Rieder/Schmidt: Einigung über Qualitätsverbesserungen bei S-Bahn

"Neuer Verkehrsdienstevertrag bringt Intervallverdichtungen und Einigung über 30 moderne S-Bahn-Garnituren für Wien"

Wien (OTS) - "Neue Garnituren für die S-Bahn und bessere
Intervalle bis Ende 2007. Wien leistet im Gegenzug eine jährliche Zahlung von 4,3 Millionen Euro für die Verkehrsleistung der ÖBB und zusätzlich 1 Million Euro jährlich als Beitrag zur Zinstilgung für den Ankauf neuer Garnituren. Das sind die Eckpunkte, auf die Wien sich mit den ÖBB geeinigt hat", erklärte Wiens Finanz- und Wirtschaftsstadtrat Vizebürgermeister Dr. Sepp Rieder am Dienstag im Rahmen des Mediengesprächs des Bürgermeisters zum Abschluss des neuen Verkehrsdienstevertrages zwischen der Stadt Wien und den ÖBB. Enstprechend der großen Bedeutung der Einigung für die Wiener Bevölkerung nahm an dem Mediengespräch auch ÖBB-Vorstandsdirektor Ferdinand Schmidt teil.

"Wir sehen den neuen Vertrag als Teil einer umfassenden Qualitätsoffensive, die wir gemeinsam mit den ÖBB auch in einer Reihe anderer Bereiche umsetzen. Wien ist jetzt schon mit 34 Prozent 'Europameister' beim Modal Split - also dem Anteil des öffentlichen Verkehrs an allen Wegen in der Stadt. Diese Maßnahmen sollen zu einem weiteren Anstieg beim Modal Split beitragen und so die Lebensqualität weiter verbessern", so Rieder.

S-Bahn neu: Qualitätsverbesserung mit sofortiger Wirkung

Der Großteil des öffentlichen Verkehrs in Wien wird von den Wiener Linien erbracht, die zu 100 Prozent von den Kunden und aus dem Wiener Steuertopf finanziert werden. Rieder weiter: "Wir betrachten die S-Bahn nicht nur als Ergänzung zu den Wiener Linien als innerstädtisches Verkehrsmittel sondern auch als entscheidend für die rund 200.000 täglichen Einpendler nach Wien und haben deswegen diese Qualitätssteigerungen gemeinsam mit den ÖBB erreicht."

ÖBB-Vorstandsdirektor Ferdinand Schmidt: "Wien gehört zu den bedeutendsten Märkten, die wir bedienen. Umso mehr freut es mich, dass die intensiven Gespräche und die gemeinsame Bewertung der Verkehrssituation nun in einen neuen Verkehrsdienstevertrag münden, der auf spürbare Qualitätsverbesserungen mit sofortiger Wirkung setzt. Dadurch ist sicher gestellt, dass wir heute und auch in Zukunft den Kunden der Bahn in Wien jenes Angebot zur Verfügung stellen können, das sie von uns zu Recht erwarten. Mit dem TALENT haben wir zudem einen Zug, der die optimalen Voraussetzungen für den Einsatz in der Bundeshauptstadt erfüllt."

30 neue Garnituren: Mehr Qualität für die Fahrgäste

Einer der Kernpunkte der Neuerungen beim Verkehrsdienstevertrag ist die Vereinbarung über den Einsatz von neuen S-Bahn-Garnituren in Wien. Bis zum Auslaufen des Vertrages Ende 2007 werden insgesamt 30 neue S-Bahn-Garnituren vom Typ Talent - produziert von der Firma Bombardier - in Wien zum Einsatz kommen. Damit können die zum Teil veralteten Triebwagengarnituren der Reihe 4020 sukzessive ersetzt werden. Die ersten neuen Garnituren werden in etwa Ende 2004 in Betrieb genommen werden.

Gemeinsam mit den CityShuttle Doppelstock-Garnituren, die seit wenigen Tagen auf der S-Bahn-Stammstrecke eingesetzt werden, erbringen die ÖBB damit bis Ende 2007 rund 40 Prozent ihrer Betriebsleistung auf der S-Bahn mit klimatisierten und lärmarmen Fahrzeugen, die noch dazu über Niederflureinstiege kundenfreundlich zu benützen sind.

Stadt Wien zahlt 25 Mio. Euro auf 25 Jahre für neue S-Bahn-Garnituren

Die Stadt Wien unterstützt diese Qualitätsverbesserung beim "rollenden Material" der ÖBB auf den Wiener Strecken. Als finanziellen Beitrag zur Zinstilgung des für den Ankauf notwendigen Darlehens leistet Wien befristet auf 25 Jahre jährlich eine Million Euro an die ÖBB. Insgesamt trägt die Stadt Wien damit 25 Millionen Euro für den Kauf der neuen Garnituren der Reihe TALENT bei.

Neu: Kürzere Intervalle auf S 80, verlängerte S 7 und Doppelstock in Wien

Die ÖBB verpflichten sich für die Laufzeit des Vertrages die Verkehrsdienste auf den innerhalb der Wiener Landesgrenzen befindlichen Schnellbahnlinien (S 15, S 45 und S 80) bzw. Schnellbahnlinienabschnitten (S 1, S 2, S 3, S 7, S 40,
S 50 und S 60) zu erbringen. Die Grundlage für diesen Vertrag ist das Leistungsangebot des Jahresfahrplanes 2002.

Darüber hinaus konnten in den Verhandlungen folgende Verbesserungen erreicht werden:

1. Eine Intervallverkürzung auf der Linie S 80 von bisher 30 Minuten auf 20 Minuten.

2. Eine Verlängerung der S 7. Bisher verkehrte die S 7 zwischen Flughafen Wien und Wien-Nord (Praterstern), mit dem neuen Fahrplan 2003/2004 fährt die S 7 bis zur Station Floridsdorf. Damit wird die innerstädtische Verbindung Floridsdorf - Simmering erstmals umsteigefrei mit der S-Bahn ermöglicht.

3. Außerdem werden nun auch Eilzüge aus Retz und Bernhardsthal (bzw. Breclav) über die S-Bahn-Stammstrecke geführt und enden nicht mehr in Wien Nord. Dadurch bringen die ÖBB mit sofortiger Wirkung moderne City Shuttle Doppelstock-Garnituren auf dem Herzstück der S-Bahn zum Einsatz, wodurch eine entscheidende Qualitätsverbesserung sowohl beim Wagenmaterial als auch bei den Verkehrsverbindungen erreicht wird. Die ÖBB verkürzen damit durch den Wegfall von Umstiegen für viele Pendler des Wiener Umlandes die Fahrzeit und steigern damit die Attraktivität des öffentlichen Verkehrs in Wien.

4. Durch verschiedene Maßnahmen können die Intervalle auf der S-Bahn-Stammstrecke zwischen den Stationen Wien-Meidling und Wien-Floridsdorf im Zeitraum 6 bis 22 Uhr, die bisher zwischen sechs und neun Minuten lagen, auf durchgängige 7,5 Minuten vereinheitlicht und damit verbessert werden.

Wien zahlt jährlich 4,3 Millionen Euro für Verkehrsleistung

Als Beitrag zu der von den ÖBB erbrachten Verkehrsleistung im Stadtgebiet einschließlich der genannten Verbesserungen im Fahrplanangebot wurde im Vertrag eine jährliche Zahlung der Stadt Wien an die ÖBB in der Höhe von 4,3 Millionen Euro vereinbart (300.000 Euro davon werden im Wege der Bestellförderung des Bundesministeriums für Verkehr, Innovation und Technologie zur Verfügung gestellt). Wien hat sich dabei verpflichtet, den Jahresbeitrag 2003 und 2004 bis Ende Jänner 2004 zu erbringen, wobei für 2003 ein Betrag von vier Millionen Euro vereinbart wurde.

Vertrag fixiert bis Ende 2007

Der alte Verkehrsdienstevertrag ist mit Ende 2002 ausgelaufen. Der nun zustande gekommene Vertrag gilt rückwirkend ab Beginn 2003 und endet mit dem Fahrplanwechsel Mitte Dezember 2007. (Schluss) mmr/pip

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