• 26.01.2004, 12:36:59
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Hoscher: "Klimaerwärmung erfordert Masterplan für Österreichs Wintersportorte"

Wien (SK) "Wenn ein tourismuspolitischer Masterplan für die
Wintersportregionen Österreichs in Zukunft fehlt, werden viele
Schiorte aufgrund der weltweiten Klimaerwärmung Marktanteile
gegenüber höheren Regionen verlieren", betonte SPÖ-Tourismussprecher
Dietmar Hoscher am Montag bei einer Pressekonferenz. Hoscher forderte
von Wirtschaftsminister Bartenstein, eine auf Ortsebene
herabrechenbare Studie zu finanzieren, die sich mit den möglichen
Auswirkungen von Klimaveränderungen auf den österreichischen
Wintertourismus beschäftigt. - "Noch haben wir genügend Zeit um mit
Alternativkonzepten unaufgeregt auf die Problematik der
Klimaerwärmung zu reagieren. Um den dafür nötigen Diskussionsprozess
zu unterstützen, wird die SPÖ am Mittwoch einen Entschließungsantrag
in der Nationalratssitzung einbringen." ****

Ein Masterplan müsse vor allem für jene Gemeinden
Alternativen aufzeigen, so Hoscher, die unter 100 Tagen
Winter(schi)saison liegen, bzw. in Zukunft liegen werden. Noch habe
Österreich vor allem bei den Preisen und im Wellnessbereich gegenüber
der Schweiz einige Wettbewerbsvorteile, so Hoscher, aber das Problem
sei, dass in Österreich fast 90 Prozent der Schigebiete in ihrer
Schneesicherheit gefährdet seien und in der Schweiz aufgrund der
höheren Lagen 'nur' rund 44 Prozent.

Das klassische Bild des Wintersporttourismus, das nur das
alpine Schi- und Snowboardfahren, Bad/Sauna und Spazierengehen kenne,
erläuterte der SPÖ-Tourismussprecher, müsse sich sicher in Zukunft
ändern. Alternativen seien unter anderem im Ausbau von Themenstraßen,
kulturellen Angeboten, die jedoch auch historisch gewachsen sein
müssen und im Bereich alternativer Sportarten, wie Eisgolfen und
Eisklettern zu suchen, so Hoscher.

Wichtig seien insbesonders ökologisch vertretbare
(Neu)-Erschließungen, unterstrich Hoscher, der darauf hinwies, das
dabei vor allem die Auflagen im Rahmen der Alpenschutzkonvention zu
beachten seien. Problematisch sei auch die Tatsache, dass es mit der
künstlichen Beschneiung alleine auch nicht getan sei, da es zuerst
einer durchgehenden natürlichen Schneedecke auf den Pisten bedarf,
die schon jetzt teilweise nicht mehr gewährleistet sei. Hoscher:
"Zudem kommt noch, dass Touristen nicht nur beschneite Bänder auf den
Pisten haben wollen. Schiorte wie z. B. Kitzbühel, die auf nur rund
760m liegen, werden hier Probleme bekommen."

Hoscher kritisierte auch die Aussagen des Soziologen Bernd
Marin, der darauf hinwies, dass nicht Jugendliche und junge
Erwachsene beworben werden müssten, sondern ältere, kaufkräftigere
Gruppen. - "Es ist Dilettantismus sich nicht auf die Jugend zu
konzentrieren, denn zufriedene Kinder und Jugendliche kommen später
wieder. Außerdem gibt es ja nicht nur sündteure Fünf-Sterne Hotels,
sondern auch viele kleinere Pensionen in den Wintersportorten."

Auch die Liftbetreiber befinden sich in einer bedrohlichen
finanziellen Lage, so Hoscher. Das Problem sei, dass diese rund 530
Millionen Euro in Beschneiungsanlagen und Lifte investiert haben, was
mehr als 50 Prozent ihres Unsatzes ausmache und in Zukunft bewirken
könne, dass zu wenig Eigenkapital vorhanden sei. Hoscher forderte im
Zuge des Masterplans, Konzepte zwischen Bund, Ländern und Gemeinden
zu erarbeiten um die Lage der österreichischen Liftbetreiber zu
verbessern.

Abschließend betonte Hoscher noch, dass es für zahlreiche
Regionen in Österreich äußerst prekär sei, wenn der Tourismus
wegbreche. - "Hier kommt es sonst zu großen sozialen und
wirtschaftlichen Problemen. Wenn der Tourismus tot ist, ist auch die
Region tot." Maßnahmen, wie vermehrtes Destinations- und
Informationsmarketing, sowie günstigere Jugend- und
Kinderliftkartenpreise könnten auch noch einiges dazu beitragen,
schloss Hoscher. (Schluss) rr

OTS0117    2004-01-26/12:36

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