Oesterreichische Computer Gesellschaft (OCG): Das E-Government Gesetz erfordert Qualifikationsmaßnahmen.

Die von Bill Gates heute in Wien angedeuteten Produktentwicklungen sind auf die Verwendbarkeit entsprechend dem Gesetz zu prüfen und zu ergänzen.

Wien (OTS) - Prof. Dr. Judmann (TU Wien, Vorstand d. OCG): "Das Gesetz beinhaltet die Anwendung von Spitzentechnologien mit hohen Sicherheitsstandards. Die wesentlichen Vereinfachungen für die Bürger erfordern rasche Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen, sowie gewaltige Anstrengungen der Industrie, die Softwareprodukte an die hohen Standards anzupassen. Die von Bill Gates in Wien heute angekündigten Entwicklungen erfordern zu ihrer Verwendbarkeit entsprechend dem Gesetz Erweiterungen und Ergänzungen".

Die Verabschiedung des E-Government Gesetzes stellt für die Softwareindustrie und den öffentlichen Sektor eine große Herausforderung dar. Derzeit weit verbreitete Softwareprodukte sind für die Verwendung entsprechend dem E-Government Gesetz nicht ohne Änderungen oder Zusätze geeignet.

Die heutige Rede von Microsoft Gründer Bill Gates anlässlich seines Wien-Besuches zeigt einmal mehr, dass wesentliche Integrationskonzepte (Stichwort Seamless Computing) umgesetzt werden müssen, um den Anwendern effektiven Nutzen moderner IKT zu ermöglichen. Auch wenn spezifische Funktionen, wie sie für die Anwendungen entsprechend dem E-Government Gesetz in Österreich erforderlich sind, nicht expressis verbis das Thema waren, ergibt sich eine wichtige Konsequenz: Es muss alles daran gesetzt werden, die Europäische Softwareindustrie darin zu unterstützen, die erforderlichen Produkte zu entwickeln und zu integrieren. Dabei kann Österreich eine Vorreiterrolle in einem technologisch anspruchsvollen Gebiet übernehmen und wesentliche Chancen nützen.

Das E-Government Gesetz bildet die rechtliche Grundlage zum Einsatz moderner Technologien im Hinblick auf eine erhebliche Vereinfachung und Qualitätsverbesserung des Kontaktes der Bürger mit den Behörden. Wesentliche gesetzliche Bestimmungen, mit denen die Verfahren geregelt sind, wurden dabei den Begriffen und Möglichkeiten der neuen Technologien (z.B. der digitalen Signatur und der elektronischen Zustellung von Dokumenten) angepasst.

Die Oesterreichische Computer Gesellschaft erwartet durch die Umsetzung des Gesetzes, dass innerhalb weniger Jahre im Zusammenhang mit weiteren Projekten wie beispielsweise der e-Card die geplanten Vereinfachungen erreicht und eine flächendeckende Modernisierung des öffentlichen Sektors realisiert werden kann. Somit rückt auch die Umsetzung der eEurope 2005 Ziele der Europäischen Kommission in nächster Nähe.

Als Risikofaktor und Herausforderung muss allerdings erkannt werden, dass diese Technologien derzeit nur Teilen der Bevölkerung zugänglich sind. Es besteht daher ein erheblicher Qualifikationsbedarf die Bürger und Behörden betreffend. Gefordert wird eine Ausbildungsinitiative im Bereich der IT Anwendungen im öffentlichen Behördenverkehr.

Das Forum E-Government (http://egov.ocg.at/) der Oesterreichischen Computer Gesellschaft (OCG) informiert regelmäßig zum Thema. In fünf Arbeitsgruppen (Best Practice, E-Democracy/E-Voting, Organisation, Recht, Technik) werden Fragen zu E-Government aus Sicht der Verwaltung, der Wirtschaft und der Wissenschaft im Rahmen einer unabhängigen Plattform untereinander ausgetauscht und gemeinsam Lösungen an die Öffentlichkeit gebracht. Ein derartiges Sprachrohr bilden die jährlichen e|Gov Days des Forums, die heuer von 12. bis 16. März in Wien und Budapest stattfinden.

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