Reichsbrücke: Erstes Viertel der Gesamtbauleistung erbracht

Arbeiten neben und unter der Brücke laufen auch im Winter weiter - Verwendung eines neuen Spezialbetons mit Kunststofffasern

Wien (OTS) - Bei der Generalinstandsetzung der Reichsbrücke ist
mit dem zu Ende gehenden Jahr das erste Viertel der Gesamtbauleistung erbracht worden (der Zeithorizont für die komplette Verkehrsfreigabe liegt im Jahr 2005, noch vor dem Ferienbeginn), so seitens der Bauleitung der MA 29 - Brückenbau und Grundbau, TOAR Ing. Anton Schön. Beim stromaufwärts (oberstromig) verlaufenden Geh- und Radweg sind 75 Prozent der Montage erfolgt, mit der Freigabe wird im Zeitraum April/Mai 2004 zu rechnen sein; ebenso sind im Fahrbahnbereich etwa drei Viertel der neuen Randbalken auf der Basis des Systems der von der MA 29 initiierten "Wiener Stahlleitwand" fertiggestellt. Auch in diesem Bereich sind die Brückenbauer des Magistrats einmal mehr innovativ: Es wird ein Spezialbeton mit Kunststofffasern verwendet, der eine erhöhte Festigkeit und eine längere Lebensdauer mit sich bringen soll - beim Forschungsvorhaben geht es nun um die Bewährung in der Praxis. Dazu Schön: "Die gewonnenen Erkenntnisse werden auf der gegenüberliegenden Brückenseite in ein weiteres Probestück einfließen - uns geht es darum, dem Wiener Stahlleitwandsystem eine adäquate Qualität der Randbalken zur Seite zu stellen". Zwei Vergleiche veranschaulichen am besten den Arbeitsumfang: Die rund 1.100 Tonnen Stahlkonstruktion für die neuen Geh- und Radwege sowie die Randbalken, entsprechen dem halben Gewicht des Nordstegs. Die Fläche eines fertiggestellten Geh-und Radwegs - neue Breite 4,90 Meter gegenüber früher 3,50 - ist mit den rund 4.500 Quadratmetern (ohne Rampen und Stege) doppelt so groß wie das durchschnittliche Ausmaß einer Donaukanalbrücke.****

Mit der Generalinstandsetzung wird - ohne die Brückensilhouette zu beeinträchtigen - dennoch eine teilweise neue Optik entstehen. Zwar wurde das neue Stahlskelett mit der Brückenverkleidung aus Aluminium/Kunststoff-Verbundelementen in der Farbgebung der alten Betonverkleidung nachempfunden, bei den nunmehr 4,90 Meter breiten Geh- und Radwegen wurde bewusst für den Fußgängerbereich eine hellgelbe Tönung des Belags gewählt, für den Radfahrerbereich eine rote. Es handelt sich dabei um einen Kunstharzmörtel wie bei den Wegen der Praterbrücke. Auch eine neue indirekte Beleuchtung wird hier angebracht, hinter deren Verkleidung - die so konstruiert wurde, dass sie Tauben keine Nistmöglichkeiten bieten wird - werden optisch nicht beeinträchtigend, die Brückenentwässerung und Kabelstränge geführt. Die Stiegenanlagen beim Handelskai und beim rechten Donauufer (DDSG) werden nunmehr behindertengerecht mit Rampen mit maximal 6 Prozent Neigung ausgeführt. Es werden viele Montagearbeiten auch in den Wintermonaten weitergeführt; die Betoninstandsetzung und die nachfolgende Herstellung der Brückenabdichtung sind allerdings erst bei wärmerem Wetter möglich, weil beispielsweise bei der Verwendung von Kunstharzmaterial eine Temperatur des Tragwerks von mindestens 5 Grad plus notwendig ist.

Eine Informationsvitrine, die den jeweils aktuellen Stand der Baumaßnahmen wiedergibt, befindet sich neben dem Baubüro auf dem rechten Donauufer, ebenso ein Modell der neuen Randbalkenverkleidung. Was übrigens die Bauteile der verbreiterten Geh- und Radwege betrifft, sie wurden in der Prüfanstalt einer extremen Beanspruchung unterworfen: Belastung bis zu 157 Tonnen bei bis zu 10 Millionen Lastwechseln.

Allgemeine Informationen:
o Wiener Brückenbau und Grundbau (MA 29):
http://www.wien.gv.at/ma29/

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