• 05.12.2003, 12:38:33
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  • OTS0166 OTW0166

Doppelmoral in der Wirtschaftkammer

Als Wähler gefragt, Wählbarkeit verweigert

Wien (OTS) - "Die Ablehnung des Antrages des Wirtschaftsverbandes
Wien, ausländischen UnternehmerInnen bei der Wirtschaftskammer-Wahl
auch das passive Wahlrecht zuzugestehen durch Wirtschaftsbund und RFW
ist eine Bestätigung des bisherigen Kurses dieser Fraktionen.", führt
der Präsident des Wirtschaftsverbandes Wien, GR Fritz Strobl, aus.

"Insbesondere das Verhalten des Wirtschaftsbundes ist in dieser
Frage von einer seltsamen Doppelmoral gekennzeichnet.
UnternehmerInnen mit nicht-österreichischer Staatsbürgerschaft haben
ja bekanntlich das aktive Wahlrecht, also das Recht, wählen zu gehen.
Das Recht, eigene Vertreter wählen zu lassen wird ihnen aber nach wie
vor verweigert. Gleichzeitig bemüht sich aber der Wirtschaftsbund um
die Stimmen dieser Wählergruppe."

Strobl kritisiert, dass der Wirtschaftsbund aber dann, wenn es
tatsächlich um die Interessen der ausländischen KollegInnen gehe,
nichts für sie täte.

Österreich verliere an Glaubwürdigkeit und in seiner Position als
internationaler Wirtschaftsstandort, wenn zwar versucht würde, den
Wirtschaftsstandort ausländischen UnternehmerInnen schmackhaft zu
machen, ihnen jedoch grundlegende demokratische Rechte verweigert
würden.

Strobl weist auch darauf hin, dass einzelne Branchen wie etwa im
Bereich der Märkte, ohne die Tätigkeit von UnternehmerInnen ohne
österreichische Staatsbürgerschaft gar nicht existieren könnten.
Strobl wörtlich dazu: " Will man etwa ein Wien ohne Märkte?"

Abschließend hielt der Präsident des Wirtschaftsverbandes Wien
fest: "Wir werden in unseren Bemühungen nicht aufhören, wenn es darum
geht, demokratische Rechte für jene einzufordern, die ihren Pflichten
seit Jahren nachkommen."

OTS0166    2003-12-05/12:38

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