• 09.12.2003, 09:41:22
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Mexiko: Zweitgrößter Handelspartner in Lateinamerika

Österreichisch-mexikanisches Freihandelsabkommen wird noch zu wenig genutzt - Chancen bieten sich für Zulieferbetriebe

Wien (PWK877) - Zum Betreuungsbereich der WKÖ-Außenhandelsstelle
Mexiko gehören neun Länder: Neben Mexiko sind das Kuba, Guatemala,
Belize, El Salvador, Honduras, Nicaragua, Costa Rica und Panama. "Im
laufenden Jahr werden unsere Exporte in diese Zone an die 210 Mio
Euro, unsere Importe rund 180 Mio Euro betragen", erwartet Walter
Koren, Leiter der Außenwirtschaft Österreich (AWO) der WKÖ. Mit dem
wichtigsten Handelspartner Mexiko laufen unsere Lieferungen nach dem
Rekordjahr 2001 und einer Abschwächung 2002 (-7%) wieder sehr gut.
Das Exportplus machte in den ersten acht Monaten 8,7% aus (Volumen:
105,2 Mio Euro). 2004 sollte die Entwicklung wieder weiter nach oben
gehen - die Voraussagen sprechen jedenfalls von 3 bis 3,5%
Wirtschaftswachstum, was sich auch auf die österreichischen Exporte
positiv auswirken sollte.

Mit den anderen Ländern des Betreuungsbereiches haben sich unsere
Handelsbeziehungen sehr unterschiedlich entwickelt. Franz Dorn,
österreichischer Handelsdelegierter in Mexiko: "Während wir zum
Beispiel mit Kuba, Nicaragua, Belize und Guatemala Exportzuwächse
verzeichnen können, sind unsere Lieferungen nach Salvador, Costa Rica
und Panama zurückgegangen."

"Mexiko selbst ist ein schwieriger, kompetitiver Markt, aber ein
Lichtblick in Lateinamerika", analysiert Dorn. "Das
Freihandelsabkommen zwischen Österreich und Mexiko wird aber von
österreichischen Unternehmen noch zu wenig genutzt." Für eine bessere
Präsenz sei es nötig, viele Nischen zu besetzen und Veranstaltungen
vor Ort zu machen. Für Österreich ist Mexiko (nach Brasilien) zur
Zeit der zweitgrößte Handelspartner in Lateinamerika. Ein Grund für
diese eher unbefriedigende Situation hängt in erster Linie mit der
geringen Investitionsneigung, strukturell aber auch mit dem
gewaltigen Einfluß der USA zusammen, die allein mehr als zwei Drittel
der gesamten mexikanischen Importe abdecken und gerade im Maschinen-
und Anlagenbereich massiv vertreten sind, der traditionell zu den
österreichischen Stärken zählt. Dorn: "Um den verbleibenden
Kuchenteil ist der Wettbewerb naturgemäß um so heftiger und jene
Nationen, die durch Niederlassungen in den Zielmärkten besser
vertreten sind, verfügen über stärkere Trümpfe."

Eine Eigenart des mexikanischen Außenhandels ist zudem der bedeutende
Anteil der "Maquiladoras" (Veredelungsbetriebe), die etwa die Hälfte
des gesamten mexikanischen Außenhandels abwickeln und deren beim
Re-Export erzielter Saldo mit größenordnungsmäßig 20 Mrd US-Dollar
mit dem Export von Öl und Ölprodukten und noch vor den ausländischen
Direktinvestitionen und den Transfers der mexikanischen Emigration
die wichtigste Devisenquelle des Landes darstellt. Niederlassungen
österreichischer Unternehmen sind weder unter den Maquiladoras und
auch nur zu einem geringen Anteil unter den Zulieferern wichtiger
Industriezweige - wie etwa der Automobilindustrie vor Ort -
vertreten. Die Zahl der in Mexiko tätigen österreichischen
produzierenden Unternehmen ist, wie auch in anderen
lateinamerikanischen Ländern, traditionsgemäß niedrig. In Mexiko
wirkt sich zudem noch die vergleichsweise geringe Dichte
westeuropäischer Industriebetriebe aus, zu deren Unterlieferanten
viele österreichische Unternehmen zählen. Teilweise wird der
mexikanische Markt aber von österreichischen US-Niederlassungen aus
beliefert und betreut. Grundsätzlich mache es aber Sinn, den Markt
weiter im Auge zu behalten, um einerseits den Aufschwung nicht zu
versäumen und schon jetzt diverse sich bietende Möglichkeiten zu
überprüfen. Chancen bieten vor allem der Investitionsgütersektor
(Energie, Plastikverarbeitung, Baustoffindustrie und Baumaschinen,
Nahrungsmittelindustrie, Medizintechnik, Automobilindustrie,
Sicherheitstechnik, Agrarmaschinen, Metallverarbeitung,
Telekommunikation, Transport, Bergbau und Erdölindustrie, bis zu
einem gewissen Grad auch der Umweltschutz etwa in den Bereichen
Wasser, Ver- und Entsorgung). Lieferchancen, die das
Freihandelsabkommen bietet, sollten unbedingt wahrgenommen werden.
(BS)

OTS0038    2003-12-09/09:41

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