AK-Kritik an Folgen der Lkw-Maut "wenig kompetent"

Fachverband Güterbeförderung weist Kritik zurück - "Straße und Schiene lassen sich nicht beliebig gegeneinander ausspielen"

Wien (PWK009) - Als wenig überzeugend weist der Geschäftsführer des Fachverbandes Güterbeförderung in der WKÖ, Rudolf-Christian Bauer, die jüngsten Äußerungen der Arbeiterkammer zum Thema Lkw-Maut zurrück: "Die AK war eine der stärksten Befürworterinnen des Road Pricing und wundert sich jetzt, dass die Preise steigen. Der gesamten Wirtschaft von heute auf morgen eine Kostenbelastung von 600 Millionen Euro aufzuhalsen und zu glauben, dass nichts teurer wird, ist tatsächlich wenig kompetent".

Bemerkenswert sei, dass die AK bis vor kurzem sogar noch höhere Lkw-Mautsätze befürwortet hatte. Die jetzt schon von ihr beanstandeten Preisanpassungen wären dann mit Sicherheit noch höher ausgefallen.

"Die Experten der AK waren von dem Gedanken beseelt, den Lkw-Verkehr massiv zu belasten. Sie hatten gehofft, mehr Güterverkehr auf die Bahn zu bringen und die Zahl der Lkw auf der Straße zu verringern. Doch nicht einmal in den vergangenen Zeiten der Zentralverwaltungswirtschaft war es möglich, den Güterverkehr auf die Bahn zu zwingen", hält Bauer fest. Über die Art des Verkehrs entscheide letztlich der Verlader, nach Maßgabe der Transportstrecke, der Art der Güter, der Transportzeit und der verfügbaren Transportkapazitäten.

Straße und Schiene sind, so Bauer weiter, zwei Verkehrsträger, die unterschiedliche Systemvorteile und -nachteile haben. Man könne sie nicht generell wechselweise ersetzen, sondern nur die jeweils größten Vorteile für den konkret geplanten Transport nützen. Die Entscheidung über den Transportauftrag liege weder beim Straßen-Transporteur noch bei der Bahn. Beide Unternehmensgruppen können nur durch passende Angebote Entscheidungshilfen bieten.

Wirtschaft und Transporteure haben immer auf die Konsequenzen hingewiesen, die mit dem 600 Millionen Euro teuren Mautpaket zwangsläufig verbunden sind, erinnert Bauer. Der naive politische Wunsch, den Lkw-Verkehr zu verteuern, sei als Zukunftsstrategie zu wenig. Mit der neuen Maut für Lkw und Busse stehe zwar mehr Geld für den Bau des hochrangigen Straßennetzes zur Verfügung, die Maßnahme bringe aber auch eine Verschlechterung des Wirtschaftsstandortes Österreich mit sich. "Die Standortnachteile (Abwanderung von Betrieben, Auftragsverluste wegen zu teurer Transportwege) werden zwar schleichend eintreten, dürften dafür aber umso schmerzlicher sein". Es sei zu befürchten, dass in weiterer Folge Arbeitsplätze sowie den Kommunen, den Ländern und dem Finanzminister Einnahmen verloren gehen. "Es wäre eine lohnende Aufgabe, darüber nachzudenken, statt Polemiken zu verfassen", merkt Bauer in diesem Zusammenhang an.

Zusammenfassend könne man sagen, dass der Mautstart gelungen ist. Die gemeinsamen Anstrengungen des Mautbetreibers Europpass, der Asfinag und der WKÖ haben sich gelohnt. Es wurde sachlich und professionell gearbeitet. "Wir wissen zwar, dass es da und dort noch kleine Mängel gibt. An deren Behebung wird intensiv gearbeitet. Wir von der Wirtschaft helfen nach Kräften mit. Auch die AK ist dazu herzlich eingeladen". (hp)

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Fachverband Güterbeförderung
Mag. Rudolf-Christian Bauer
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