Tauschitz: Kein Zwang zur Ganztagsschule

Kein Abschieben von Kindern in die Schule - Verbesserung der Nachmittagsbetreuung Gebot der Stunde

Klagenfurt (OTS) - Die Junge Volkspartei Kärnten lehnt den Vorschlag von SP-Spitzenkandidat Peter Ambrozy, wonach 50% der heimischen Schulen bis 2010 zu Ganztagesschulen umfunktioniert werden sollen, dezidiert ab. "Man darf die Schüler zur Ganztagesschule nicht zwingen", warnt Stephan Tauschitz, Landesobmann der Jungen Volkspartei Kärnten.

Das österreichische Schulsystem entspreche zwar nicht mehr den aktuellen Anforderungen, die von der Gesellschaft gestellt werden; die Schülerinnen und Schüler aber deshalb den ganzen Tag in die Schule zu sperren, sei nicht der richtige Weg, ist man in den Jungen Volkspartei überzeugt. Nachmittagsbetreuung solle zwar professioneller und frequentierter, nicht aber verpflichtend angeboten werden.

Wichtig ist Tauschitz vor allem die Wahlfreiheit. Diese sei in der Ganztagsschule nicht mehr gegeben, wenn Pflichtfächer an allen Wochentagen über Vormittag und Nachmittag verteilt würden, ist Tauschitz überzeugt.

"Auch wenn Kinder Zeit in Anspruch nehmen, kann man sie nicht einfach in die Schule abschieben", kritisiert der Landesobmann den SP-Vorstoß. Jugendliche den ganzen Tag in der Schule zu lassen und ihnen die Möglichkeit auf individuelle Freizeitgestaltung und die Bildung sozialer Kompetenz außerhalb der Schule zu nehmen, sei jedenfalls keine pädagogische Glanzleistung, ist Tauschitz überzeugt.

Wesentlich besser ist laut Tauschitz ein attraktives, freiwilliges Nachmittagsbetreuungsangebot mit Wahlfreiheit:
Beispielweise bleibe der Jugendliche am Montag, Mittwoch und Freitag am Nachmittag in der Schule und nehme das Betreuungsangebot mit Lernzeiten, Sportzeiten und beispielsweise Benutzungsmöglichkeit des Computerlabors an, am Dienstag verbringe er Zeit mit Freunden und am Donnerstag sei er bei den Pfadfindern und dann beim Gitarrekurs in der Musikschule.

Tauschitz: "Es ist wichtig, dass Jugendliche lernen, ihre Freizeit individuell zu gestalten. Bei Engagement in Vereinen, in der Musikschule usw. wird man nicht nur vom Schulstress abgelenkt, man entwickelt auch soziale Kompetenz. Das sind Dinge, die den Jugendlichen erhalten bleiben müssen", schloss Tauschitz.

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