• 16.12.2003, 12:17:15
  • /
  • OTS0105 OTW0105

Rieder/Schmidt: Einigung über Qualitätsverbesserungen bei S-Bahn

"Neuer Verkehrsdienstevertrag bringt Intervallverdichtungen und Einigung über 30 moderne S-Bahn-Garnituren für Wien"

Wien (OTS) - "Neue Garnituren für die S-Bahn und bessere
Intervalle bis Ende 2007. Wien leistet im Gegenzug eine jährliche
Zahlung von 4,3 Millionen Euro für die Verkehrsleistung der ÖBB und
zusätzlich 1 Million Euro jährlich als Beitrag zur Zinstilgung für
den Ankauf neuer Garnituren. Das sind die Eckpunkte, auf die Wien
sich mit den ÖBB geeinigt hat", erklärte Wiens Finanz- und
Wirtschaftsstadtrat Vizebürgermeister Dr. Sepp Rieder am Dienstag im
Rahmen des Mediengesprächs des Bürgermeisters zum Abschluss des neuen
Verkehrsdienstevertrages zwischen der Stadt Wien und den ÖBB.
Enstprechend der großen Bedeutung der Einigung für die Wiener
Bevölkerung nahm an dem Mediengespräch auch ÖBB-Vorstandsdirektor
Ferdinand Schmidt teil.

"Wir sehen den neuen Vertrag als Teil einer umfassenden
Qualitätsoffensive, die wir gemeinsam mit den ÖBB auch in einer Reihe
anderer Bereiche umsetzen. Wien ist jetzt schon mit 34 Prozent
'Europameister' beim Modal Split - also dem Anteil des öffentlichen
Verkehrs an allen Wegen in der Stadt. Diese Maßnahmen sollen zu einem
weiteren Anstieg beim Modal Split beitragen und so die Lebensqualität
weiter verbessern", so Rieder.

S-Bahn neu: Qualitätsverbesserung mit sofortiger Wirkung

Der Großteil des öffentlichen Verkehrs in Wien wird von den
Wiener Linien erbracht, die zu 100 Prozent von den Kunden und aus dem
Wiener Steuertopf finanziert werden. Rieder weiter: "Wir betrachten
die S-Bahn nicht nur als Ergänzung zu den Wiener Linien als
innerstädtisches Verkehrsmittel sondern auch als entscheidend für die
rund 200.000 täglichen Einpendler nach Wien und haben deswegen diese
Qualitätssteigerungen gemeinsam mit den ÖBB erreicht."

ÖBB-Vorstandsdirektor Ferdinand Schmidt: "Wien gehört zu den
bedeutendsten Märkten, die wir bedienen. Umso mehr freut es mich,
dass die intensiven Gespräche und die gemeinsame Bewertung der
Verkehrssituation nun in einen neuen Verkehrsdienstevertrag münden,
der auf spürbare Qualitätsverbesserungen mit sofortiger Wirkung
setzt. Dadurch ist sicher gestellt, dass wir heute und auch in
Zukunft den Kunden der Bahn in Wien jenes Angebot zur Verfügung
stellen können, das sie von uns zu Recht erwarten. Mit dem TALENT
haben wir zudem einen Zug, der die optimalen Voraussetzungen für den
Einsatz in der Bundeshauptstadt erfüllt."

30 neue Garnituren: Mehr Qualität für die Fahrgäste

Einer der Kernpunkte der Neuerungen beim Verkehrsdienstevertrag
ist die Vereinbarung über den Einsatz von neuen S-Bahn-Garnituren in
Wien. Bis zum Auslaufen des Vertrages Ende 2007 werden insgesamt 30
neue S-Bahn-Garnituren vom Typ Talent - produziert von der Firma
Bombardier - in Wien zum Einsatz kommen. Damit können die zum Teil
veralteten Triebwagengarnituren der Reihe 4020 sukzessive ersetzt
werden. Die ersten neuen Garnituren werden in etwa Ende 2004 in
Betrieb genommen werden.

Gemeinsam mit den CityShuttle Doppelstock-Garnituren, die seit
wenigen Tagen auf der S-Bahn-Stammstrecke eingesetzt werden,
erbringen die ÖBB damit bis Ende 2007 rund 40 Prozent ihrer
Betriebsleistung auf der S-Bahn mit klimatisierten und lärmarmen
Fahrzeugen, die noch dazu über Niederflureinstiege kundenfreundlich
zu benützen sind.

Stadt Wien zahlt 25 Mio. Euro auf 25 Jahre für neue
S-Bahn-Garnituren

Die Stadt Wien unterstützt diese Qualitätsverbesserung beim
"rollenden Material" der ÖBB auf den Wiener Strecken. Als
finanziellen Beitrag zur Zinstilgung des für den Ankauf notwendigen
Darlehens leistet Wien befristet auf 25 Jahre jährlich eine Million
Euro an die ÖBB. Insgesamt trägt die Stadt Wien damit 25 Millionen
Euro für den Kauf der neuen Garnituren der Reihe TALENT bei.

Neu: Kürzere Intervalle auf S 80, verlängerte S 7 und
Doppelstock in Wien

Die ÖBB verpflichten sich für die Laufzeit des Vertrages die
Verkehrsdienste auf den innerhalb der Wiener Landesgrenzen
befindlichen Schnellbahnlinien (S 15, S 45 und S 80) bzw.
Schnellbahnlinienabschnitten (S 1, S 2, S 3, S 7, S 40,
S 50 und S 60) zu erbringen. Die Grundlage für diesen Vertrag ist das
Leistungsangebot des Jahresfahrplanes 2002.

Darüber hinaus konnten in den Verhandlungen folgende
Verbesserungen erreicht werden:

1. Eine Intervallverkürzung auf der Linie S 80 von bisher 30
Minuten auf 20 Minuten.

2. Eine Verlängerung der S 7. Bisher verkehrte die S 7 zwischen
Flughafen Wien und Wien-Nord (Praterstern), mit dem neuen Fahrplan
2003/2004 fährt die S 7 bis zur Station Floridsdorf. Damit wird die
innerstädtische Verbindung Floridsdorf - Simmering erstmals
umsteigefrei mit der S-Bahn ermöglicht.

3. Außerdem werden nun auch Eilzüge aus Retz und Bernhardsthal
(bzw. Breclav) über die S-Bahn-Stammstrecke geführt und enden nicht
mehr in Wien Nord. Dadurch bringen die ÖBB mit sofortiger Wirkung
moderne City Shuttle Doppelstock-Garnituren auf dem Herzstück der
S-Bahn zum Einsatz, wodurch eine entscheidende Qualitätsverbesserung
sowohl beim Wagenmaterial als auch bei den Verkehrsverbindungen
erreicht wird. Die ÖBB verkürzen damit durch den Wegfall von
Umstiegen für viele Pendler des Wiener Umlandes die Fahrzeit und
steigern damit die Attraktivität des öffentlichen Verkehrs in Wien.

4. Durch verschiedene Maßnahmen können die Intervalle auf der
S-Bahn-Stammstrecke zwischen den Stationen Wien-Meidling und
Wien-Floridsdorf im Zeitraum 6 bis 22 Uhr, die bisher zwischen sechs
und neun Minuten lagen, auf durchgängige 7,5 Minuten vereinheitlicht
und damit verbessert werden.

Wien zahlt jährlich 4,3 Millionen Euro für Verkehrsleistung

Als Beitrag zu der von den ÖBB erbrachten Verkehrsleistung im
Stadtgebiet einschließlich der genannten Verbesserungen im
Fahrplanangebot wurde im Vertrag eine jährliche Zahlung der Stadt
Wien an die ÖBB in der Höhe von 4,3 Millionen Euro vereinbart
(300.000 Euro davon werden im Wege der Bestellförderung des
Bundesministeriums für Verkehr, Innovation und Technologie zur
Verfügung gestellt). Wien hat sich dabei verpflichtet, den
Jahresbeitrag 2003 und 2004 bis Ende Jänner 2004 zu erbringen, wobei
für 2003 ein Betrag von vier Millionen Euro vereinbart wurde.

Vertrag fixiert bis Ende 2007

Der alte Verkehrsdienstevertrag ist mit Ende 2002 ausgelaufen.
Der nun zustande gekommene Vertrag gilt rückwirkend ab Beginn 2003
und endet mit dem Fahrplanwechsel Mitte Dezember 2007. (Schluss)
mmr/pip

OTS0105    2003-12-16/12:17

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NRK

Bei Facebook teilen.
Bei X teilen.
Bei LinkedIn teilen.
Bei Xing teilen.
Bei Bluesky teilen

Stichworte

Channel