• 30.12.2003, 12:31:48
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Kopetz: Landeshauptleute sollen Ökostrom-Ausbau nicht blockieren

Pro Haushalt fallen dadurch nur rund EUR 2,- an jährlichen Mehrkosten an

Wien (AIZ) - Der Österreichische Biomasseverband appelliert an
alle Landeshauptleute, den neuen Ökostrom-Zuschlägen zuzustimmen, um
den notwendigen Ökostrom-Ausbau nicht zu gefährden. "Der
Ökostrom-Ausbau ist in Gefahr, weil das Bundesland Kärnten den neuen
Ökostrom-Zuschlägen nicht zustimmen will", warnte Heinz Kopetz,
Präsident des österreichischen Biomasseverbandes. 2004 sollen die
Ökostrom-Zuschläge für die Industrie um 0,049 Cent je Kilowattstunde
und für Haushalte um 0,07 Cent steigen. Für die Großindustrie erhöhen
sich die Stromkosten damit um 0,5 bis maximal 1%. Ein Haushalt wird
dadurch um rund EUR 2,- pro Jahr mehr zahlen, was weniger als ein
Seidel Bier zu kostet.

Keine Wettbewerbsverzerrung - europaweit steigender Strompreis

"Fälschlicherweise werden die Ökostrom-Zuschläge immer wieder für
Strompreiserhöhungen des Jahres 2003 und damit für
Wettbewerbsverzerrungen verantwortlich gemacht. Das stimmt nicht",
rechnete Kopetz vor. So ist beispielsweise zwischen Ende 2002 und
Ende 2003 auf den europäischen Strombörsen der Strompreis von
durchschnittlich 2,5 Cent je Kilowattstunde auf 3,3 Cent gestiegen.
Dies ist ein Anstieg um 0,8 Cent je Kilowattstunde oder mehr als 30%.
Diese Kostenerhöhung trifft auch die Industrie der Nachbarländer und
ist daher keine Wettbewerbsverzerrung für die heimische Industrie.
"Die vorgeschlagene Erhöhung des Ökostromzuschlages beträgt hingegen
für die Industrie nur 0,049 Cent je Kilowattstunde, also weit weniger
als ein Zehntel des Marktpreisanstieges", betonte Kopetz.

Gesetz sieht Ökostromausbau vor

Ökostromausbau ist notwendig und gesetzlich fixiert. Das
Ökostromgesetz 2002 sieht einen schrittweisen Ausbau der
Stromerzeugung aus erneuerbaren Energieträgern vor. Die Anhebung der
Ökostrom-Zuschläge ab 01.01.2004 ist notwendig, weil für 2004 ein
Anstieg der Ökostromerzeugung auf 1,4 Mrd. Kilowattstunden erwartet
wird, 2003 wurden 750 Mio. Kilowattstunden Ökostrom erzeugt. Der
Ausbau wird überwiegend durch kostengünstige Windanlagen erfolgen.

Durch Blockade mehr Atromstrom

"Allerdings sollte die Ökostromerzeugung bis 2010 auf 5 Mrd.
Kilowattstunden ausgedehnt werden, um zu verhindern, dass der
steigende Strombedarf durch immer höhere Atomstromimporte gedeckt
wird", unterstrich der Präsident des Österreichischen
Biomasseverbandes. Werde der Ausbau von Ökostrom behindert, komme es
zu einem vermehrten Atomstromimport. Österreich würde somit zu einem
indirekten Förderer der europäischen Atomindustrie werden, warnte
Kopetz. Weiters müssten zusätzliche kalorische Kraftwerke gebaut
werden, was wiederum verstärkte CO2-Emissionen und eine erhöhte
Klimagefährdung verursachen würde. Kopetz appellierte daher an die
Landeshauptleute, den vorgesehenen Ökostrom-Zuschlägen rasch
zuzustimmen.
(Schluss)

Rückfragehinweis:
AIZ - Agrarisches Informationszentrum, Pressedienst

Tel: 01/533-18-43,   mailto:[email protected]
   http://www.aiz.info
   FAX: (01) 535-04-38
OTS0110    2003-12-30/12:31

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