• 12.12.2003, 10:20:05
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Glawischnig: Grasser als Totengräber der Buchhandlungen

Zentraler Einkauf des Staates könnte Aus für viele Buchhändler bedeuten

Wien (OTS) Finanzminister Grasser plant laut einem Artikel im
'Standard' den Bucheinkauf des Bundes zentral über die
Bundesbeschaffungsgesellschaft abzuwickeln. Bisher wurden die
Einkäufe dezentral über den nächstgelegenen Buchhändler abgewickelt,
der den gesetzlich erlaubten Rabatt von fünf Prozent gewährte. Diese
Einkäufe stellten in etlichen Buchhandlungen bisher bis zu 30 Prozent
des Jahresumsatzes dar. "Grasser betätigt sich damit als Totengräber
der österreichischen Buchhandlungen. Denn kaum eine Buchhandlung wird
einen Umsatzverlust von bis zu dreißig Prozent überleben", kritisiert
Eva Glawischnig, stv. Bundes- und Kultursprecherin der Grünen.

Durch einen zentralen Einkauf eröffnen sich zwei Szenarien: Entweder
werden die Bücher für den Staat teurer, weil der Postversand berappt
werden muss, was nicht im Sinne des Staates sein kann. Oder aber ein
Händler bietet, angelockt durch das Geschäft mit dem Staat, unter dem
gesetzlich festgeschriebenen Rabatt von fünf Prozent an und verstoßt
damit gegen das Gesetz für unlauteren Wettbewerb. "In letzterem Fall
besteht der Verdacht, dass das Finanzministerium quasi zum Bruch des
Buchpreisbindungsgesetzes anstiftet", so Glawischnig.

OTS0077    2003-12-12/10:20

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