Wöchentlicher Finanzmarktkommentar der Volksbank Investmentbank AG

Wien (OTS) -

USD Euribor Dt. Bund ATX DAX DJ Ind. je EUR 3m 10y 9.Jän.04 1,273 2,10 % 4,22 % 1627,3 4052,6 10592,4 2.Jän.04 1,260 2,12 % 4,25 % 1559,6 4007,5 10453,9 Veränderung -1,05% -0,02%Pkt -0,04%Pkt 4,35 % 1,12 % 1,33 %

Die jüngsten Daten bestätigen, dass die USA und Europa ihr Wachstumstempo Ende des abgelaufenen Jahres weiter gesteigert haben und lassen auf eine anhaltende Konjunkturerholung in den kommenden Monaten schließen. Kommende Woche ist der Datenkalender für die USA voll. Vor allem das Beige Book der Fed wird am 14.1. einen aktuellen Lagebericht liefern.

Die EZB hat die Leitzinsen erwartungsgemäß unverändert bei 2,00 Prozent zu belassen. Da in der Eurozone kein Inflationsdruck vorhanden ist und die Konjunktur noch auf tönernen Füßen steht, rechnen wir frühestens im letzten Quartal des Jahres mit einer Zinserhöhung. Von politischer Seite wird die EZB gedrängt, aufgrund der Schwäche des Dollar und des Höhenfluges des Euro die Zinsen zu senken. Einen solchen Schritt halten wir nur im Falle einer Währungskrise für wahrscheinlich, auch wenn natürlich von einem starken Euro dämpfende Effekte auf die Exporte aus der Eurozone ausgehen. Am Geldmarkt der Eurozone ist daher weiter mit sehr niedrigen Zinsen zu rechnen.

Die Anleiherenditen sind in den USA und auch in der Eurozone im Wochenverlauf im gesamten Laufzeitbereich leicht gesunken. Angesichts der dynamischen Konjunktur in den USA und der allmählichen Belebung in der Eurozone sind die Renditen zwar vergleichsweise niedrig, wir gehen aber in naher Zukunft weiter von anhaltend niedrigen Renditen auf aktuellem Niveau aus. Dafür sprechen die noch für einige Zeit stabil niedrigen Geldmarktsätze und der fehlende Inflationsdruck. Wir erwarten, dass die fallende Tendenz bei den Inflationsraten noch weit in das Jahr 2004 anhält.

Für die Aktienmärkte geht eine gute Woche zu Ende. Die meisten Indizes konnten ihren Aufwärtstrend fortsetzen, der ATX legte besonders dynamisch zu und erreichte zwischenzeitlich mit einem Indexwert von 1633,8 den höchsten Stand seit Anfang der 90er. In den USA eröffnete Alcoa mit sehr guten Quartalszahlen die Berichtsaison und Nokia überraschte mit einer sehr optimistischen Gewinnprognose. Die Schätzungen für die kommende Woche anstehenden Unternehmensergebnisse sind durchwegs positiv, so dass mit anhaltend freundlichen Aktienmärkten gerechnet werden kann.

Der Dollar steht weiterhin unter intensiven Abwertungsdruck. Gegenüber dem Euro erreichte der Dollar in den letzten Wochen ein Rekordtief nach dem anderen. Dabei belasten erneut aufgekeimte Terrorgefahr, Sorgen um das US Leistungsbilanz- und Haushaltsdefizit und die Aussicht auf anhaltend niedrige Zinsen die Währung. Die deutlich bessere Wachstumsperfomance der USA reicht nicht mehr aus, um die niedrigen US-Zinsen zu kompensieren. Dementsprechend sind die Kapitalströme aus der Eurozone in die USA nahezu ausgetrocknet. Wahrscheinlich werden die G7 Finanzminister auf ihrem nächsten Treffen im Februar erneut die Währungsentwicklung als Thema aufgreifen. Die Abwertungstendenz des Dollars dürfte dadurch aber nicht gestoppt werden. In Japan ist die Bereitschaft zu Währungsinterventionen sehr hoch. Der Yen hat zum Dollar deswegen wesentlich geringer aufgewertet als z.B. der Euro oder der Schweizer Franken. Die Dollarschwäche wird somit weiter auf den Wechselkurs des Yen zum Euro abgewälzt und den Wechselkurs in naher Zukunft auf hohem Niveau halten.

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