- 10.12.2003, 13:12:32
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VP-Pfeiffer: Gesundheits- und Sozialzentren in Wien sind dringend reformbedürftig
Zufriedenheit beim Kunden aber Bürokratie steigt über die Maßen.
Wien (VP-Klub): "Die Übernahme der Aufgaben der MA 47 in den Fonds
Soziales Wien wird nach dem Bericht des Kontrollamtes zu den
Gesundheits- und Sozialzentren (GZS) sicher Konsequenzen in mehr
Struktur-, Ablauf- und Ergebnisqualität zeitigen müssen. Die
unmittelbare Zufriedenheit der Klienten mit der bisherigen Arbeit der
GSZ ist aber dennoch sehr hoch" berichtet heute der VP-Gemeinderat
LAbg. Gerhard Pfeiffer.
Mit durchschnittlich 222 Mitarbeitern plus den zusätzlichen
beauftragten Kräften der verschiedenen Organisationen, die im
Dachverband der Wiener Gesundheits- und Sozialdienste zusammengefasst
sind, bewältigen die GSZ im Jahr 2002
577.942 Pflegeleistungen bei Patienten zu Hause,
10.438 Anträge auf soziale Dienste
3.492 Pflegegeld-Anträge
13.107 Besuche durch Diplompflege- und Sozialpersonal
9.279 betreute Klienten durch Heimhilfepersonal mit insgesamt
3.890.379 Stunden.Darüber hinaus gibt es noch eine Reihe anderer Leistungen, von
Öffentlichkeitsarbeit bis hin zu speziellen Pflege- u.
Beratungstätigkeiten wie Inkontinenzberatung oder die Betreuung
dementer alter Menschen. Pfeiffer: "Dass dabei nur 73 Beschwerden an
die Abteilungsleitung herangetragen wurden, ist durch aus
beachtlich".
Bürokratieabbau, Rationalisierungsmaßnahmen und Einsparungen
sind notwendig
Es gibt aber dennoch viele Kritikpunkte, die alle Bereiche der
Organisation, der Dokumentation und der Durchführung, sowie dem nicht
vorhandenen Qualitätsmanagement gelten. Krankenstände bei
Diplomsozialarbeitern sind mit über 40% untragbar und die Leistungen
beim Klienten nehmen kontinuierlich ab, während der Bürokratieaufwand
steigt.
Einsparungen scheinen bei der Beauftragung der externen ( SP-nahen)
Sozialdienste, die sich bevorzugter Behandlung erfreuen und weitaus
teurer sind als abteilungseigene Arbeitskräfte, ebenso möglich, wie
im Entlassungsmanagement durch die Krankenhäuser des Wiener
Krankenanstaltenverbundes. EDV-Einsatz auf allen Ebenen würde
wertvolle Arbeitszeit freisetzen, die derzeit mit manuellem und
mehrfachem Erstellen von Statistiken und Arbeitsnachweisen vergeht.
Pfeiffer: "Die GSZ sind noch immer in der Aufbauphase, müssen
konsequenter, moderner und einheitlicher organisiert werden und in
ein integriertes Konzept für die Pflegekette - von Information über
Beratung, von Tageszentrumsleistungen zur Hilfe zu Hause, von
semistationären bis zu stationären Einrichtungen - eingebaut werden.
Dies sieht auch die Andersenstudie - "Leistungen der Stadt Wien für
Senioren" aus 2002 - vor. Die rückläufige Arbeit beim Klienten muss
wieder ausgeweitet werden, die Bürokratie eingedämmt.".
"Die Vorgangsweise der absolut regierenden Sozialdemokraten bei der
Schaffung des Fonds Soziales Wien ist nicht dazu angetan, Vertrauen
in eine Verbesserung entstehen zu lassen. Ohne Information und ohne
Mitbestimmung für die Ziele und Satzungen des FSW können wir nicht
darauf hoffen, dass in Wien jene Maßnahmen getroffen werden, die den
zu erwartenden Pflegenotstand auf Grund der demographischen
Entwicklung verhindern werden", betonte Pfeiffer abschließend.
OTS0143 2003-12-10/13:12
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