• 18.12.2003, 11:18:14
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Ärztekammer und Erste prämieren wissenschaftliche Arbeiten

Billroth-Preis und Erste-Forschungsförderungspreis vergeben

Wien (OTS) - Sechs medizinische Forschergruppen aus Wien wurden
für ihre wissenschaftlichen Anstrengungen belohnt: Heute, Donnerstag,
fand in den Räumlichkeiten der Erste Bank in Wien die Verleihung des
Theodor-Billroth-Preises der Ärztekammer für Wien sowie des
Forschungsförderungspreises der Erste Bank der oesterreichischen
Sparkassen AG statt. ****

Bei der Vergabe des Billroth-Preises wurde Dr. Kurt Redlich von
der Wiener Universitätsklinik für Innere Medizin III, Klinische
Abteilung für Rheumatologie, für seine Arbeit "Bei der TNF
vermittelten Gelenkszerstörung spielen Osteoklasten die entscheidende
Rolle" mit dem ersten Preis ausgezeichnet.

Die chronische Polyarthritis ist eine rheumatische Erkrankung, die
mit Gelenksentzündungen, Gelenksknorpel- und Gelenksknochenzerstörung
einhergeht. In der tierexperimentellen Arbeit konnte gezeigt werden,
dass nur eine ganz bestimmte Zellart - die so genannten Osteoklasten
- für die Zerstörung der Gelenksknochen verantwortlich ist. Es
sollten daher neben den herkömmlichen, entzündungshemmenden Therapien
speziell diese Osteoklasten hemmenden Therapien bei der Behandlung
der chronischen Polyarthritis zum Einsatz kommen.

Die beiden weiteren Billroth-Preisträger sind Dr. Sebastian F.
Schoppmann (Universitätsklinik für Chirurgie, Wien:
"Tumor-assoziierte Makrophagen exprimieren lymphatische
Wachstumsfaktoren und stimulieren die peritumorale Lymphangiogenese")
sowie Dr. Rosemarie Reiter (Universitätsklinik für Klinische
Pharmakologie, Wien: "Änderung der ADAMTS 13-Aktivität [von
Willebrand-Faktor spaltende Protease] nach Infusion von
Desmopressin").

Forschungen zu Creutzfeldt-Jakob-Erkrankung

Erster Preisträger des Forschungsförderungspreises der Erste Bank
ist Dr. Oskar Koperek vom Klinischen Institut für Neurologie der
Medizinischen Universität Wien. Der Titel seiner Arbeit:
"Pathologisches Prionprotein in Gefäßwänden".

Prionkrankheiten des Menschen, wie die
Creutzfeldt-Jakob-Erkrankung, sind seltene neurodegenerative
Erkrankungen, die sporadisch, erworben und familiär auftreten können
und zum Tode führen. Das auslösende Agens ist das Prion (steht für
"proteinaceous infectious particle"), das nach mehrheitlicher
Auffassung nur aus einer abnormen, pathologischen Form des normalen,
wirtseigenen Prionproteins besteht. Dieses pathologische Prionprotein
reichert sich, abgesehen von der mit BSE im Zusammenhang stehenden
varianten Form der Creutzfeldt-Jakob-Erkrankung, nur im Nervensystem
ab. Koperek und sein Team haben Ablagerungen von diesem
pathologischem Prionprotein in intrakraniellen Gefäßwänden bei der
sporadischen und der varianten Form der Creutzfeldt-Jakob-Erkrankung
nachgewiesen, die mit mobilen Zellen des Immunsystems
co-lokalisieren. Koperek schließt daraus, dass diese mobilen Zellen
in der Gefäßwand am Transport von Prionen beteiligt sein können,
weshalb die Verteilung von Prionen im Körper ausgebreiteter als
bisher angenommen sein dürfte.

Die weiteren Preisträger sind Univ.-Prof. Dr. Thomas Stulnig
(Universitätsklinik für Innere Medizin III, Klinische Abteilung für
Endokrinologie und Stoffwechsel, Wien: "Liver X Rezeptoren vermindern
Expression und Aktivität der 11 Beta-Hydroxysteroid Dehydrogenase Typ
1") und Dr. Georg Schaller (Universitätsklinik für Klinische
Pharmakologie, Wien: "Ghrelin - Plasmakonzentrationen werden durch
Glucose oder Insulin nicht direkt reguliert").

Beide Auszeichnungen hängen eng miteinander zusammen: Eine vom
Vorstand der Wiener Ärztekammer eingesetzte Jury unter Vorsitz von
Univ.-Prof. Dr. Michael Weissel beurteilt die eingereichten Arbeiten
beider Preise. Die Preisverleihungen nahmen der Präsident der
Ärztekammer für Wien, Prim. MR Dr. Walter Dorner, sowie
Erste-Vorstandsdirektor Mag. Dr. Franz Hochstrasser vor. (hpp)

OTS0085    2003-12-18/11:18

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