- 01.12.2003, 15:55:22
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Kreativität fördert Intelligenz und Motivation
Förderung von Kreativität

Investition in die Zukunft =
Wien (OTS) - Die öffentliche Diskussion mit hochkarätigen
Diskutanten aus Wissenschaft, Wirtschaft, Politik und Medien am
Sonntag, den 30. November 2003 im Volkstheater, bestätigte die These,
die das Wiener Kindertheater seit Jahren erfolgreich in einem
ganzheitlichen Konzept erfasst: Kinder brauchen Kreativität. Prof.
Max Friedrich ( Vorstand der Universitätsklinik für Kinder- und
Jugendneuropsychiatrie) weist darauf hin, dass Kinder soziale
Kompetenzen brauchen um auf der Bühne des Lebens bestehen zu können.
Mit der Erziehung von Kreativität wird das Kind - am effektivsten
schon im Kleinkindalter - in seiner Ganzheit erfasst - zu geringe
Förderung kann zu einer Synapsenrückbildung, übermäßiger Fernseh- und
Computerkonsum zu Entwicklungsschäden und Sprachrückbildung führen -
bei Burschen ist die Gefahr noch höher als bei Mädchen.
TV macht träge - Theater aktiv
Prof.-Dr. Christian Pfeiffer (Direktor des Kriminologischen
Forschungsinstitutes Niedersachsen) warnt, dass unüberlegter TV- und
Computerkonsum dumm und fett macht, traumatisiert und die Lust am
Leben nimmt, während Theaterspielen fröhliche, gescheite und aktive
Kinder fördert und die kindliche Begeisterung wieder hervorbringt.
Seiner Meinung nach liegt die Ursache der Medienverwahrlosung an der
Bequemlichkeit der Eltern. Ein Reduzieren des unkontrollierten
Computer- und Medienkonsums würde sich nicht nur positiv auf die
schulischen Leistungen des Kindes auswirken, sondern auch auf die
interfamiliäre Kommunikation. Es wird dadurch Zeit frei, die es
kreativ zu füllen gelte.
Ganztagsschule: Alternative zur Medienverwahrlosung?
Mit Verlust der Kreativität sinken die schulischen Leistungen der
Kinder linear - Finnland hat Europas Schulwesen vorgemacht, neue
Zugänge zu Kreativität zu finden. Doch die Politik scheint sich
diesbezüglich aus der Verantwortung zu stehlen - die
Schulstundenkürzung gleicht einer Vertuschung der Misswirtschaft in
den Schulen. NRAbg. Carina Felzmann stellte sich als einzige
Vertreterin der Politik der Kritik und bot Lösungsvorschläge. Sylvia
Rotter bekräftigt die Wichtigkeit, den Kindern die Klassiker der
Literatur näher zu bringen. Da Literatur nicht mehr bindend im
Lehrplan ist, nimmt man den Kindern die Möglichkeit, Sprache in ihrer
ganzen Fülle kennen zu lernen. Um die Aktualität dieses Themas zu
verdeutlichen, bedarf es einem höheren Maß an Berichterstattung in
den Medien - denn wie es Dr. Hans Haider so treffend formuliert und
stellt dies auch gleich wieder in Frage: "Alles was nicht in der
Zeitung steht, ist nichts wert?"
Verantwortung der Gesellschaft
Die Verantwortung liegt auch bei den Eltern, genug
Selbstbewusstsein an den Tag zu legen und Kreativität bei Kindern zu
fördern. In Australien werden an Kindergärten "Elternschulen"
angeschlossen. In Deutschland gibt es auf Initiative von Prof. Dr.
Pfeiffer mittlerweile 550 Stiftungen, die sich dieses Themas
annehmen. Die Vertreter der Wirtschaft waren sich darüber einig, dass
Förderung von Kreativität ein Beitrag zur Gesellschaft ist (Mag.
Mattes, mobilkom), denn die Wirtschaft braucht Menschen mit sozialer
Intelligenz (Mag. Kolm, Uniqa) und es ist eine gewisse moralische
Verpflichtung, die wir der Gesellschaft gegenüber haben - das Wiener
Kindertheater bietet eine Plattform, wo sich Kunst und Wirtschaft
treffen. (Mag. Marte, Erste Bank)
Zur Information:
Das Wiener Kindertheater hat in den letzten Jahren eine neue Art
der Theaterarbeit mit Kindern entwickelt und durch zahlreiche
Workshops und Inszenierungen gefestigt. Die Leitidee des Wiener
Kindertheaters ist die "spielerische" Erarbeitung von Dramentexten,
die heutigen Jugendlichen auf den ersten Blick fremd und seltsam
erscheinen mögen. Bei genauerem Hinsehen jedoch erweist sich, dass im
scheinbar Fernen und in der exotisch anmutenden Sprachgestalt
Konflikte, Emotionen, Verwicklungen und Lösungsmöglichkeiten geborgen
sind, die sich durchaus mit denen unserer Zeit vergleichen lassen.
Wir wollen den Kindern die Möglichkeit geben, die Vielfalt
sprachlichen und körperlichen Ausdrucks für sich selbst zu entdecken
und "spielend" zu einem individuellen Charakter zu entwickeln.
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OTS0211 2003-12-01/15:55
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