• 06.12.2003, 17:57:16
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Kassenverhandlungen: Keine Einigkeit bei den steigenden Heilmittelkosten

Ärztechef Dorner: "Noch kein Abschluss eines neues Gesamtvertrags" - Patientenfreundlichere Öffnungszeiten - Reduktion von 200 Kassenplanstellen wurde verhindert

Wien (OTS) - In der heute, Samstag, stattgefundenen 5.
Verhandlungsrunde zwischen Ärztekammer für Wien und Wiener
Gebietskrankenkasse kam es in bezug auf den Gesamtvertrag zu einigen
wichtigen Übereinkünften. Die Ärztekammer nahm die Vertragskündigung
seitens der Gebietskrankenkasse zum Anlass, den aus dem Jahr 1956
stammenden Gesamtvertrag, gänzlich zu überarbeiten.
Ärztekammerpräsident Prim. MR Dr. Walter Dorner in einer ersten
Stellungnahme: "Die strukturellen Veränderungen bringen enorme
Vorteile für die Wiener Patientinnen und Patienten und administrative
Erleichterungen für die Wiener Kassenärztinnen und -ärzte".****

Ein Erfolg konnte bei der im Gesamtvertrag enthaltenen
Öffnungszeitenregelung erreicht werden. Die neue
Öffnungszeitenregelung gilt für alle Allgemeinmediziner und
Fachärzte, die ab dem 1.1.2004 in ein Vertragsverhältnis mit der
Wiener Gebietskrankenkasse treten. Für alle anderen Wiener
Kassenärztinnen und -ärzte wird es eine schrittweise Annäherung an
längere Öffnungszeiten geben. Dorner: "Für die Wiener Patientinnen
und Patienten bedeutet diese Erweiterung der Öffnungszeiten noch mehr
Service und Wien erfährt dadurch eine enorme Ausweitung der
medizinischen Betreuungsqualität. Dies entspricht den Anforderungen,
die an eine Weltstadt gestellt werden."

Einsparung von 200 Kassenplanstellen verhindert

Bei den heutigen Verhandlungen wurde auch über die von der
Gebietskrankenkasse geforderte Reduktion von 200 Kassenplanstellen
diskutiert. Dorner: "Wir haben uns vehement gegen diese Rationierung
und Schlechterstellung der Versorgung der Wiener Patienten gewehrt
und konnten diese auch verhindern." Strukturelle und qualitative
Anpassungen in den einzelnen medizinischen Bereichen seien durchaus
notwendig, weil es beispielsweise keinen niedergelassenen Facharzt
für Kinder- und Jugendpsychiatrie in Wien gebe. Das Volumen der
kassenärztlichen Versorgung müsse jedoch erhalten bleiben, so Dorner.
Gebietskrankenkasse und Ärztekammer haben sich darauf geeinigt, dass
Stellen nur dann reduziert werden, wenn ein Arzt seine Stelle
freiwillig zurücklegt.

Steinhart: Zähes Ringen um die Heilmittelkosten

Weiters wurden am Nachmittag die einzelnen Vorschläge von
Gebietskrankenkasse und Ärztekammer zur Eindämmung der steigenden
Medikamentenkosten diskutiert. Es wurde festgelegt, dass ein
Kassenarzt bei wirkstoffgleichen Präparaten das kostengünstigste
verordnen soll. Ärztekammer-Vizepräsident Dr. Johannes Steinhart
dazu: "Wir verpflichten uns zur Ökonomie, eine Verknüpfung von
Arzneimittelverschreibungen und Honoraren wurde aber seit der ersten
Verhandlungsrunde von uns vehement abgelehnt. Auch Sanktionen wie
Honorareinbußen oder der Entzug des Kassenvertrags sind absolut
inakzeptabel. Geht die Gebietskrankenkasse nicht von ihrem Kurs ab,
den Arzt zu bestrafen, wenn er nicht nach Vorstellung des
Hauptverbands verschreibt, rückt eine Einigung immer weiter in die
Ferne." Der Hauptverband nütze seine Macht, billige Medikamente
einzukaufen, scheinbar so schlecht, dass er diese Mehrkosten den
Ärztinnen und Ärzten aufbürden wolle. Steinhart: "Wir werden es
sicher nicht zulassen, dass das schlechte Verhandlungsgeschick des
Hauptverbands bei den Medikamentenverhandlungen auf dem Rücken der
Wiener Bevölkerung ausgetragen wird. Dafür haben wir unseren
Patienten gegenüber einfach eine zu hohe Verantwortung."

Die Verhandlungen werden am Montag, den 8. Dezember 2003,
fortgesetzt. (bb)

OTS0034    2003-12-06/17:57

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