- 22.01.2004, 09:20:21
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Motorrad nach wie vor gefährlichstes Verkehrsmittel
Unfälle, Verletzte und Getötete bei Einspurigen sind im vergangenen Jahr drastisch gestiegen. Stadt Wien und KfV setzen auf Sensibilisierung.
Wien (OTS) - Im Jahr 2003 (Zahlen von Jänner bis einschließlich
November) ereigneten sich 7667 Unfälle mit Beteiligung einspuriger
Kfz, das bedeutet eine Steigerung um 446 Unfälle gegenüber dem
Vergleichszeitraum des Jahres 2002. Dabei wurden 8759 Personen
verletzt (2002: 8208) und 164 getötet (2002: 140).
"Leider kann man bei dieser Bilanz nicht von Rückgängen sprechen,
daher ist weiterhin konsequente und verstärkte Sicherheitsarbeit zu
leisten. Es gibt keine Lorbeeren, auf die es sich lohnen würde
auszuruhen", warnt Dr. Othmar Thann, Direktor des Kuratorium für
Verkehrssicherheit (KfV).
Stadt Wien und KfV mit SAFEBIKE auf Motorrad-Messe "Die Bike 2004"
Im Rahmen der Motorradmesse "Die Bike 2004" sind die Stadt Wien (MA
46) und das KfV mit der Motorradsicherheitsaktion SAFEBIKE vertreten,
bei der Sensibilisierung, Fahrtechniktraining und Bewusstseinsbildung
im Mittelpunkt stehen. Die Messe findet vom 22. bis 25.1. 2004 im
Messegelände Wien, jeweils von 10:00 bis 19:00 Uhr, statt. Der
Messestand des KfV und der Stadt Wien befindet sich in der Halle 10,
Stand 402d. "Im neuen Masterplan Verkehr steht Verkehrssicherheit in
der Prioritätenliste ganz oben. Ebenso wichtig wie Masterpläne sind
dann aber auch konkrete und erfolgreiche Projekte - die Aktion
SAFEBIKE ist ein hervorragendes Beispiel dafür", steht für den
Stadtrat für Stadtentwicklung und Verkehr, DI Rudolf Schicker, fest.
SAFEBIKE-Motorradfrühschoppen wieder im Frühling 2004
SAFEBIKE wird seit Jahren mit großem Erfolg durchgeführt und richtet
sich an rund 70.000 einspurig motorisierte WienerInnen. Bei den
beliebten Motorradfrühschoppen erhalten Motorradfahrer
Übungsmöglichkeiten unter qualifizierter Anleitung und können den
bewährten KfV-Bremstest konsumieren. Bei diesem können die
Motorradfahrer ihre Fertigkeiten an den Bremshebeln selbst erfahren
und mit Unterstützung einer objektiven Messung verbessern.
Motorradfrühschoppen werden an mehreren Samstagen im Frühjahr
stattfinden. Alle aktuellen Details und Termine werden demnächst
unter www.safebike.at zu finden sein.
Motorrad gefährlichstes Verkehrsmittel
Immerhin ist das Unfallrisiko für Motorrad-Lenker fast viermal so
hoch wie für Pkw-Lenker. 17 Prozent aller Motorrad-Unfälle mit
Personenschaden passieren in Wien. Dieser hohe Anteil ist beachtlich,
vor allem in Anbetracht dessen, da Wien kein klassischer Ort für
Motorradfahrer ist - diese zieht es eher ins Umland. Daraus
resultiert, dass viele Wiener das Motorrad als tägliches
Verkehrsmittel benutzen.
Richtiges Bremsen beeinflusst Unfallgeschehen
Nach internationalen Forschungsergebnissen sind 54 Prozent der
Motorradunfälle durch gutes und richtiges Bremsen (bzw. durch
Ausrüstung mit ABS) generell positiv beeinflussbar. Das heißt, dass
Stürze oder Kollisionen überhaupt vermeidbar wären oder zumindest die
Verletzungsfolgen verminderbar. Wien hat aber ein anders gelagertes
Unfallgeschehen, als das, das diesen Erkenntnissen zugrunde liegt.
Das bedeutet umgerechnet, dass es sich bei Unfällen mit
Personenschaden in Wien sogar um etwa 65 Prozent der Unfälle handelt,
die mit guten und sicheren Bremsen bzw. mit ABS positiv beeinflussbar
sind. Rund einem Fünftel der Zusammenstöße zwischen Motorrad und Pkw
geht ein Sturz des Motorradfahrers voraus. In den meisten Fällen wohl
deshalb, weil in der Schreckreaktion die Bremsen zu stark bedient
werden und dadurch die Räder blockieren. Geschätzt wird, dass ABS in
über 90 Prozent dieser Fälle wirksam wäre.
OTS0038 2004-01-22/09:20
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