AMS OÖ erzielt deutliche Reduktion der Dauer der Arbeitslosigkeit

Linz (OTS) - 2003 erreicht Oberösterreich mit erwarteten 4,4 Prozent erneut die niedrigste Arbeitslosenquote aller Bundesländer. Der wichtigste Beitrag des AMS OÖ zu diesem Ergebnis ist die Verkürzung der Vormerkdauer durch beschleunigten Ausgleich von Angebot und Nachfrage und durch betriebsnahe Qualifizierung. Für 2004 sieht das Arbeitsprogramm des AMS OÖ einen Fördermitteleinsatz von Euro 77 Mio vor. Schwerpunkte setzt das AMS OÖ weiterhin bei der Verhinderung und Beseitigung von Langzeitbeschäftigungslosigkeit und bei Integrationsangeboten für Jugendliche. Die prognostizierte bescheidene Wirtschaftserholung wird 2004 kaum auf den Arbeitsmarkt durchschlagen.

Trends am Arbeitsmarkt

Für 2004 prognostiziert das WIFO ein Wachstum von 1,7 %, das IHS von 2,1 %; die Impulse für den Arbeitsmarkt werden dabei als gering eingeschätzt. In Oberösterreich wird die Beschäftigung vermutlich schwächer als 2003 ansteigen (von 553.000 auf ca. 557.000). Zusätzliche Arbeitsplätze werden vor allem im Tertiärsektor erwartet (unternehmensbezogene Dienstleistungen, Gesundheits- und Sozialwesen). Eine Personalaufstockung zeichnet sich auch im Bereich der Metallerzeugung und -verarbeitung ab. In der Sachgüterindustrie insgesamt wird die Zahl der Arbeitsplätze aber weiter abnehmen. Die Beschäftigungssituation in der Bauwirtschaft könnte stabil bleiben. Die Arbeitsplätze im Handel werden vom Konsumverhalten und vom Ausmaß der Substitution von Vollzeit- in Teilzeitplätze abhängen.

Die Erwerbsbeteiligung der Frauen steigt weiter. Aufgrund der Pensionsreform verbleiben ältere Arbeitskräfte länger im Beschäftigungssystem. Das schwache, zusätzliche Arbeitsplatzangebot wird kaum ausreichen, zusätzliche Arbeitskräfte restlos ins Beschäftigungssystem zu integrieren. Einem überdurchschnittlichen Arbeitslosigkeitsrisiko sind vor allem BerufseinsteigerInnen und Personen mit niedrigem Ausbildungsniveau ausgesetzt. Die 2003 erreichte Arbeitslosenquote von 4,4 % wird daher 2004 kaum haltbar sein und vermutlich auf 4,5 % an- steigen.

Vormerkdauer reduziert

"Das AMS kann nicht verhindern, dass Menschen arbeitslos werden. Es sorgt dafür, dass sie es nicht bleiben", umreißt Landesgeschäftsführer Roman Obrovski die wichtigste Aufgabe des AMS. Die Geschäftsstellen des AMS OÖ haben 2003 die Vormerkdauer der Arbeitslosen von 80 (2002) auf 74 Tage gesenkt, im Bundesschnitt stieg die Vormerkdauer von 137 auf 141 Tage.

2004 werden dem AMS OÖ rund Euro 77 Mio. an Fördermitteln zur Verfügung stehen (2003: Euro 93,96 Mio.). Die Reduktion ist zum Großteil auf Umschichtungen im Gesamtbudget zurückzuführen. Mehrere Millionen Euro, die bislang aus Fördermitteln kamen (Deckung des Lebensunterhalts für KursteilnehmerInnen) werden nun über die Arbeitslosenversicherung abgewickelt.

Mehr als ein Drittel des Förderbudgets (Euro 22,9 Mio.) wird das AMS OÖ für die Verhinderung und Beseitigung von Langzeitbeschäftigungslosigkeit ausgeben. Zehn Millionen Euro fließen in die Vermittlungsunterstützung und Qualifizierung von Jugendlichen. Weitere Gelder für arbeitslose Jugendliche stellen die AMS-Bundesorganisation und das Land Oberösterreich zur Verfügung.

Intensivierte Zusammenarbeit mit Unternehmen

Je mehr Stellen das AMS akquiriert, umso höher sind die Vermittlungschancen für Arbeitslose. 2003 haben die Geschäftsstellen des AMS OÖ 54.800 offene Stellen akquiriert, 2002 waren es 47.000. Über das Modell der Implacement-Stiftung bieten AMS OÖ und Land OÖ oberösterreichischen Betrieben arbeitsplatznahe Qualifizierungen für Arbeitslose an, die grundsätzlich, aber nicht punktgenau, dem betrieblichen Anforderungsprofil entsprechen. Die Zahl der so Qualifizierten ist binnen Jahresfrist von 950 auf 1400 gestiegen. Die Geschäftsstellen des AMS OÖ werden 2004 auch versuchen, mit bestimmten Partnerunternehmen mehr Frauen in technische Berufe zu bringen.

Mag. Rudolf Moser (AK OÖ): Qualifizierung als Schlüssel für rasche und erfolgreiche Vermittlung

Oberösterreich scheint die Konjunkturflaute schneller zu überwinden als die übrigen Bundesländer - seit einigen Monaten weist die Arbeitslosigkeit eine leicht sinkende Tendenz auf (wenngleich die Arbeitslosigkeit nach wie vor deutlich höher ist als etwa vor drei Jahren). Obwohl auch in Oberösterreich jährlich etwa 120.000 Personen arbeitslos werden, liegt unser Bundesland bei der Arbeitslosenquote auch dank der erfolgreichen Arbeit der AMS-Mitarbeiter im Spitzenfeld. Diese erfreulich kurze Dauer der Arbeitslosigkeit gilt es zu halten und die entsprechenden Prozesse weiter zu optimieren. Grundvoraussetzung um die Dauer der Arbeitslosigkeit kurz halten zu können ist aber eine weitgehende Übereinstimmung der Anforderungsprofile bei den offenen Stellen und den Qualifikationen und Möglichkeiten der Arbeitslosen. Wenn die Konjunktur wieder in Fahrt kommt, wird der Bedarf der Unternehmen an qualifizierten Arbeitskräften deutlich zunehmen und mit der Erweiterung der EU ab Mai 2004 wird sich der Anpassungsdruck für die heimische Wirtschaft erhöhen. D.h. der nach wie vor hohe Anteil der Arbeitslosen, die maximal einen Pflichtschulabschluss als höchste abgeschlossene Ausbildung vorweisen können (ca. 40 %) wird immer mehr zum Hemmschuh der wirtschaftliche Entwicklung und unseres Wohlstands.

Mit der stärkeren Ausrichtung der Ziele des AMS auf Qualifizierungsverbesserung wird einer langjährigen Forderung der Arbeitnehmerseite Rechnung getragen. Da das AMS OÖ im kommenden Jahr deutlich weniger Geld für Arbeitsmarktpolitik zur Verfügung hat - die Bundesregierung kürzt die Mittel und auch das Land OÖ steuert weniger Mittel für arbeitsmarktpolitische Aktivitäten bei (bei weiterhin beträchtlichem Engagement) -, spüren die Betroffenen von dieser strategischen Neuausrichtung wenig. Der neue "Rechtsanspruch auf Bildungsmaßnahmen" bei erfolgloser dreimonatiger Arbeitssuche für jugendliche und ältere Arbeitslose verkommt mangels ausreichender finanzieller Bedeckung zu einem Alibiprogramm. Und nach wie vor hindert die ungenügende existenzielle Absicherung bildungswillige Arbeitslose an der Teilnahme länger dauernder Ausbildungen.

Das Sonderprogramm "Jobs for You(th) '04" bietet die Chance, dass wenigstens ein Teil der Jugendlichen, bei denen die Arbeitslosigkeit auch in OÖ weiter ansteigt, die Möglichkeit zum Nachholen eines Berufsabschlusses erhält. Die Vorgabe des Wirtschaftsministers einer Mindestteilnehmeranzahl an diesem Programm ist aber der falsche Ansatz, weil dadurch nur billige Kurzmaßnahmen finanzierbar sind, die die Arbeitsmarktchancen der betroffenen Jugendlichen nicht nachhaltig verbessern. Aus Sicht der Arbeitnehmerkurie sind die Mittel zur Gänze für Berufsabschlüsse zu verwenden, das normale Arbeitsprogramm enthält schon in erster Linie Kurzmaßnahmen.

Komm.-Rat Ing. Gerhard Buchroithner (WK OÖ)

"Aus der Sicht der Wirtschaft kann für 2003 arbeitsmarktpolitisch insgesamt ein positives Resümee für unser Bundesland gezogen werden"

Durch ein in arbeitsmarktpolitischen Belangen sehr engagiertes Land Oberösterreich, ein gut arbeitendes AMS OÖ unter der Führung von Roman Obrovski und eine funktionierende Sozialpartnerschaft im Landesdirektorium des AMS OÖ ist es gelungen, Oberösterreich vom Bundestrend abzukoppeln und die Anzahl der Arbeitslosen im Vergleich zum Vorjahr sogar zu verringern.

Die Wirtschaftskammer ist im Jänner des Jahres mit einem 9-Punkte-Programm angetreten, das eine völlige Neuausrichtung der Arbeitsmarktpolitik zum Inhalt hatte. Am Ende des Jahres freuen wir uns darüber, dass - ganz im Sinne einer offensiven und kundenorientierten Arbeitsmarktpolitik - die ersten wesentlichen Veränderungen im System durchgesetzt werden konnten. An erster Stelle ist hier die - von den Sozialpartnern gemeinsam beschlossene -Veränderung der Zumutbarkeitsbestimmungen zu nennen, wonach Arbeitslose zukünftig nach 100 Tagen vergeblicher Jobsuche auch Jobs in jedem anderen Berufsfeld annehmen müssen, sofern ein gewisses Mindestentgelt garantiert ist. Die gleichzeitig erfolgte Neuformulierung der regionalen Zumutbarkeit - zwei Stunden Fahrzeit zum Arbeitsort sind zukünftig jedenfalls zumutbar - wird dazu führen, dass mehr Arbeitslose in Arbeit gebracht und den Betrieben dringend gesuchte Arbeitskräfte rascher zugeführt werden können.

Trotz dieser Erfolge bleibt aus arbeitsmarktpolitischer Sicht im nächsten Jahr viel zu tun:

Die für die Wirtschaft so wichtige AMS-Abteilung "Service für Unternehmen" soll - noch mehr als bisher - die tatsächlichen Bedürfnisse der Betriebe vor Ort kennen lernen und erfüllen. Aus diesem Grund hat die Wirtschaftskammer eine Reihe von sehr praktischen Vorschlägen gemacht, wie man dieses Ziel noch besser erreichen bzw. diese AMS-Abteilung noch schlagkräftiger machen kann. Ein weiterer Schwerpunkt wird im nächsten Jahr die raschere Vermittlung ungelernter Arbeitsloser - das sind fast 50 Prozent aller vorgemerkten Arbeitslosen - sein, wobei die Einführung von Kombilöhnen bzw. die Senkung der Lohnnebenkosten für eben diese Zielgruppe ein überlegenswerter Weg wäre. Ein noch reibungsloseres Miteinander von AMS und gewerblichen Arbeitskräfteüberlassern und Vermittlern soll gewährleisten, dass den oberösterreichischen Betrieben die häufig dringend gesuchten Arbeitskräfte rasch zugeführt werden.

Zum Thema Jugendbeschäftigung: Auch wenn die Arbeitslosenquote unter den Jugendlichen in Oberösterreich mit 5,3 % beträchtlich unter dem Österreichschnitt von 7,1 % liegt bzw. 84 % der unter 25-jährigen Arbeitssuchenden innerhalb von drei Monaten ihre Arbeitslosigkeit überwinden, bedarf es 2004 großer Anstrengungen, das Beschäftigungsniveau zu sichern bzw. weiter zu verbessern. Die Wirtschaft spricht sich in diesem Zusammenhang für freiwillige Ausbildungsverbünde für kleine Betriebe, eine bessere Verbindung von Matura und Lehre sowie eine noch stärkere Förderung der ausbildenden Betriebe aus, zumal sich die von der Bundesregierung eingeführte Lehrlingsprämie von Euro 1.000,- sehr gut bewährt hat.

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