- 04.12.2003, 09:06:01
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Gestrichene Freifahrten kosten Jugendliche ein Vermögen!
GdG-Hauptgruppe II protestiert gegen Abkassiererei bei 6.000 SchülerInnen
Wien (GdG/ÖGB). Rund 6.000 SchülerInnen der Gesundheits- und
Krankenpflegeberufe trifft eine neue "Sparmaßnahme" der
Bundesregierung mit voller Wucht: Ihnen soll die Freifahrt zu ihren
Ausbildungsstätten gestrichen werden. Edgar Martin, Jugendreferent
der Hauptgruppe II der Gewerkschaft der Gemeindebediensteten (GdG):
"Derartige Abkassiererei werden wir, auch angesichts der angespannten
Personalsituation in den Pflegeberufen, nicht hinnehmen."++++
Per Gesetz sind den rund 6.000 Gesundheits- und
KrankenpflegeschülerInnen in Österreich als Minimum 2.480 Stunden
Praxis vorgeschrieben. Diese sogenannten Praktikastunden (insgesamt
rund 11 Monate) absolvieren die Jugendlichen in drei bis vier
Blockveranstaltungen im Jahr. Die Anfahrt zu den Ausbildungsstätten
sollen sie nun aus eigener Tasche zahlen. Martin: "Pro Kopf würden
die dafür notwendigen Monatskarten für die öffentlichen
Verkehrsmittel jeden Betroffenen im Lauf der drei Jahre Ausbildung
rund 500 Euro kosten. Das ist mehr als die Kosten einer Jahreskarte!"
Ein bürokratischer Trick macht den Anschlag auf die Geldbörsen der
Jugendlichen erst möglich. Der HG II-Jugendreferent: "Die
Praktikastunden sind zwar als Teil der Ausbildung zwingend
vorgeschrieben. Aber die für soziale Sicherheit zuständige
Staatssekretärin Ursula Haubner stellt sich nun auf den Standpunkt,
die Anfahrt zu den Blockveranstaltungen sei laut
Familienlastenausgleichsgesetz kein ‚Schulweg’ im engeren Sinn - in
Oberösterreich wurden die Ausweise der SchülerInnen deshalb bereits
einkassiert, ganz Österreich soll folgen."
Besonders lächerlich sei die Argumentation der verantwortlichen
PolitikerInnen angesichts der örtlichen Gegebenheiten. Denn
abgehalten werden die Praktika häufig direkt im ausbildenden
Krankenhaus. "Das würde bedeuten: An Schultagen mit Eingang A gibt’s
Freifahrt, an Praxistagen mit Eingang B muss man zahlen. Das ist doch
lächerlich", ärgert sich Martin. Gerade in Zeiten von Pflegenotstand
und heftigen Diskussionen über die verbesserte Ausbildung des
Pflegepersonals werde man die Abkassiererei bei Jugendlichen in
Ausbildung keinesfalls hinnehmen: "Im Jänner starten wir mit
Österreich weiten Protestaktionen um diesen Unsinn möglichst rasch
wieder abzustellen."
ÖGB, 4. Dezember 2003
Nr. 1014
OTS0029 2003-12-04/09:06
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