- 06.01.2004, 11:44:00
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Elfi von Dassanowsky wird 80
Los Angeles/Wien (OTS) - Prof. Elfi von Dassanowsky feiert am 2.
Februar ihren 80. Geburtstag. Sie ist international für ihre
einzigartige Arbeit als Pionierin der Filmproduktion und als
Multitalent in der österreichischen Kunst- und Kulturszene nach dem
Zweiten Weltkrieg bekannt. Dassanowsky ist die einzige
Österreicherin, der die angesehene Auszeichnung "Living Legacy Award"
des Women’s International Center verliehen wurde. Außerdem wurde sie
mit der UNESCO Mozart Medaille, dem französischen Ordre des Arts et
Lettres sowie von den Städten Wien und Los Angeles ausgezeichnet.
Dassanowsky wurde am 2. Februar 1924 in Wien geboren. Mit 15
Jahren war sie als Protegé des Konzertpianisten Emil von Sauer die
jüngste jemals an der Wiener Hochschule für Musik und darstellende
Kunst zugelassene Frau. Noch als Studentin wurde sie vom
Wien-Film-Regisseur Karl Hartl damit beauftragt, Curd Jürgens zum
Zwecke von Filmaufnahmen Klavierunterricht zu geben.
Da sie die Mitgliedschaft in NS-Organisationen verweigerte, musste
sie ihr Studium für einen längeren Arbeitsdienst unterbrechen, auch
ein Angebot für eine Filmrolle von der UFA Berlin lehnte sie 1944 ab.
1946 gab Elfi von Dassanowsky ihr Operndebüt als Susanna in
Mozarts Figaros Hochzeit am Stadttheater St. Pölten und veranstaltete
Konzerte für das Alliierte Oberkommando in Wien.
Elfi von Dassanowsky ist eine der wenigen Frauen in der Geschichte
der Filmindustrie. Bereits im Alter von 22 Jahren war sie eine der
jüngsten Mitgründerinnen eines Filmstudios: Belvedere Film, das erste
neue Filmatelier in Wien nach dem Krieg. Mit ihren älteren Partnern
August Diglas und Emmerich Hanus schuf das Studio solche Klassiker
wie "Die Glücksmühle" (1946) und "Märchen vom Glück" (1949) und
verschaffte Gunther Philipp und Nadja Tiller ihre ersten Filmrollen.
Dassanowsky spielte Hauptrollen in Dramen, Komödien und
Operetten-Revuen, unterstützte die Gründung von Theatergruppen wie
das "Podium" und war Rundfunksprecherin für Allied Forces
Broadcasting und die BBC. Später war sie mit ihrer One-Woman-Show in
Westdeutschland auf Tournee, gab Meisterklassen für Gesang und
Klavier und war ein bevorzugtes Modell für den österreichischen Maler
Franz Xaver Wolf.
In den 60er Jahren zog sie es vor, in Hollywood hinter der Kamera
zu bleiben statt ein Starlet zu werden, wobei sie als Stimmtrainerin
für Regisseur und Produzent Otto Preminger arbeitete. Sie wurde in
Los Angeles zur erfolgreichen Geschäftsfrau und gründete 1999
zusammen mit ihrem Sohn Belvedere Film neu, mit Sitz in Los Angeles
und Wien. Als Produzentin des preisgekrönten Kurzfilms "Semmelweis"
(USA/Österreich 2001) und der Spionagekomödie "Wilson Chance" (USA
2004) ist sie heute eine der wenigen Frauen mit einer führenden
Position in der Filmindustrie.
OTS0017 2004-01-06/11:44
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