KPÖ kritisiert erweiterte Vorweihnachts-Öffnungszeiten von Billa und Spar

Wien (OTS) - Kritik übt die KPÖ an den Handelsriesen Billa und Spar, die am 23. & 30. Dezember ihre Filialen in Wien, Niederösterreich, Burgenland und Vorarlberg bis 21 Uhr offen halten werden. Beatrix Todter, sozialpolitische Sprecherin der KPÖ-Wien und designierte Spitzenkandidatin des Gewerkschaftlichen Linksblock im ÖGB für die AK-Wahl 2004: "Eindrucksvoll zeigen Billa und Spar, dass Familieninteressen und Anliegen der MitarbeiterInnen vollkommen wurscht sind, wenn es um Umsatz und Profit geht."

In den Chefetagen von Billa werde wahrscheinlich, so Todter, "schon darüber nachgedacht, ob nächstes Jahr der Euro nicht auch am Heiligen Abend bis 21 Uhr rollen soll. Die Beschäftigten könnten doch - gemeinsam mit ihren Familien, schließlich ist Billa ja ein familienfreundliches Unternehmen - die `Bescherung' gleich in den Billa-Filialen begehen. Und mit Sonderangeboten und Treuerabatten für all jene, die sich die Perversität der Profitgier live ansehen wollen, kann sogar noch zusätzliche Kundschaft in die Filialen gelockt werden."

Für Todter ist dieses Szenario nicht so weit hergeholt, wie es auf den ersten Blick aussehen mag: "Wer hätte vor 10 Jahren gedacht, dass der 8. Dezember einmal der Tag des Shopping-Wahns wird? Das Beispiel Oberösterreich - wo bereits zwei Drittel der Gemeinden zu "Tourismusgemeinden" erklärt worden sind, damit die Geschäfte auch an Sonn- und Feiertagen offen halten können - zeigt was neoliberale Politik vermag."

Die Ausweitung der Ladenöffnungszeiten hat für zehntausende Frauen in Wien, die als Handelsangestellte ihr Geld verdienen müssen, katastrophale Auswirkungen auf Arbeits- und Lebensbedingungen. Todter: "Längere Öffnungszeiten bedeuten, dass Mütter und Väter noch länger in den Geschäften stehen müssen - Zeit, die für Kinderbetreuung und/oder Regeneration fehlt."

Möglich wurde diese Entwicklung in Wien, weil auch die SPÖ in der Frage der Ladenöffnungszeiten zunehmend auf die Wünsche der Handelskonzerne eingeht. SPÖ-Stadträtin Brauner war voll des Lobes für die Ende November vereinbarte Regelung, die zwei lange Einkaufsabende pro Woche ermöglicht, und meinte, dass es dadurch gelänge, "Unternehmen (zu) stärken (und) ArbeitnehmerInnen (zu) schützen". Todter: "Ich bin einer Meinung mit Monika Vana, der Frauensprecherin der Wiener Grünen, die die neue Regelung als "Kniefall vor den Begehrlichkeiten der großen Handelsketten" bezeichnet hat."

Vollkommen ignoriert wurde von SPÖ und Sozialpartnern die Meinung der KonsumentInnen und der Klein- und Mittelbetriebe. Umfragen der Wirtschaftskammer zeigen nämlich, dass 80 Prozent der Unternehmer sowie die übergroße Mehrheit der Konsumenten mit der alten Regelung zufrieden waren.

Rückfragen & Kontakt:

KPÖ
Tel.: 0676/69 69 002
bundesvorstand@kpoe.at
http://www.kpoe.at

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NKP0001