• 10.12.2003, 12:00:36
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Sozialistische Jugend protestiert vor dem Parlament

Die Kehrseite neoliberaler Wirtschaftspolitik ist 44 Prozent mehr Jugendarbeitslosigkeit

Wien (SK) Die Sozialistische Jugend Österreich (SJÖ) setzte heute
Mittwoch vor dem Parlament anlässlich des parlamentarischen
Sozialausschusses eine Protestaktion gegen die steigende
Jugendarbeitslosigkeit. Betrug die Zahl der arbeitslosen 15 bis unter
25jährigen im Oktober 2000 noch 27.103 Personen, so waren im Oktober
2003 schon 39.137 Jugendliche ohne Arbeit. Das entspricht einem
Zuwachs von 44 Prozent - Tendenz weiterhin steigend. ****

Für Andreas Kollross, Vorsitzenden der SJÖ, ist die steigende
Arbeitslosigkeit ein ewiger Begleiter der Untätigkeit der
schwarz-blauen Bundesregierung. "Das ist die Kehrseite neoliberaler
Wirtschaftspolitik. Die Steuergeschenke und Förderungen für
Unternehmen haben nicht den von FPÖVP formulierten Zuwachs an
Lehrstellen erbracht. Tatsächlich hat sich die Anzahl der
Lehrstellensuchenden innerhalb von drei Jahren um mehr als zwei
Drittel erhöht, während das Lehrstellenangebot um 15 Prozent geringer
wurde. Das zeigt, dass sich die Betriebe von der Lehrlingsausbildung
verabschieden und die Maßnahmen der Bundesregierung nicht greifen.
Trotz medienwirksam inszenierter Jugendbeschäftigungsgipfel, bei
denen ausschließlich JournalistInnen Beschäftigung finden, schauen
die Jugendlichen nach wie vor durch die Finger", so Kollross
gegenüber dem Pressdienst der SPÖ.

"Effektive Maßnahmen zur Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit müssen
bei den Betroffenen ansetzen. Die Unternehmen profitieren von gut
ausgebildeten Fachkräften, also sollten sie letztendlich für deren
Ausbildung aufkommen. Mit der Wertschöpfungsabgabe könnte das triale
Ausbildungssystem finanziert werden. Jugendliche würden im Gegensatz
zum bisherigen dualen Ausbildungssystem in öffentlichen
Lehrwerkstätten jene praktischen Kenntnisse erwerben, die ihnen im
Betrieb verwehrt bleiben. Der Staat würde somit endlich für Lehrlinge
die Verantwortung wahrnehmen, deren Notwendigkeit ihm im
berufsbildenden oder Mittelschulbereich niemand abspricht.
Arbeitszeitverkürzung bei vollem Lohnausgleich ist ein weiterer
Schritt in Richtung Vollbeschäftigung im Sinne der fairen Verteilung
von Arbeit", so Kollross weiter.

Kollross fordert abschließend von der Bundesregierung Taten statt
schöner Worte: "Was wir aber von der schwarz-blauen Bundesregierung
immer wieder zu hören bekommen, sind lahme Ausreden auf die schlechte
Wirtschaftslage und große Vorankündigungen von
Jugendbeschäftigungsoffensiven. Die steigende Jugendarbeitslosigkeit
- in drei Jahren 44 Prozent - zeigt die Realität. Die Bundesregierung
negiert durch ihr Nichthandeln die gestalterische Möglichkeit der
Politik zur Schaffung von Arbeitsplätzen." (Schluss) ns/mm

Fotos der Aktion sind bei der SJÖ erhältlich.

Rückfragehinweis: SJÖ, Wolfdietrich Hansen, 01 523 41 23 oder 0699 19
15 48 04, http://www.sjoe.at

OTS0107    2003-12-10/12:00

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