• 01.01.2004, 11:49:40
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  • OTS0022 OTW0022

Strasser: Erneut weniger Verkehrstote - 922 im abgelaufenen Jahr

Bisher niedrigstes Gesamtergebnis seit 52 Jahren

Wien (OTS) - Das Bundesministerium für Inneres gibt für das Jahr
2003 auf Grund der Berichte der Bundesgendarmerie und Bundespolizei
über das vorläufige Unfallgeschehen mit tödlichem Ausgang auf dem
österreichischen Bundesgebiet bekannt, dass es im abgelaufenen Jahr
auf den öffentlichen Straßen Österreichs zu 840 tödlichen Unfällen
mit 922 Verkehrstoten kam.

Dieses vorläufige Ergebnis bedeutet nicht nur einen neuerlichen
Rückgang von 3,5 % oder 34 Getöteten gegenüber dem Vorjahr, sondern
auch die bisher absolut niedrigste Zahl seit 52 Jahren (1951).
Gegenüber 1972, dem bisher schwärzesten Jahr in der Unfallstatistik
(2948 Tote) ist die Zahl um über zwei Drittel gesunken.

Für Innenminister Dr. Ernst Strasser muss das Bemühen aller
Verantwortlichen für mehr Verkehrssicherheit fortgesetzt werden. "Wir
sind am richtigen Weg", kommentiert der Innenminister die vorläufigen
Unfallzahlen des Jahres 2003. Den "richtigen Weg" der punktgenauen
Kontrollen, intensiven Aufklärung und entsprechenden Vorbeugung, will
der Innenminister fortsetzen: "Punktgenaue Kontrollen von auffälligen
und rücksichtslosen Lenkern durch eine personell und technisch gut
gerüstete Exekutive, geeignete straßenbauliche und
fahrzeugsicherheitstechnische Maßnahmen sowie eine intensive
Aufklärung und Bewusstseinsbildung für ein verantwortungsvolles
Miteinander im Straßenverkehr durch uns alle."

Strasser dankt allen verantwortungsbewussten Verkehrsteilnehmern
und den Kolleginnen und Kollegen der Exekutive, für ihren
konsequenten und persönlichen Einsatz im täglichen Kampf für mehr
Sicherheit auf Österreichs Strassen und appelliert erneut an alle
Verkehrsteilnehmer: "Nur gemeinsam können wir unser Ziel - die Zahl
der Verkehrsopfer weiter zu senken - erreichen."

Nach Bundesländern aufgeschlüsselt ergibt sich folgendes Bild:
Burgenland 52 Verkehrstote (2002: 37), Kärnten 57 (83),
Niederösterreich 275 (261), Oberösterreich 172 (176), Salzburg 59
(58), Steiermark 182 (163), Tirol 64 (100), Vorarlberg 17 (33) und
Wien 44 (45) (siehe Anhang). Stärkere Zunahmen gab es dabei im
Burgenland (hier ereignete sich auch der schwerste Unfall des
Jahres; am 18. Juli auf der A 2 mit 6 Toten) und in der Steiermark
(außergewöhnlich viele schwere Unfälle, fast ausnahmslos im Freiland
- wo vorwiegend höheren Fahrgeschwindigkeiten gefahren werden - bei
denen 2 oder mehrere Tote zu beklagen waren).Die Bundesländer
Kärnten, Tirol und Vorarlberg erreichten das günstigste Ergebnis der
letzten 35 Jahre.

Bei den tödlichen Verkehrsunfällen im Jahr 2003 verloren 523
PKW-Insassen, 39 Lkw-Insassen, 112 Motorrad-Fahrer, 1
Autobus-Insasse, 44 Moped-Fahrer, 58 Radfahrer, 123 Fußgänger und 22
Sonstige (Traktor-Lenker, Microcar, etc.) ihr Leben. Gegenüber dem
Vorjahr ergeben sich hier Anstiege bei den Motorrad- und LKW-Fahrern,
Rückgänge hingegen bei den Fußgängern und Radfahrern.
Ein starker Anstieg war heuer bei den getöteten Motorradfahrern zu
verzeichnen. Insgesamt verunglückten 112 Lenker bzw. Mitfahrer
tödlich, das sind um 22 oder 24,4 % mehr als im Vorjahr und so viel
wie in den "schlechten" Jahren 1997 und 2000. Bei den Altersgruppen
der getöteten Motorradfahrer lässt sich keine Altersgruppe als
besonders gefährdet hervorheben. Es kann angenommen werden, dass sich
das Einstiegsalter der unerfahrenen Fahranfänger auf alle
Altergruppen verteilt. Der "Jahrhundert-Sommer" hat natürlich auch zu
einem verstärkten Motorrad-Fahraufkommen (Urlaubs- und
Ausflugsverkehr) beigetragen, die Zulassungszahlen steigen seit den
90-er Jahren ebenfalls sehr stark an.

Die Exekutive wird die klassischen Motorradstrecken weiterhin
verstärkt im Auge behalten und auch im nächsten Jahr diesbezügliche
Schwerpunktaktionen bei der Kontrolle setzen.

Kinderunfälle: 37 getötete Kinder bis 14 Jahre bedeuten die mit
Abstand höchste Zahl seit Jahren, im Schnitt lag das Jahresergebnis
der Vorjahre bei 26 Todesopfern. Zuletzt gab es im Jahr 1998 ein noch
schlechteres Ergebnis (43). Unter den 37 getöteten Kindern
verunglückten 21 als PKW-Mitfahrer, 7 als Fußgänger und 5 mit dem
Fahrrad. Weitere 4 Kinder verunglückten als Mopedfahrer,
Traktor-Mitfahrer, im Kinderwagen sowie mit einer Rodel. 15 % dieser
Kinder im Pkw verunglückten ungesichert, d.h. sie waren weder
angegurtet, noch hatten sie einen Kindersitz. Nur jeder 6.
Kinderunfall passiert auf dem Weg von oder zur Schule
(Schulwegunfall).

Als vermutliche Hauptunfallsursachen dieser tödlichen
Verkehrsunfälle mussten nicht angepasste Fahrgeschwindigkeit (35,7
%), Vorrangverletzung (15,0 %), Überholen (9,9 %),
Unachtsamkeit/Ablenkung (9,5 %), Fehlverhalten von Fußgängern (5,2 %)
und Übermüdung (4,3 %) und festgestellt werden. Alkoholisierung war
bei 7,1 % aller tödlichen Unfälle Mitursache. Gegenüber dem Vorjahr
ergeben sich bei den Ursachen nur geringfügige Verschiebungen und
auch im langfristigen Vergleich verändert sich die Reihenfolge kaum.
Vorrangverletzungen, Überholen und Übermüdung sind etwas gestiegen,
dagegen sind die Geschwindigkeit, Unachtsamkeit und v.a. Alkohol -
nachdem der Anteil im Vorjahr 8,5 % erreicht hatte - wieder
rückläufig.

Im Anhang finden Sie eine Aufstellung der Verkehrstoten in
Österreich nach Bundesländern, Vergleich 2002 und 2003.

Anhänge zu dieser Meldung finden Sie als Verknüpfung im
AOM/Original Text Service sowie beim Aufruf der Meldung im Volltext
auf http://www.ots.at

OTS0022    2004-01-01/11:49

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