• 03.12.2003, 11:13:12
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Ringen um Kompromiss bei der Förderung für Stammzellenforschung

Gehrer: Keine EU-Förderung für die Zerstörung von Embryonen

Wien (OTS) - Österreich ist es gelungen, durch seine konsequente
Haltung und das Förderungs-Moratorium eine Diskussion auf
europäischer Ebene auszulösen. Dadurch wurde erreicht, dass die
italienische Präsidentschaft unter der Federführung der zuständigen
Ministerin Moratti einen sehr restriktiven Kompromiss-Vorschlag
vorgelegt hat. Dieser Kompromiss-Vorschlag erlaubt keine Förderung
für die Forschung mit Embryonen und die Erzeugung neuer embryonaler
Stammzellen. Nur unter strengen Auflagen soll die Forschung an
Stammzelllinien, die vor einem bestimmten Stichtag (Vorschlag
italienische Präsidentschaft 3. Dezember 2003) erzeugt wurden,
gefördert werden können. Österreich hat auch erreicht, dass in das
Papier der italienischen Präsidentschaft aufgenommen wurde, dass die
Forschung an adulten Stammzellen und an Stammzellen aus dem
Nabelschnurblut prioritär gefördert werden soll. "Derzeit gibt es ein
Ringen um einen Kompromiss. Damit soll verhindert werden, dass sich
jene liberalen Länder durchsetzen, die die Förderung der Forschung
mit Embryonen ohne Restriktionen erlauben wollen", erklärte
Bildungsministerin Gehrer vor der heutigen Entscheidung der
EU-Forschungsminister/innen.
Österreich hegt starke ethische Bedenken gegenüber der Durchführung
von Forschungsarbeiten mit embryonalen Stammzellen. "Wir treten daher
nach wie vor dafür ein, mit Geldern der Europäischen Gemeinschaft
keine embryonenverbrauchende Stammzellenforschung zu finanzieren. Die
jüngsten Forschungsergebnisse mit adulten Stammzellen, das sind
Stammzellen bereits geborener Menschen und mit Stammzellen aus dem
Nabelschnurblut sind vielversprechend. Wir glauben, dass man zunächst
die Möglichkeiten, die diese Stammzellen bieten weiter ausloten und
verstärkt Forschungsprojekte mit adulten und Nabelschnurblutzellen
fördern sollte", so Gehrer. Dies wird Österreich auch in seiner
Erklärung zum Ratsprotokoll festhalten.

Eine Mehrheit für den restriktiven italienischen Kompromiss-Vorschlag
hätte eine Signalwirkung an die Kommission. Diese wäre dann bei der
Entscheidung über konkrete Forschungsprojekte auf Programmebene
moralisch an diese Mehrheit gebunden. "Oberste Prämisse ist es zu
verhindern, dass es überhaupt keine Begrenzungen und Auflagen gibt.
Kardinal Schönborn hat in einem Schreiben erklärt, dass der Vorschlag
der Förderung von bereits bestehenden Stammzelllinien mit Stichtag
als geringeres Übel akzeptabel wäre. Österreich wird sich heute die
Positionen der Mitgliedsländer zu dem Vorschlag der italienischen
Präsidentschaft sehr genau ansehen. Keinesfalls dürfen jene liberalen
Länder eine Mehrheit bekommen, die die Förderung der Forschung mit
Embryonen ohne Restriktionen erlauben wollen", so Gehrer
abschließend.

nnn
(Schluss)

OTS0102    2003-12-03/11:13

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