- 08.01.2004, 14:10:43
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AK-Kritik an Folgen der Lkw-Maut "wenig kompetent"
Fachverband Güterbeförderung weist Kritik zurück - "Straße und Schiene lassen sich nicht beliebig gegeneinander ausspielen"
Wien (PWK009) - Als wenig überzeugend weist der Geschäftsführer
des Fachverbandes Güterbeförderung in der WKÖ, Rudolf-Christian
Bauer, die jüngsten Äußerungen der Arbeiterkammer zum Thema Lkw-Maut
zurrück: "Die AK war eine der stärksten Befürworterinnen des Road
Pricing und wundert sich jetzt, dass die Preise steigen. Der gesamten
Wirtschaft von heute auf morgen eine Kostenbelastung von 600
Millionen Euro aufzuhalsen und zu glauben, dass nichts teurer wird,
ist tatsächlich wenig kompetent".
Bemerkenswert sei, dass die AK bis vor kurzem sogar noch höhere
Lkw-Mautsätze befürwortet hatte. Die jetzt schon von ihr
beanstandeten Preisanpassungen wären dann mit Sicherheit noch höher
ausgefallen.
"Die Experten der AK waren von dem Gedanken beseelt, den Lkw-Verkehr
massiv zu belasten. Sie hatten gehofft, mehr Güterverkehr auf die
Bahn zu bringen und die Zahl der Lkw auf der Straße zu verringern.
Doch nicht einmal in den vergangenen Zeiten der
Zentralverwaltungswirtschaft war es möglich, den Güterverkehr auf die
Bahn zu zwingen", hält Bauer fest. Über die Art des Verkehrs
entscheide letztlich der Verlader, nach Maßgabe der Transportstrecke,
der Art der Güter, der Transportzeit und der verfügbaren
Transportkapazitäten.
Straße und Schiene sind, so Bauer weiter, zwei Verkehrsträger, die
unterschiedliche Systemvorteile und -nachteile haben. Man könne sie
nicht generell wechselweise ersetzen, sondern nur die jeweils größten
Vorteile für den konkret geplanten Transport nützen. Die Entscheidung
über den Transportauftrag liege weder beim Straßen-Transporteur noch
bei der Bahn. Beide Unternehmensgruppen können nur durch passende
Angebote Entscheidungshilfen bieten.
Wirtschaft und Transporteure haben immer auf die Konsequenzen
hingewiesen, die mit dem 600 Millionen Euro teuren Mautpaket
zwangsläufig verbunden sind, erinnert Bauer. Der naive politische
Wunsch, den Lkw-Verkehr zu verteuern, sei als Zukunftsstrategie zu
wenig. Mit der neuen Maut für Lkw und Busse stehe zwar mehr Geld für
den Bau des hochrangigen Straßennetzes zur Verfügung, die Maßnahme
bringe aber auch eine Verschlechterung des Wirtschaftsstandortes
Österreich mit sich. "Die Standortnachteile (Abwanderung von
Betrieben, Auftragsverluste wegen zu teurer Transportwege) werden
zwar schleichend eintreten, dürften dafür aber umso schmerzlicher
sein". Es sei zu befürchten, dass in weiterer Folge Arbeitsplätze
sowie den Kommunen, den Ländern und dem Finanzminister Einnahmen
verloren gehen. "Es wäre eine lohnende Aufgabe, darüber nachzudenken,
statt Polemiken zu verfassen", merkt Bauer in diesem Zusammenhang an.
Zusammenfassend könne man sagen, dass der Mautstart gelungen ist. Die
gemeinsamen Anstrengungen des Mautbetreibers Europpass, der Asfinag
und der WKÖ haben sich gelohnt. Es wurde sachlich und professionell
gearbeitet. "Wir wissen zwar, dass es da und dort noch kleine Mängel
gibt. An deren Behebung wird intensiv gearbeitet. Wir von der
Wirtschaft helfen nach Kräften mit. Auch die AK ist dazu herzlich
eingeladen". (hp)
OTS0127 2004-01-08/14:10
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