Österreichische Ärztekammer bietet ÖÄK-Spezialdiplom Genetik an

Qualitätsgesicherte Fortbildungsmaßnahme dient Verbesserung der Versorgung - Wohnortnahe Betreuung und Zuweisung zu Experten soll optimiert werden

Wien (OTS) - Die Österreichische Ärztekammer (ÖÄK) stellt ab sofort ein ÖÄK-Spezialdiplom Genetik zur Verfügung. Das neue Fortbildungsangebot des ÖÄK-Arbeitskreises Genetik und der "österreichischen akademie der ärzte" richtet sich an alle Allgemeinmediziner und Fachärzte und soll aktuelles Basiswissen im Bereich Humangenetik vermitteln. Mit der neuen Fortbildungsmöglichkeit für Ärzte reagiert die ÖÄK auf die rasante Entwicklung auf dem Gebiet der Genetik. "Durch die neuen, wissenschaftlichen Erkenntnisse werden unsere präventiven, prognostischen, diagnostischen und therapeutischen Möglichkeiten optimiert, was unseren Patienten direkt zugute kommt", erklärte ÖÄK-Präsident Dr. Reiner Brettenthaler am Freitag in einer Aussendung. Gleichzeitig wachse der Anspruch an die Ärzte, die Entwicklung und die darin liegenden Chancen zu erkennen, transparent zu machen und mit den Patienten in geeigneter Weise zu kommunizieren. Auch dieser Anforderung trage das neue Diplom Rechnung. Leider seien Krankheiten mit genetischer Komponente heute noch vielfach tabuisiert und angstbesetzt. "Wir möchten als Ärztekammer auch dazu beitragen, dass sich das ändert", betonte Brettenthaler.

Das zukunftsweisende und qualitätsgesicherte Diplom Genetik solle unter anderem auch dazu dienen, die wohnortnahe Erst-Betreuung von Patienten zu erleichtern, berichtete der Leiter des Bildungsausschusses der Österreichischen Ärztekammer und Vize-Präsident der Salzburger Ärztekammer, Dr. Terje Hovdar. "Es ist klar, dass Ratsuchende zuerst einen Arzt in ihrer Nähe aufsuchen. Wenn wir nun auf dieser Ebene Kompetenzen sukzessive verstärken, ist das ein wichtiger Schritt nach vorn bei der wohnortnahen Versorgung", erläuterte Hovdar. Verbessert werden solle ferner die gezielte Weitervermittlung von Patienten aus dem niedergelassenen Bereich an spezialisierte Experten, Zentren oder Beratungsstellen. Generell sei ein solides Grundlagenwissen in der Disziplin unumgänglich, um mögliche Problemlagen richtig einschätzen und bewerten sowie Betroffene optimal in Fachberatung oder -betreuung zuweisen zu können.

Kommunikation als ein Schwerpunkt

Näher eingegangen wird im Rahmen der Fortbildung auch auf die psychologische Komponente des Themas und den Bereich der Kommunikation. "Für den vertrauensvollen Umgang von Arzt und Patient ist eine gute Gesprächsbasis in diesem sensiblen Bereich von größter Bedeutung", erläuterte Hovdar dazu. Weitere Schwerpunkte seien die Betrachtung rechtlicher und ethischer Fragen sowie die Diskussion unterschiedlicher Krankheitsbilder aus den diversen Fachgebieten wie etwa Innere Medizin, Kinderheilkunde, Gynäkologie oder Psychiatrie.

Der fünfteilige ÖÄK-Diplom-Fortbildungskurs Genetik, der insgesamt 72 Unterrichtsstunden umfassen wird, basiert auf der inhaltlichen Konzeption und umfangreichen Vorarbeiten des Arbeitskreises Genetik der Österreichischen Ärztekammer (ÖÄK) unter der Leitung von Univ.-Prof. Dr. Ernst Kubista, Leiter der Klinischen Abteilung für Spezielle Gynäkologie an der Universitätsfrauenklinik Wien. Dieser würdigte das neue Angebot als richtungsweisenden Schritt der Qualitätssicherung. Kubista: "Nachdem genetische Beratungen und Untersuchungen in allen Teilbereichen der Medizin eine größere Bedeutung erlangen werden, ist eine kontinuierliche qualitätsgesicherte Information von Kolleginnen und Kollegen aus allen Fachbereichen unerlässlich. Nur so ist gewährleistet, dass die Patientinnen und Patienten kompetent beraten und behandelt werden. Mit dem neuen Diplom ist eine entscheidende Grundlage erarbeitet worden, um das Ziel einer qualitätsgesicherten Beratung, Diagnose und Therapie zu ermöglichen."

Der Arbeitskreis Genetik der Österreichischen Ärztekammer bietet die Seminarreihe gemeinsam mit der "österreichischen akademie der ärzte", dem Bildungsforum der ÖÄK, im Februar 2004 erstmals für die Ärzteschaft an. Nähere Informationen sind erhältlich auf der Homepage der österreichischen akademie der ärzte unter der webadresse:
www.arztakademie.at.
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