• 09.01.2004, 13:23:26
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Wöchentlicher Finanzmarktkommentar der Volksbank Investmentbank AG

Wien (OTS) -

USD      Euribor    Dt. Bund   ATX      DAX     DJ Ind.
             je EUR   3m         10y

 9.Jän.04    1,273    2,10 %     4,22 %     1627,3   4052,6  10592,4
 2.Jän.04    1,260    2,12 %     4,25 %     1559,6   4007,5  10453,9
 Veränderung -1,05%   -0,02%Pkt  -0,04%Pkt  4,35 %   1,12 %  1,33 %

Die jüngsten Daten bestätigen, dass die USA und Europa ihr
Wachstumstempo Ende des abgelaufenen Jahres weiter gesteigert haben
und lassen auf eine anhaltende Konjunkturerholung in den kommenden
Monaten schließen. Kommende Woche ist der Datenkalender für die USA
voll. Vor allem das Beige Book der Fed wird am 14.1. einen aktuellen
Lagebericht liefern.

Die EZB hat die Leitzinsen erwartungsgemäß unverändert bei 2,00
Prozent zu belassen. Da in der Eurozone kein Inflationsdruck
vorhanden ist und die Konjunktur noch auf tönernen Füßen steht,
rechnen wir frühestens im letzten Quartal des Jahres mit einer
Zinserhöhung. Von politischer Seite wird die EZB gedrängt, aufgrund
der Schwäche des Dollar und des Höhenfluges des Euro die Zinsen zu
senken. Einen solchen Schritt halten wir nur im Falle einer
Währungskrise für wahrscheinlich, auch wenn natürlich von einem
starken Euro dämpfende Effekte auf die Exporte aus der Eurozone
ausgehen. Am Geldmarkt der Eurozone ist daher weiter mit sehr
niedrigen Zinsen zu rechnen.

Die Anleiherenditen sind in den USA und auch in der Eurozone im
Wochenverlauf im gesamten Laufzeitbereich leicht gesunken. Angesichts
der dynamischen Konjunktur in den USA und der allmählichen Belebung
in der Eurozone sind die Renditen zwar vergleichsweise niedrig, wir
gehen aber in naher Zukunft weiter von anhaltend niedrigen Renditen
auf aktuellem Niveau aus. Dafür sprechen die noch für einige Zeit
stabil niedrigen Geldmarktsätze und der fehlende Inflationsdruck. Wir
erwarten, dass die fallende Tendenz bei den Inflationsraten noch weit
in das Jahr 2004 anhält.

Für die Aktienmärkte geht eine gute Woche zu Ende. Die meisten
Indizes konnten ihren Aufwärtstrend fortsetzen, der ATX legte
besonders dynamisch zu und erreichte zwischenzeitlich mit einem
Indexwert von 1633,8 den höchsten Stand seit Anfang der 90er. In den
USA eröffnete Alcoa mit sehr guten Quartalszahlen die Berichtsaison
und Nokia überraschte mit einer sehr optimistischen Gewinnprognose.
Die Schätzungen für die kommende Woche anstehenden
Unternehmensergebnisse sind durchwegs positiv, so dass mit anhaltend
freundlichen Aktienmärkten gerechnet werden kann.

Der Dollar steht weiterhin unter intensiven Abwertungsdruck.
Gegenüber dem Euro erreichte der Dollar in den letzten Wochen ein
Rekordtief nach dem anderen. Dabei belasten erneut aufgekeimte
Terrorgefahr, Sorgen um das US Leistungsbilanz- und Haushaltsdefizit
und die Aussicht auf anhaltend niedrige Zinsen die Währung. Die
deutlich bessere Wachstumsperfomance der USA reicht nicht mehr aus,
um die niedrigen US-Zinsen zu kompensieren. Dementsprechend sind die
Kapitalströme aus der Eurozone in die USA nahezu ausgetrocknet.
Wahrscheinlich werden die G7 Finanzminister auf ihrem nächsten
Treffen im Februar erneut die Währungsentwicklung als Thema
aufgreifen. Die Abwertungstendenz des Dollars dürfte dadurch aber
nicht gestoppt werden. In Japan ist die Bereitschaft zu
Währungsinterventionen sehr hoch. Der Yen hat zum Dollar deswegen
wesentlich geringer aufgewertet als z.B. der Euro oder der Schweizer
Franken. Die Dollarschwäche wird somit weiter auf den Wechselkurs des
Yen zum Euro abgewälzt und den Wechselkurs in naher Zukunft auf hohem
Niveau halten.

OTS0132    2004-01-09/13:23

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