• 12.01.2004, 16:23:22
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Wirtschaft reklamiert Werbesteuer-Abschaffung für 2005

Ruttinger: Kommunikationsbranche profitiert - "Sehen Steuerreform ohne Abschaffung der Werbeabgabe aber mit einem lachenden und einem weinenden Auge"

Wien (PWK 014) - "Dass diese weltweit einzigartige Abgabe
weggehört, ist jedem klar, wer den Entfall finanzieren soll,
niemandem", klagt Walter Ruttinger, Bundesobmann des Fachverbandes
Werbung in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ). Und er verweist
auf die Verhandlungen betreffend den Finanzausgleich zwischen Bund,
Ländern und Gemeinden: "Das Hin- und Herschieben der Verantwortung
bewirkt, dass die anachronistische Werbeabgabe pragmatisiert wird."
Der Großteil der Abgabe von 900 Millionen Euro pro Jahr fließe von
den einhebenden Finanzämtern an die Gemeinden, die sich natürlich mit
Händen und Füssen gegen jeden Einnahmenverlust sträuben würden. "Die
bevorstehenden Finanzausgleichsverhandlungen zwischen Bund, Ländern
und Gemeinden müssen unbedingt dazu genützt werden, eine Lösung zu
finden. Dafür macht sich der Fachverband stark!", so Ruttinger.

Dem gegenüber betont der Fachverband Werbung in der WKÖ, es könne
nicht seine Aufgabe sein, Ersatz-Geldquellen für die Gemeinden zu
besorgen. Im internationalen Vergleich für den gesamten
Wirtschaftsstandort schädliche Abgaben seien ersatzlos zu beseitigen,
bevor Konzerne Werbung in Österreich streichen, weil diese in bezug
auf die Kosten pro Kontakt zu teuer wird. Besonders die im Sommer
2003 erfolgte Ausweitung der fünfprozentigen Abgabe auf Postwurf ist
in keiner Weise geeignet, die baldige Abschaffung glaubhaft zu
machen. Bereits im vergangenen Jahr hatte der Fachverband Wind davon
bekommen, dass die Abschaffung der Werbeabgabe in der kürzlich
regierungsseitig vorgestellten Steuerreform nicht enthalten sein
würde. Die darauf erfolgten Interventionen bei Regierung und
sämtlichen Abgeordneten der Regierungsparteien brachten zwar eine
ganze Anzahl von Zustimmungsschreiben der Politik, aber keine
Berücksichtigung des Wunsches der Wirtschaft, die weltweit
einzigartige Steuer auf Marktkommunikation kurzfristig zu beseitigen.
 
Während der Kampf um die Beseitigung der Werbeabgabe um eine vom
Fachverband geplante und gemeinsam mit der Fachgruppe Wien
konzipierte Medienkampagne in den nächsten Monaten bereichert werden
soll, sieht der Fachverband in der jüngsten Steuerreform auch
positive Aspekte. So sei die Steuerhalbierung auf nicht entnommenen
Gewinn (bis zu einem Höchstbetrag von 100.000 Euro) unmittelbar für
etwa ein Drittel der über 14.000 aktiven Mitgliedsbetriebe
lukrierbar. Das Eigenkapital, welches branchenbedingt bei im Schnitt
unter 20 Prozent liegt, kann dadurch bereits ab dem Fiskaljahr 2004
gestärkt werden.

Allerdings wird im Zusammenhang auch die Abschaffung der Kreditsteuer
- ebenfalls ein österreichisches Unikum - durch den Fachverband
eingefordert.  Die aktuelle Steuerreform bringt ab 2005 den
Kapitalgesellschaften - sprich den größeren Mitgliedsbetrieben - die
Reduktion des Körperschaftssteuersatzes auf 25 Prozent. Damit bleibt
der Standort Österreich für die größeren Mitgliedsbetriebe unter den
Werbeagenturen, Außenwerbeunternehmen, Messeveranstaltern,
Marktforschern und Werbemittelverteilern attraktiv, mögliche
Abwanderungspläne in die Beitrittsländer werden damit hintangehalten.
(JR)

OTS0175    2004-01-12/16:23

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