• 28.11.2003, 11:13:13
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Klares Ja zur Unterstützung des Religionsunterrichtes an Kärntner Berufsschulen

"Kärntner Erklärung" von LH Haider, Bischof Schwarz, Superintendent Sauer sowie Vertretern aus Wirtschaft und Arbeitswelt

Klagenfurt (LPD) - Schulreferent Landeshauptmann Jörg Haider, die
Kärntner Sozialpartner und der Landesschulrat unterstützen das
Anliegen der Katholischen und Evangelischen Kirche Kärntens, den
Religionsunterricht als Freigegenstand an allen elf Kärntner
Berufsschulen zu etablieren. Dazu wurde heute die "Kärntner
Erklärung zum Religionsunterricht an der Berufsschule" von
Landeshauptmann Jörg Haider, Diözesanbischof Alois Schwarz,
Superintendent Manfred Sauer, Landesschulratspräsident Heiner
Zechmann, Wirtschaftskammerpräsident Franz Pacher, dem Präsidenten
der Kärntner Industriellenvereinigung Othmar Petschnig und Günther
Goach, Präsident der Arbeiterkammer Kärnten, unterzeichnet. Damit
setzten die Entscheidungsträger aus Kirche, Politik, Wirtschaft und
Arbeitswelt ein Signal, dass sie sich für den Religionsunterricht an
Berufsschulen einsetzen und ihn mit Nachdruck befürworten.

Landeshauptmann Jörg Haider hob den Grundkonsens hervor, den es
unter allen Beteiligten gibt, um auch den Berufsschülern das Angebot
des freiwilligen Religionsunterrichtes und damit einer ganzheitlichen
Bildung und Werteerziehung zu geben. Derzeit würden nur rund 12
Prozent der über 9000 Berufsschüler einen solchen Unterricht
beanspruchen. Es sei dies auch ein weiterer Schritt zur
Gleichbehandlung der Berufsschüler, so Haider. "Es ist ein neuer und
interessanter Weg".

Im Rahmen der Schulaufsicht solle nun geworben werden, damit die
Schulen verstärkt davon Gebrauch machen. Berufsschullehrer mit
Zusatzqualifikationen, die an der Religionspädagogischen Akademie
ausgebildet werden, sowie Religionslehrer sollen zum Einsatz kommen.
Wenn über 4500 Berufsschüler das Angebot des Religionsunterrichtes
annehmen, dann würde die Finanzierung zur Hälfte vom Bund getragen
werden.

Alle Unterzeichner zeigten sich erfreut über den Konsens und
betonten, dass es sich um ein starkes Signal handle. Damit werde die
Wichtigkeit der Jugendlichen in den Blick genommen, sagte Bischof
Schwarz, um ihnen etwas Wichtiges für ihr Leben mitzugeben. Es gehe
um die umfassende Entfaltung des Menschseins, um eine selbstbestimmte
Lebensgestaltung und einen Beitrag zur Sinnfindung in einer
pluralistischen Gesellschaft sowie um Orientierung für
verantwortliches Handeln.

Auch Superintendent Sauer dankte Bischof Schwarz, LH Haider und
den Vertretern aus der Wirtschaft. Der Religionsunterricht habe neben
der gesellschaftspolitischen Funktion auch eine wichtige ökumenische
zu leisten. Er biete gleichsam einen "Raum zum Atmen", so Sauer.

Wirtschaft und Gesellschaft bräuchten eigenverantwortliche
Menschen, die in sich selbst ruhen, begründete Kammerpräsident Pacher
seine Unterstützung. Auch Präsident Petschnig sagte, dass
moralisch-ethisch-religiöse Ausbildung unumgänglich sei. In der
Wirtschaft werde Ethik immer bedeutender. Helmut Krainer von der
Arbeiterkammer (in Vertretung von Präsident Günther Goach)
unterstrich ebenfalls die Wichtigkeit einer religiös-ethischen Basis
für die Arbeitnehmer neben deren Qualifikationen.
Landeschulratspräsident Heiner Zechmann sagte, dass der
Religionsunterricht eine wichtige Gruppe in einem kritischen Alter
betreffe. Der Religionsunterricht habe eine enorm wichtige Funktion
für die Gesellschaft.

Vorerst gibt es das Angebot des freiwilligen
Religionsunterrichtes an der Berufsschule 1/Klagenfurt, der
Berufsschule Oberwollanig und in der Sparakademie in Spittal. Seit
November 2003 wird an der Berufsschule St. Veit ein Projekt
durchgeführt, bei dem im Rahmen des Religionsunterrichtes
Schlüsselkompetenz und Teamfähigkeit erworben bzw. verbessert werden
können. Nach Abschluss erhalten die Jugendlichen ein Zertifikat für
die freiwillig und zusätzlich erworbenen Qualifikationen.

Im Sinne ganzheitlicher Bildung hat der Religionsunterricht
kognitive, affektive und handlungsorientierte Ziele, die davon
ausgehen, dass der Mensch ein über sich hinausweisenden und über sich
hinausreichendes Wesen ist. Deshalb haben die zu behandelnden
Grundfragen des Menschen nach Herkunft, Zukunft und Sinn seines
Lebens eine große religiöse Bedeutung. Der Religionsunterricht will
dazu beitragen, dass die Schülerinnen und Schüler sich selber besser
verstehen, die Beziehungen, in denen sie leben, deutlicher
wahrnehmen, Toleranz entwickeln, sich in der Kultur und Gesellschaft
zurechtfinden, sich auf die Wurzeln des christlichen Glaubens
besinnen und ihren Glauben gemeinsam mit anderen leben.
(Schluss)

OTS0131    2003-11-28/11:13

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