Kummer-Symposium (I): "Keine Denkverbote bei Sozialreformen"

Erstes Dr. Karl-Kummer-Symposium an der Politischen Akademie der ÖVP - Sozialsprecher Tancsits gegen Denkverbote bei Sozialreformen

Wien (OTS) - "Das Prinzip der sozialen Verantwortung" stand
gestern Abend im Mittelpunkt des ersten Dr. Karl-Kummer-Symposiums aus Anlass des 100. Geburtstags des christlichsozialen Sozialreformers an der Politischen Akademie. Als sozialpolitische Herausforderung formulierte Akademie-Präsident Günther Burkert-Dottolo, dass der Wohlfahrtsstaat kein reagierender, sondern ein sozial investierenden Staat sein müsse. +++

Neugebauer: Keine Demontage des Sozialstaats

Der neue ÖAAB-Obmann Fritz Neugebauer stellt klar, dass die "Demontage des Sozialstaates mehr Propaganda als Wirklichkeit" sei. Die Arbeitnehmer- und die Sozialpolitik stünden allerdings unter Druck zur Umgestaltung. Neugebauer betonte die Notwendigkeit der Vermögensbildung in Arbeitnehmerhand. Ziel sei es, das Kummer-Institut wieder zu jener Plattform werden zu lassen, "wo unsere programmatischen Ziele untermauert werden." Der ÖAAB-Obmann unterstrich den Ansatz Karl Kummers, Arbeitsverträge nicht als schuldrechtliche Verhältnisse, sondern als Gesellschaftsverträge zu verstehen.

Tancsits: Keine Denkverbote bei Sozialreformen

ÖVP-Sozialsprecher Walter Tancsits erklärte zum Thema Sozialreformen: "Es ist falsch, auf jeden Veränderungsbedarf sofort mit dem Schlagwort "Neoliberalismus" zu antworten". Das Bekenntnis zu permanenter Sozialreform verband Tancsits mit der Absage an geistige Denkverbote. Als Beispiele für Reformbereiche nannte der ÖVP-Sozialsprecher das Arbeitsrecht, wo angesichts der neuen Arbeitsformen Mindeststandards und Mindestsicherung notwendig seien, Weiterbildungsangebote neben der Berufstätigkeit und den Umbau des Gesundheitssystems Richtung Prävention. Tancsits: "Es ist nicht solidarisch, wenn ein schwergewichtiger Kettenraucher alles umsonst bekommt, während Eltern die Zahnregulierung der Kinder selbst bezahlen müssen."

(Fortsetzung folgt)

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