Kopetz: Landeshauptleute sollen Ökostrom-Ausbau nicht blockieren

Pro Haushalt fallen dadurch nur rund EUR 2,- an jährlichen Mehrkosten an

Wien (AIZ) - Der Österreichische Biomasseverband appelliert an
alle Landeshauptleute, den neuen Ökostrom-Zuschlägen zuzustimmen, um den notwendigen Ökostrom-Ausbau nicht zu gefährden. "Der Ökostrom-Ausbau ist in Gefahr, weil das Bundesland Kärnten den neuen Ökostrom-Zuschlägen nicht zustimmen will", warnte Heinz Kopetz, Präsident des österreichischen Biomasseverbandes. 2004 sollen die Ökostrom-Zuschläge für die Industrie um 0,049 Cent je Kilowattstunde und für Haushalte um 0,07 Cent steigen. Für die Großindustrie erhöhen sich die Stromkosten damit um 0,5 bis maximal 1%. Ein Haushalt wird dadurch um rund EUR 2,- pro Jahr mehr zahlen, was weniger als ein Seidel Bier zu kostet.

Keine Wettbewerbsverzerrung - europaweit steigender Strompreis

"Fälschlicherweise werden die Ökostrom-Zuschläge immer wieder für Strompreiserhöhungen des Jahres 2003 und damit für Wettbewerbsverzerrungen verantwortlich gemacht. Das stimmt nicht", rechnete Kopetz vor. So ist beispielsweise zwischen Ende 2002 und Ende 2003 auf den europäischen Strombörsen der Strompreis von durchschnittlich 2,5 Cent je Kilowattstunde auf 3,3 Cent gestiegen. Dies ist ein Anstieg um 0,8 Cent je Kilowattstunde oder mehr als 30%. Diese Kostenerhöhung trifft auch die Industrie der Nachbarländer und ist daher keine Wettbewerbsverzerrung für die heimische Industrie. "Die vorgeschlagene Erhöhung des Ökostromzuschlages beträgt hingegen für die Industrie nur 0,049 Cent je Kilowattstunde, also weit weniger als ein Zehntel des Marktpreisanstieges", betonte Kopetz.

Gesetz sieht Ökostromausbau vor

Ökostromausbau ist notwendig und gesetzlich fixiert. Das Ökostromgesetz 2002 sieht einen schrittweisen Ausbau der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energieträgern vor. Die Anhebung der Ökostrom-Zuschläge ab 01.01.2004 ist notwendig, weil für 2004 ein Anstieg der Ökostromerzeugung auf 1,4 Mrd. Kilowattstunden erwartet wird, 2003 wurden 750 Mio. Kilowattstunden Ökostrom erzeugt. Der Ausbau wird überwiegend durch kostengünstige Windanlagen erfolgen.

Durch Blockade mehr Atromstrom

"Allerdings sollte die Ökostromerzeugung bis 2010 auf 5 Mrd. Kilowattstunden ausgedehnt werden, um zu verhindern, dass der steigende Strombedarf durch immer höhere Atomstromimporte gedeckt wird", unterstrich der Präsident des Österreichischen Biomasseverbandes. Werde der Ausbau von Ökostrom behindert, komme es zu einem vermehrten Atomstromimport. Österreich würde somit zu einem indirekten Förderer der europäischen Atomindustrie werden, warnte Kopetz. Weiters müssten zusätzliche kalorische Kraftwerke gebaut werden, was wiederum verstärkte CO2-Emissionen und eine erhöhte Klimagefährdung verursachen würde. Kopetz appellierte daher an die Landeshauptleute, den vorgesehenen Ökostrom-Zuschlägen rasch zuzustimmen.
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