• 14.01.2004, 13:04:32
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SP-Deutsch zu Personalsituation bei Pflege: "Stadt setzt laufend Maßnahmen, Handlungsbedarf liegt beim Bund!"

Wien (SPW-K) - "Der Personalmangel im Pflegebereich ist ein
europaweites Problem", reagierte heute der Sprecher der SPÖ-Fraktion
der Untersuchungskommission, Gemeinderat Christian Deutsch, auf
Aussagen von VP-Tschirf und FP-Landauer. "Die demografische
Entwicklung macht mehr Personal in diesem Bereich erforderlich, von
Seiten der Stadt wurden und werden Maßnahmen gesetzt. Aber der Bund
behindert Wien bei der Anstellung dringend benötigter qualifizierter
PflegerInnen aus dem Ausland durch restriktive Ausländergesetze."
Welch hohen Stellenwert die ZuwanderInnen im Pflegebereich haben,
zeige die Tatsache, "dass mehr als 65 Prozent des Pflegepersonals
nicht in Österreich geboren ist." ****

Bereits im Jahr 2001 habe Stadträtin Pittermann darauf
hingewiesen, dass das Niveau der Pflege nur durch weiteres
ausländisches Pflegepersonal aufrecht erhalten werden kann, so
Deutsch weiter. "In einem Gemeinderatsbeschluss im Herbst 2003 wurde
festgehalten, dass Wien dringend Pflegepersonal aus dem Ausland
benötigt. Der zuständige Minister Bartenstein ist also zum Handeln
aufgefordert."

Von der Stadt seien jedenfalls bereits viele Maßnahmen eingeleitet
worden: "Für 2004 ist eine Imagekampagne in Vorbereitung: Von 19. bis
23. April findet in der Volkshalle im Rathaus eine Informationsmesse
für SchülerInnen und Interessierte statt findet, wo sich die
Krankenpflegeschulen vorstellen. Bereits im Jahr 2002 hat eine
Kampagne statt gefunden, wo es im darauffolgenden Ausbildungsjahr 23
Prozent mehr Interessierte für den Pflegeberuf als im Jahr davor
gegeben hat."

Die durchschnittliche Verweildauer im Pflegeberuf betrage jedoch
vier bis sechs Jahre: Um diese zu erhöhen, gelte es auch, den
gesellschaftlichen Stellenwert der im Beruf Tätigen zu heben sowie
Maßnahmen wie zum Beispiel die Geriatriezulage, die seit 1. Jänner
alle Bediensteten in geriatrischen Einrichtungen der Stadt Wien
erhalten, zu schaffen.

Verbesserungen habe es aber auch durch die Bettenreduktion
gegeben, unterstrich der Gemeinderat. "So wurde die Zahl der 8-Bett
Zimmer im Geriatriezentrum am Wienerwald dramatisch reduziert.
Derzeit gibt es noch 25 8-Bett-Zimmer, im September 2003 waren es
116. Im Geriatriezentrum am Wienerwald werden daher laufend Betten
abgebaut: Insgesamt seit Oktober bereits 189!" Ziel sei es, maximal
4-Bett-Zimmer zu schaffen.

"Um das Pflegepersonal verstärkt durch Zivildiener unterstützen zu
können, wird der KAV die finanziellen Mittel für mehr
Zivildienstpflichtige aufstocken", so Deutsch abschließend. (Schluss)

OTS0140    2004-01-14/13:04

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