• 07.01.2004, 17:03:00
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"Vorarlberger Nachrichten" Kommentar: "Scheinheilig" (Von Kurt Horwitz)

Ausgabe vom 08.01.2004

Wien (OTS) - Das neue Jahr ist erst wenige Tage alt, und schon
zeigen ÖVP und die von ihr dominierte Regierung demonstrativen
Arbeitseifer. Zehn "große Aufgaben" hat sich die Volkspartei bei
ihrer gestrigen Klausur vorgenommen, darunter so nebulose wie das
"Erarbeiten des Aufschwungs".
Bereits übermorgen wird dann in Salzburg eine "Steuerreformklausur"
stattfinden. Die "Arbeitssitzung" wird allerdings nur ganze drei
Stunden dauern, dann stehen Presseinformation und Mittagessen auf dem
Programm. "Eventuell" wird dann am Nachmittag weiter gearbeitet -
sicher ist das nicht, obwohl es laut Finanzminister Grasser um die
"größte Strukturreform" der zweiten Republik geht. Ein Schelm, wer
bei solchen Terminen nicht an ernste Arbeit, sondern nur an
öffentlichkeitswirksame Aktionitis denkt.
Ein Schelm natürlich erst recht, wer die Annullierung der kirchlichen
Erst-Ehe der Frau Außenminister und die kürzlich erfolgte Bekanntgabe
ihrer kirchlichen (Wieder-)Verheiratung (nach immerhin zehn Jahren
standesamtlich beglaubigten Zusammenlebens) mit ihrer
Präsidentschafts-Kandidatur in Zusammenhang bringt. Für eine reine
PR-Aktion hätten sich gewiss weder der Salzburger Erzbischof Alois
Kothgasser noch Nationalratspräsident Andreas Khol als Trauzeuge
hergegeben.
Nein, all das hat nichts mit Scheinheiligkeit und dem Vortäuschen von
Arbeitseifer zu tun. Es wird ernst gearbeitet und aus tiefster
Überzeugung annulliert und kirchlich geheiratet. Und wer’s glaubt,
wird eventuell wirklich selig.

OTS0116    2004-01-07/17:03

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