SP-Deutsch zu Personalsituation bei Pflege: "Stadt setzt laufend Maßnahmen, Handlungsbedarf liegt beim Bund!"

Wien (SPW-K) - "Der Personalmangel im Pflegebereich ist ein europaweites Problem", reagierte heute der Sprecher der SPÖ-Fraktion der Untersuchungskommission, Gemeinderat Christian Deutsch, auf Aussagen von VP-Tschirf und FP-Landauer. "Die demografische Entwicklung macht mehr Personal in diesem Bereich erforderlich, von Seiten der Stadt wurden und werden Maßnahmen gesetzt. Aber der Bund behindert Wien bei der Anstellung dringend benötigter qualifizierter PflegerInnen aus dem Ausland durch restriktive Ausländergesetze." Welch hohen Stellenwert die ZuwanderInnen im Pflegebereich haben, zeige die Tatsache, "dass mehr als 65 Prozent des Pflegepersonals nicht in Österreich geboren ist." ****

Bereits im Jahr 2001 habe Stadträtin Pittermann darauf hingewiesen, dass das Niveau der Pflege nur durch weiteres ausländisches Pflegepersonal aufrecht erhalten werden kann, so Deutsch weiter. "In einem Gemeinderatsbeschluss im Herbst 2003 wurde festgehalten, dass Wien dringend Pflegepersonal aus dem Ausland benötigt. Der zuständige Minister Bartenstein ist also zum Handeln aufgefordert."

Von der Stadt seien jedenfalls bereits viele Maßnahmen eingeleitet worden: "Für 2004 ist eine Imagekampagne in Vorbereitung: Von 19. bis 23. April findet in der Volkshalle im Rathaus eine Informationsmesse für SchülerInnen und Interessierte statt findet, wo sich die Krankenpflegeschulen vorstellen. Bereits im Jahr 2002 hat eine Kampagne statt gefunden, wo es im darauffolgenden Ausbildungsjahr 23 Prozent mehr Interessierte für den Pflegeberuf als im Jahr davor gegeben hat."

Die durchschnittliche Verweildauer im Pflegeberuf betrage jedoch vier bis sechs Jahre: Um diese zu erhöhen, gelte es auch, den gesellschaftlichen Stellenwert der im Beruf Tätigen zu heben sowie Maßnahmen wie zum Beispiel die Geriatriezulage, die seit 1. Jänner alle Bediensteten in geriatrischen Einrichtungen der Stadt Wien erhalten, zu schaffen.

Verbesserungen habe es aber auch durch die Bettenreduktion gegeben, unterstrich der Gemeinderat. "So wurde die Zahl der 8-Bett Zimmer im Geriatriezentrum am Wienerwald dramatisch reduziert. Derzeit gibt es noch 25 8-Bett-Zimmer, im September 2003 waren es 116. Im Geriatriezentrum am Wienerwald werden daher laufend Betten abgebaut: Insgesamt seit Oktober bereits 189!" Ziel sei es, maximal 4-Bett-Zimmer zu schaffen.

"Um das Pflegepersonal verstärkt durch Zivildiener unterstützen zu können, wird der KAV die finanziellen Mittel für mehr Zivildienstpflichtige aufstocken", so Deutsch abschließend. (Schluss)

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