- 30.12.2003, 11:48:44
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Reichsbrücke: Erstes Viertel der Gesamtbauleistung erbracht
Arbeiten neben und unter der Brücke laufen auch im Winter weiter - Verwendung eines neuen Spezialbetons mit Kunststofffasern
Wien (OTS) - Bei der Generalinstandsetzung der Reichsbrücke ist
mit dem zu Ende gehenden Jahr das erste Viertel der Gesamtbauleistung
erbracht worden (der Zeithorizont für die komplette Verkehrsfreigabe
liegt im Jahr 2005, noch vor dem Ferienbeginn), so seitens der
Bauleitung der MA 29 - Brückenbau und Grundbau, TOAR Ing. Anton
Schön. Beim stromaufwärts (oberstromig) verlaufenden Geh- und Radweg
sind 75 Prozent der Montage erfolgt, mit der Freigabe wird im
Zeitraum April/Mai 2004 zu rechnen sein; ebenso sind im
Fahrbahnbereich etwa drei Viertel der neuen Randbalken auf der Basis
des Systems der von der MA 29 initiierten "Wiener Stahlleitwand"
fertiggestellt. Auch in diesem Bereich sind die Brückenbauer des
Magistrats einmal mehr innovativ: Es wird ein Spezialbeton mit
Kunststofffasern verwendet, der eine erhöhte Festigkeit und eine
längere Lebensdauer mit sich bringen soll - beim Forschungsvorhaben
geht es nun um die Bewährung in der Praxis. Dazu Schön: "Die
gewonnenen Erkenntnisse werden auf der gegenüberliegenden
Brückenseite in ein weiteres Probestück einfließen - uns geht es
darum, dem Wiener Stahlleitwandsystem eine adäquate Qualität der
Randbalken zur Seite zu stellen". Zwei Vergleiche veranschaulichen am
besten den Arbeitsumfang: Die rund 1.100 Tonnen Stahlkonstruktion für
die neuen Geh- und Radwege sowie die Randbalken, entsprechen dem
halben Gewicht des Nordstegs. Die Fläche eines fertiggestellten Geh-
und Radwegs - neue Breite 4,90 Meter gegenüber früher 3,50 - ist mit
den rund 4.500 Quadratmetern (ohne Rampen und Stege) doppelt so groß
wie das durchschnittliche Ausmaß einer Donaukanalbrücke.****
Mit der Generalinstandsetzung wird - ohne die Brückensilhouette
zu beeinträchtigen - dennoch eine teilweise neue Optik entstehen.
Zwar wurde das neue Stahlskelett mit der Brückenverkleidung aus
Aluminium/Kunststoff-Verbundelementen in der Farbgebung der alten
Betonverkleidung nachempfunden, bei den nunmehr 4,90 Meter breiten
Geh- und Radwegen wurde bewusst für den Fußgängerbereich eine
hellgelbe Tönung des Belags gewählt, für den Radfahrerbereich eine
rote. Es handelt sich dabei um einen Kunstharzmörtel wie bei den
Wegen der Praterbrücke. Auch eine neue indirekte Beleuchtung wird
hier angebracht, hinter deren Verkleidung - die so konstruiert wurde,
dass sie Tauben keine Nistmöglichkeiten bieten wird - werden optisch
nicht beeinträchtigend, die Brückenentwässerung und Kabelstränge
geführt. Die Stiegenanlagen beim Handelskai und beim rechten
Donauufer (DDSG) werden nunmehr behindertengerecht mit Rampen mit
maximal 6 Prozent Neigung ausgeführt. Es werden viele Montagearbeiten
auch in den Wintermonaten weitergeführt; die Betoninstandsetzung und
die nachfolgende Herstellung der Brückenabdichtung sind allerdings
erst bei wärmerem Wetter möglich, weil beispielsweise bei der
Verwendung von Kunstharzmaterial eine Temperatur des Tragwerks von
mindestens 5 Grad plus notwendig ist.
Eine Informationsvitrine, die den jeweils aktuellen Stand der
Baumaßnahmen wiedergibt, befindet sich neben dem Baubüro auf dem
rechten Donauufer, ebenso ein Modell der neuen Randbalkenverkleidung.
Was übrigens die Bauteile der verbreiterten Geh- und Radwege
betrifft, sie wurden in der Prüfanstalt einer extremen Beanspruchung
unterworfen: Belastung bis zu 157 Tonnen bei bis zu 10 Millionen
Lastwechseln.
Allgemeine Informationen:
o Wiener Brückenbau und Grundbau (MA 29):
http://www.wien.gv.at/ma29/
(Schluss) pz
OTS0100 2003-12-30/11:48
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