- 03.12.2003, 14:00:45
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EU-Vorschlag für den Zahlungsverkehr: Kreditwirtschaft warnt vor Mehrkosten
Wien (PWK869) - Die Kreditwirtschaft halte die Bemühungen für
raschere, sichere und kostengünstige Überweisungen im Interesse der
Kunden für verständlich, wenn es um die Beseitigung technischer und
rechtlicher Hürden gehe. "Eine Reihe der dabei vorgestellten
Vorschläge würde aber diesen Zielen, schneller und billiger zu
werden, widersprechen und mit neuen Kostenbelastungen verbunden
sein", kritisiert Syndikus Herbert Pichler, Geschäftsführer der
Bundeskreditsparte der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), diese
Vorschläge.
Vor allem die Beschränkung der Haftung auf 150 Euro beim Verlust bzw
Missbrauch einer Karte, selbst bei Missachtung aller
Sorgfaltspflichten würde die Kunden geradezu zur Nachlässigkeit
einladen. Die Masse der sorgfältigen Kunden müsste letztlich die
durch die Nachlässigkeit einiger Kunden entstehenden Kosten
mittragen. Die Beurteilung von derartigen Schadensfällen sollte wie
bisher aber den Gerichten überlassen bleiben, stellte Pichler fest.
Die vorgesehene einseitige Lastenverteilung ist für die
österreichischen Banken nicht akzeptabel.
Pichler verweist in diesem Zusammenhang neben der angeführten
Haftungsregelung bei Karten auf den Ansatz der EU-Kommission, wonach
Banken haften sollen, wenn bei einem Versandgeschäft das Produkt
nicht in Ordnung ist. Das sei "undenkbar", denn die Bank "hat nichts
mit dem Grundgeschäft zu tun" und könne auch nicht diese Aufgabe
übernehmen.
Bei einer Reihe zusätzlicher Prüf- und Informationspflichten ist eine
Kosten-/Nutzen-Analyse notwendig, da sie jedenfalls mit neuen
Belastungen verbunden sind, die letztlich vom Kunden getragen werden
müssen.
Pichler zeigt sich optimistisch, dass die Banken die Zielvorgabe
eines schnelleren Zahlungs-verkehrs bis 2006 einhalten können. Die
EU-Kommission will die Überweisungsdauer von derzeit sechs auf drei
Tage halbieren. "Die Banken arbeiten bereits intensiv an technischen
Lösungen um den Zahlungsverkehr zu beschleunigen und effizienter zu
machen", betont Pichler.
Die österreichische Kreditwirtschaft unterstützt daher die Initiative
der europäischen Kreditwirtschaft zur Schaffung eines einheitlichen
Zahlungsverkehrsraumes unter Einschluss der neuen Mitgliedsländer bis
2006, die die fehlenden technischen Voraussetzungen und Standards
schaffen sollen, um den Zahlungsverkehr rascher und kostengünstiger
abwickeln zu können. (Ne)
OTS0215 2003-12-03/14:00
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