäre Eislaufplatz Engelmann in Hernals war einst der Reigen der österreichischen Europameister und Weltmeister, die ein halbes Jahrhundert hindurch Österreich eine Vormachtstellung im Eiskunstlauf sicherten und Wien zur unbestrittenen Kunstlaufmetropole der Welt machten.

Im Jahre 1871 wurde dem Fabriksbesitzer Eduard Engelmann von der k.k. Bezirkshauptmannschaft die Gewerbeberechtigung für eine Eisbahn erteilt. Dies war die offizielle Geburtsstunde der "Eisbahn Engelmann", die 1879 erstmals durch große Plachen vor den winterlichen Sonnenstrahlen geschützt wurde. Unter musikalischer Begleitung einer Drehorgel konnte man also beim "Engelmann" auch bei milderen Temperaturen dem Eislaufvergnügen frönen. Mit seinem Wahlspruch "Den WienerInnen das beste Eis am öftesten bieten" machte Engelmann damals das sogenannte "Hernalser Spiegeleis" berühmt.

Die 1. Freiluft-Kunsteisbahn der Welt

Dipl.-Ing. Eduard Engelmann jun. übernahm 1894 von seinem Vater die Leitung des Eislaufplatzes. Der technisch versierte Oberbaurat begann 1907 mit dem Bau einer Kunsteis-Anlage. Schlangenrohre im Ausmaß von 12 km Länge wurden verlegt, umfangreiche Kältekompressoren errichtet und am 10. November 1909 wurde bei einer Außentemperatur von "6 Grad Wärme" die 1.Freiluft-Kunsteisbahn der Welt ins Leben gerufen, die in der Faschingszeit auch für Kostümfeste diente. Unter der Leitung der dritten Generation, Direktor "Edi" Engelmann, wurde die Anlage laufend erweitert und modernisiert. In den Jahren bis 1932 wurden Tribünen errichtet, das Maschinenhaus bedeutend vergrößert, eine zentrale Heizung mit Warmwasser installiert und auch eine Lautsprecheranlage am Platz errichtet. Die Eisfläche umfasste 3000m2 und wurde 1936 durch eine Eistrainingshalle erweitert. Kurz nach dem Tod von Oberbaurat Engelmann am 31. Oktober 1944 wurde der Eislaufplatz Engelmann durch Bombentreffer völlig zerstört. Es blieb ihm erspart, sein Lebenswerk vernichtet zu sehen.

Eislaufen auf dem Warenhausdach

Mit tatkräftiger Hilfe von Karl Schäfer, dem erfolgreichsten Eiskunstläufer aller Zeiten und Schwiegersohn von Oberbaurat Eduard Engelmann, wurde 1950 der Eislaufplatz Engelmann wieder halbwegs fertiggestellt. 1954 bis 1964 gab es im Sommer am Engelmann-Platz auch ein Sportbad, das für nationale und internationale Veranstaltungen prädestiniert war. Im Winter wurde das Bad abgedeckt und mit den Kühlrohren für den Eislaufbetrieb belegt.

1972 verkaufte die Familie Engelmann die Rechte an der traditionsreichen Sportstätte für den Bau eines Großmarktes an einen Warenhauskonzern, mit der Auflage, dass der Eislaufplatz erhalten bleiben müsse. Grund und Boden blieben im Besitz der Familie. Unter dem Motto "Engelmann am Dach" wurde 1974 die neue Anlage mit 2600 m2 auf dem Kaufhaus eröffnet. Der ASKÖ hatte von 1989 bis 1996 die Leitung inne, bis dato führt jedoch wieder der Kunsteisbahn-Verein Engelmann erfolgreich den Betrieb.

Eislaufen beim "Wiener Eislaufverein"

Im Jahr 1867 hat dieser Platz, unweit der Inneren Stadt beim Stubentor, seine Pforten geöffnet. Mit einem Lokomobil wurde das Wasser des Wien-Flusses auf den Platz gepumpt. Nur wenn die Temperaturen unter Null sanken, konnte man dem Eislaufvergnügen frönen. 1901 wurde der Eislaufplatz an der heutigen Stelle errichtet, 1913 die neue Kunsteisbahn eröffnet. Der Wiener Eislaufverein, zwischen dem Hotel Intercont und dem Konzerthaus gelegen, zählt mit seinen 6.000 m2 Eisfläche zu den größten Freiluft-Kunsteislaufplätzen der Welt.

Eishockey und Eislaufen - die "Albert-Schultz-Halle" macht's möglich

Die einstige "Donau-Park-Eishalle" musste dem Bau der heutigen Hochhäuser auf der Donauplatte weichen, der Eislaufplatz übersiedelte interimistisch in die Sporthalle Hopfergasse an der Brigittenauer Lände um schließlich in der neu errichteten Albert Schultz-Halle seine Bleibe zu finden. Die Albert Schultz-Halle in Wien-Donaustadt wurde Anfang 1995 eröffnet und nach dem 1992 verstorbenen Bezirksvorsteher Albert Schultz benannt. Neben der Haupthalle für etwa 4.300 Besucher, die auch die Heimstätte des Wiener Eishockey Vereines "Vienna Capitals" ist, bietet die zweite Halle erweiterte Trainingsmöglichkeiten und steht vor allem Eissportfans als ideale Freizeiteinrichtung zur Verfügung. Unter http://www.sport.wien.at/ bietet das Sportamt der Stadt Wien Jugendeislaufen für Kindergärten, Schulen und Horte. Eislaufen für die ganze Familie und heiße Rhythmen in der Eis-Disco locken ebenso wie Eishockey-Wettkämpfe der Bundesliga. Übrigens: Am 13. Februar werden sich die "Vienna Capitals" und der "HC Innsbruck" in der Albert Schultz-Halle ein heißes Gefecht liefern.

Eislaufvergnügen in der Wiener Stadthalle

Die Haupthalle der Wiener Stadthalle wurde in den Jahren 1954 bis 1957 nach den Plänen des Architekten Prof. Dr. Roland Rainer erbaut. 1994 wurde der gesamte Komplex der Wiener Stadthalle fertiggestellt. Neben der Haupthalle, die durch außergewöhnliche Stahlkonstruktion beeindruckt, der zwei großen Mehrzweckhallen für Veranstaltungen und zwei Sporthallen mit Schwimmbad, dient die sogenannte "Eishalle C" für Eislaufvergnügen pur.

Infos im Überblick:

o "Wiener Eistraum 2004" (bis 7.3.) 1., Rathausplatz Eistraum Hotline: 01/ 40 900 40

http://www.wienereistraum.com
o Wiener Eislaufverein (bis 7.3.)

3., Lothringerstraße 22 Tel.: 01/713 63 53-0 o Albert Schultz-Eishalle (bis 15.3.) 22., Attemsgasse 1 Tel.: 01/ 20 485 80

http://www.sport.wien.at/
o Eiskunstlaufbahn Engelmann Verein (bis 7.3.)

Syringgasse 6-8 1170 Wien Tel.: 01/ 405 14 25 http://www.engelmann.co.at/ o Wiener Stadthalle (bis 14.3.) 15., Vogelweidplatz 14 Tel.: 01/ 98 100-0

http://www.stadthalle.com
(Schluss) rom

Rückfragen & Kontakt:

PID-Rathauskorrespondenz:
http://www.wien.at/vtx/vtx-rk-xlink/
Anne Charis Rhomberg
Tel.: 4000/81 378
rac@m53.magwien.gv.at

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