WKÖ: Berufsinformations-Kooperation mit AMS, ORF und doro-productions

In einem gemeinsamen Projekt wurden Berufsinformationsfilme für Jugendliche entwickelt, die im ORF-Jugendmagazin "25" gesendet werden

Wien (PWK061) - Berufsinformation ist ein fundamentaler
Bestandteil zukunftsorientierter Arbeitsmarkt- und Bildungspolitik. Richtige Berufsentscheidungen tragen maßgeblich zu einem erfüllten Leben bei, während falsche Entscheidungen vielfach nur schwer und nur zu hohen persönlichen und volkswirtschaftlichen Kosten wieder rückgängig gemacht werden können. "Daher ist es wichtig, dass Berufsentscheidungen einerseits auf einem höchstmöglichen Informationsstand über die eigenen Stärken und Schwächen und Potentiale sowie andererseits über Berufsprofile und Möglichkeiten am Arbeitsmarkt getroffen werden", sagte Anna-Maria Hochhauser, stellvertretende Generalsekretärin der WKÖ, bei der Präsentation der Berufsinfo-Kooperation mit AMS, ORF und doro-productions.

Hochhauser: "Der Ausbau und die Verbesserung der Berufsorientierung ist nicht nur ein politisches Ziel und ein bildungspolitischer Schwerpunktbereich der Arbeit der Wirtschaftskammern sondern auch eine Vorgabe an uns selbst." Auf diesem Gebiet sind WKÖ und AMS die maßgeblichen Akteure. Alleine in den zuständigen Abteilungen von WKO und WIFI kommt es jährlich zu mindestens 100.000 Kontakten zwischen interessierten Jugendlichen und den Beratern der Wirtschaftskammer bzw. des WIFI.

In allen Bundesländern gibt es dafür Berufsinformationszentren der Wirtschaftskammern. Der Schwerpunkt der Aktivitäten liegt darin, Jugendlichen ein praktisches Erleben von Berufen und Branchen zu ermöglichen. Die Stärken der WK-Beratungseinrichtungen liegen in deren Praxisbezug durch die direkte Einbindung von engagierten Unternehmensvertretern. In diesem Zusammenhang sei auf den Berufsinformationscomputer "bic" aufmerksam gemacht (www.bic.at). Die Wirtschaftskammern verfügen damit über Österreichs umfassendstes online-Instrument in der Berufsorientierung.

"Die heute vorgestellten Filme sind unser aktuellstes Engagement und eine wichtige Ergänzung zu unseren Aktivitäten", sagte Hochhauser. Gemeinsam mit dem AMS wurden die Filme, gestaltet von Rudi Dolezal von doro-productions, produziert, die sich in Gestaltung und Aufmachung an ein junges Zielpublikum richten. Ziel ist es, Jugendlichen die Möglichkeit zu bieten, einen Blick hinter die Kulissen ihres Traumberufs zu werfen. "Die verstärkte Berufsinformation gerade bei Lehrberufen ist von enormer Wichtigkeit", betonte Herbert Böhm, Vorstandsmitglied des AMS-Österreich. "Schon heute stammen 47% aller Unternehmensneugründungen aus Lehrlingskarrieren."

Isabella Henkel, Redaktionsleiterin von 25 - das Magazin: "In den kommenden sieben Wochen wird der ORF in 25 - das Magazin jeweils Mittwochs in kurzen Spots Berufsbilder für Jugendliche vorstellen. Der erste Film wird morgen, Mittwoch, ausgestrahlt." Rudi Dolezal, von doro-productions ergänzt: "Bereits ab heute sind die Kurzfassungen der Filme im Internet im Bildungschannel der WKÖ unter wko.at abrufbar und die Vollversionen können über das Österreichische Filmservice bezogen werden."

Grundsätzlich ist die Berufswahl der Jugendlichen noch von klassischen Mustern geprägt: Mehr als 50% aller weiblichen Lehrlinge entscheiden sich für einen der drei Berufe Verkäuferin, Friseurin oder Bürokauffrau. Bei den Burschen ist die Verteilung ein wenig ausgeglichener, doch auch hier fallen auf die zehn beliebtesten Berufe knapp 50% aller Lehrlinge. Die Möglichkeiten, die sich in den rund 270 Lehrberufen bieten, werden von den Jugendlichen zu wenig genutzt. Gründe sind fehlende Informationen zu Möglichkeiten abseits der Modeberufe, die zu verzerrten Berufsimages und zur Situation führt, dass einige Jugendliche keine Lehrstelle finden, während viele Unternehmen ihre Ausbildungsplätze nicht vergeben können. Daher kann verstärkte Berufsinformation auch zu einer höheren Lehrstellenauslastung führen.

Neben WKÖ und AMS ist aber auch die Politik gefordert. Jugendliche haben in der Regel erst mit 13 oder 14 Jahren Zugang zur Berufsinformation. Denn erst in der 7. und 8. Schulstufe gibt es die verbindliche Übung Berufsorientierung und Bildungsinformation (BOBI) an den Hauptschulen und AHS-Unterstufen. Im internationalen Vergleich ist die für Berufsinformation in den Schulen zur Verfügung stehende Stundenzahl sehr gering. Weiters sind die im Rahmen von Schulveranstaltungen abgehaltenen Praxistage in Unternehmen in den meisten Fällen viel zu kurz. Hochhauser: "Mit 1-2 Tagen liegen wir hier auch im internationalen Vergleich weit zurück. In Dänemark etwa verbringen die meisten Schüler der 7. bis 9. Schüler mindestens zwei Wochen in verschiedenen Praxisbereichen, ähnlich ist es Norwegen oder in Kanada." (BS)

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