Volksanwalt Mag. Stadler kritisiert Gewaltanwendung der Exekutoren gegen 8-Jährigen

Amtswegiges Prüfverfahren eingeleitet

Wien (OTS) - "Als "unfassbar" bezeichnet Volksanwalt Mag. Ewald

Stadler die Vorgangsweise der beiden Gerichtsvollzieher, die einen 8-Jährigen im Salzburger Großgmain mit brachialer Gewalt auf Grund eines Gerichtsbeschlusses von seinem Vater wegholen wollten, was mit Verletzungsverdacht und Krankenhauseinlieferung des Buben endete. Das amtswegige Prüfverfahren wurde von Volksanwalt Stadler bereits heute mit einem Schreiben an den Justizminister eingeleitet.****

Die Vorgeschichte: Obsorgestreitigkeiten nach einem Scheidungsverfahren, der Bub will beim Vater in Österreich bleiben und nicht zur Mutter nach Schweden.

"Es geht darum, die Rechte des Kindes zu wahren. Amtshandlungen, die zur Verletzung von Kindern führen, sind indiskutabel und mit dem Wesen des Rechtsstaates unvereinbar," so Volksanwalt Mag. Stadler. Auch werde die Volksanwaltschaft prüfen, inwieweit das Verhalten der Gerichtsvollzieher strafrechtlich relevant ist.

Ausdrücklich hält der Volksanwalt fest, dass es sich um eine Überprüfung der Vorgangsweise der Gerichtsvollzieher und nicht der unabhängigen Gerichtsbarkeit handelt. "Aufgabe der Volksanwaltschaft ist es, die Bevölkerung und insbesondere die Allerschwächsten, nämlich die Kinder, vor missstandverdächtigem Vorgehen von Behörden und Organen zu schützen."

Dessen ungeachtet verlangt Volksanwalt Mag. Stadler eine grundsätzliche Diskussion über den Stellenwert der Wünsche des Kindes in Obsorgeverfahren und über das Einfühlungsvermögen von Pflegschaftsrichtern in die Situation von Kindern, die von ihren Eltern in Partnerschaftsstreitigkeiten instrumentalisiert werden."

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