Klares Ja zur Unterstützung des Religionsunterrichtes an Kärntner Berufsschulen

"Kärntner Erklärung" von LH Haider, Bischof Schwarz, Superintendent Sauer sowie Vertretern aus Wirtschaft und Arbeitswelt

Klagenfurt (LPD) - Schulreferent Landeshauptmann Jörg Haider, die Kärntner Sozialpartner und der Landesschulrat unterstützen das Anliegen der Katholischen und Evangelischen Kirche Kärntens, den Religionsunterricht als Freigegenstand an allen elf Kärntner Berufsschulen zu etablieren. Dazu wurde heute die "Kärntner Erklärung zum Religionsunterricht an der Berufsschule" von Landeshauptmann Jörg Haider, Diözesanbischof Alois Schwarz, Superintendent Manfred Sauer, Landesschulratspräsident Heiner Zechmann, Wirtschaftskammerpräsident Franz Pacher, dem Präsidenten der Kärntner Industriellenvereinigung Othmar Petschnig und Günther Goach, Präsident der Arbeiterkammer Kärnten, unterzeichnet. Damit setzten die Entscheidungsträger aus Kirche, Politik, Wirtschaft und Arbeitswelt ein Signal, dass sie sich für den Religionsunterricht an Berufsschulen einsetzen und ihn mit Nachdruck befürworten.

Landeshauptmann Jörg Haider hob den Grundkonsens hervor, den es unter allen Beteiligten gibt, um auch den Berufsschülern das Angebot des freiwilligen Religionsunterrichtes und damit einer ganzheitlichen Bildung und Werteerziehung zu geben. Derzeit würden nur rund 12 Prozent der über 9000 Berufsschüler einen solchen Unterricht beanspruchen. Es sei dies auch ein weiterer Schritt zur Gleichbehandlung der Berufsschüler, so Haider. "Es ist ein neuer und interessanter Weg".

Im Rahmen der Schulaufsicht solle nun geworben werden, damit die Schulen verstärkt davon Gebrauch machen. Berufsschullehrer mit Zusatzqualifikationen, die an der Religionspädagogischen Akademie ausgebildet werden, sowie Religionslehrer sollen zum Einsatz kommen. Wenn über 4500 Berufsschüler das Angebot des Religionsunterrichtes annehmen, dann würde die Finanzierung zur Hälfte vom Bund getragen werden.

Alle Unterzeichner zeigten sich erfreut über den Konsens und betonten, dass es sich um ein starkes Signal handle. Damit werde die Wichtigkeit der Jugendlichen in den Blick genommen, sagte Bischof Schwarz, um ihnen etwas Wichtiges für ihr Leben mitzugeben. Es gehe um die umfassende Entfaltung des Menschseins, um eine selbstbestimmte Lebensgestaltung und einen Beitrag zur Sinnfindung in einer pluralistischen Gesellschaft sowie um Orientierung für verantwortliches Handeln.

Auch Superintendent Sauer dankte Bischof Schwarz, LH Haider und den Vertretern aus der Wirtschaft. Der Religionsunterricht habe neben der gesellschaftspolitischen Funktion auch eine wichtige ökumenische zu leisten. Er biete gleichsam einen "Raum zum Atmen", so Sauer.

Wirtschaft und Gesellschaft bräuchten eigenverantwortliche Menschen, die in sich selbst ruhen, begründete Kammerpräsident Pacher seine Unterstützung. Auch Präsident Petschnig sagte, dass moralisch-ethisch-religiöse Ausbildung unumgänglich sei. In der Wirtschaft werde Ethik immer bedeutender. Helmut Krainer von der Arbeiterkammer (in Vertretung von Präsident Günther Goach) unterstrich ebenfalls die Wichtigkeit einer religiös-ethischen Basis für die Arbeitnehmer neben deren Qualifikationen. Landeschulratspräsident Heiner Zechmann sagte, dass der Religionsunterricht eine wichtige Gruppe in einem kritischen Alter betreffe. Der Religionsunterricht habe eine enorm wichtige Funktion für die Gesellschaft.

Vorerst gibt es das Angebot des freiwilligen Religionsunterrichtes an der Berufsschule 1/Klagenfurt, der Berufsschule Oberwollanig und in der Sparakademie in Spittal. Seit November 2003 wird an der Berufsschule St. Veit ein Projekt durchgeführt, bei dem im Rahmen des Religionsunterrichtes Schlüsselkompetenz und Teamfähigkeit erworben bzw. verbessert werden können. Nach Abschluss erhalten die Jugendlichen ein Zertifikat für die freiwillig und zusätzlich erworbenen Qualifikationen.

Im Sinne ganzheitlicher Bildung hat der Religionsunterricht kognitive, affektive und handlungsorientierte Ziele, die davon ausgehen, dass der Mensch ein über sich hinausweisenden und über sich hinausreichendes Wesen ist. Deshalb haben die zu behandelnden Grundfragen des Menschen nach Herkunft, Zukunft und Sinn seines Lebens eine große religiöse Bedeutung. Der Religionsunterricht will dazu beitragen, dass die Schülerinnen und Schüler sich selber besser verstehen, die Beziehungen, in denen sie leben, deutlicher wahrnehmen, Toleranz entwickeln, sich in der Kultur und Gesellschaft zurechtfinden, sich auf die Wurzeln des christlichen Glaubens besinnen und ihren Glauben gemeinsam mit anderen leben.
(Schluss)

Rückfragen & Kontakt:

Kärntner Landesregierung
Landespressedienst
Tel.: 05- 0536-22 852
http://www.ktn.gv.at/index.html

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NKL0002