Hoscher: "Klimaerwärmung erfordert Masterplan für Österreichs Wintersportorte"

Wien (SK) "Wenn ein tourismuspolitischer Masterplan für die Wintersportregionen Österreichs in Zukunft fehlt, werden viele Schiorte aufgrund der weltweiten Klimaerwärmung Marktanteile gegenüber höheren Regionen verlieren", betonte SPÖ-Tourismussprecher Dietmar Hoscher am Montag bei einer Pressekonferenz. Hoscher forderte von Wirtschaftsminister Bartenstein, eine auf Ortsebene herabrechenbare Studie zu finanzieren, die sich mit den möglichen Auswirkungen von Klimaveränderungen auf den österreichischen Wintertourismus beschäftigt. - "Noch haben wir genügend Zeit um mit Alternativkonzepten unaufgeregt auf die Problematik der Klimaerwärmung zu reagieren. Um den dafür nötigen Diskussionsprozess zu unterstützen, wird die SPÖ am Mittwoch einen Entschließungsantrag in der Nationalratssitzung einbringen." ****

Ein Masterplan müsse vor allem für jene Gemeinden Alternativen aufzeigen, so Hoscher, die unter 100 Tagen Winter(schi)saison liegen, bzw. in Zukunft liegen werden. Noch habe Österreich vor allem bei den Preisen und im Wellnessbereich gegenüber der Schweiz einige Wettbewerbsvorteile, so Hoscher, aber das Problem sei, dass in Österreich fast 90 Prozent der Schigebiete in ihrer Schneesicherheit gefährdet seien und in der Schweiz aufgrund der höheren Lagen 'nur' rund 44 Prozent.

Das klassische Bild des Wintersporttourismus, das nur das alpine Schi- und Snowboardfahren, Bad/Sauna und Spazierengehen kenne, erläuterte der SPÖ-Tourismussprecher, müsse sich sicher in Zukunft ändern. Alternativen seien unter anderem im Ausbau von Themenstraßen, kulturellen Angeboten, die jedoch auch historisch gewachsen sein müssen und im Bereich alternativer Sportarten, wie Eisgolfen und Eisklettern zu suchen, so Hoscher.

Wichtig seien insbesonders ökologisch vertretbare (Neu)-Erschließungen, unterstrich Hoscher, der darauf hinwies, das dabei vor allem die Auflagen im Rahmen der Alpenschutzkonvention zu beachten seien. Problematisch sei auch die Tatsache, dass es mit der künstlichen Beschneiung alleine auch nicht getan sei, da es zuerst einer durchgehenden natürlichen Schneedecke auf den Pisten bedarf, die schon jetzt teilweise nicht mehr gewährleistet sei. Hoscher:
"Zudem kommt noch, dass Touristen nicht nur beschneite Bänder auf den Pisten haben wollen. Schiorte wie z. B. Kitzbühel, die auf nur rund 760m liegen, werden hier Probleme bekommen."

Hoscher kritisierte auch die Aussagen des Soziologen Bernd Marin, der darauf hinwies, dass nicht Jugendliche und junge Erwachsene beworben werden müssten, sondern ältere, kaufkräftigere Gruppen. - "Es ist Dilettantismus sich nicht auf die Jugend zu konzentrieren, denn zufriedene Kinder und Jugendliche kommen später wieder. Außerdem gibt es ja nicht nur sündteure Fünf-Sterne Hotels, sondern auch viele kleinere Pensionen in den Wintersportorten."

Auch die Liftbetreiber befinden sich in einer bedrohlichen finanziellen Lage, so Hoscher. Das Problem sei, dass diese rund 530 Millionen Euro in Beschneiungsanlagen und Lifte investiert haben, was mehr als 50 Prozent ihres Unsatzes ausmache und in Zukunft bewirken könne, dass zu wenig Eigenkapital vorhanden sei. Hoscher forderte im Zuge des Masterplans, Konzepte zwischen Bund, Ländern und Gemeinden zu erarbeiten um die Lage der österreichischen Liftbetreiber zu verbessern.

Abschließend betonte Hoscher noch, dass es für zahlreiche Regionen in Österreich äußerst prekär sei, wenn der Tourismus wegbreche. - "Hier kommt es sonst zu großen sozialen und wirtschaftlichen Problemen. Wenn der Tourismus tot ist, ist auch die Region tot." Maßnahmen, wie vermehrtes Destinations- und Informationsmarketing, sowie günstigere Jugend- und Kinderliftkartenpreise könnten auch noch einiges dazu beitragen, schloss Hoscher. (Schluss) rr

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